Beste Prüfungsergebnisse in Mitteldeutschland

Am 18. Januar 2014 verabschiedete die Universitätsmedizin der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg 208 Absolventinnen und Absolventen der Humanmedizin (Abb. 1). Nach bisherigen Erfahrungen der Ärztekammer bleiben ca. 60% der Absolventinnen und Absolventen mindestens zwei Jahre nach dem Examen als Ärztinnen und Ärzte in Sachsen-Anhalt tätig – ein im bundesweiten Durchschnitt hervorragendes Ergebnis. Nachdem die durchschnittlichen Prüfungsergebnisse der M-2 Prüfungen der Absolventinnen und Absolventen aus Halle vor einigen Jahren noch im unteren Drittel der Medizinischen Fakultäten in Deutschland lagen, ist seit zwei Jahren ein deutlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen. In diesem Jahr konnten erstmals die besten Ergebnisse im Vergleich mit den anderen mitteldeutschen Universitäten erzielt werden. Im bundesweiten Vergleich lagen die Ergebnisse der Hallenser Studierenden auf dem 13. Platz und damit in der Spitzengruppe (Abb. 2).

In den letzten drei Jahren hat die Universitätsmedizin Halle sehr viel Energie in die Verbesserung der Lehre investiert. Im Wissenschaftsratsurteil vom April 2013 wurden die Verbesserungen der Lehre ausdrücklich hervorgehoben. Die Neuerungen in der Lehre seit 2010 betreffen insbesondere:

• Die weitgehende Modularisierung des klinischen Unterrichtes. So werden die Themengebiete aus den Bereichen Innere Medizin, Chirurgie, Pädiatrie, Neurologie und Neurochirurgie interdisziplinär vernetzt mit entsprechenden Themengebieten aus der Pathologie, klinischen Chemie, bildgebenden Verfahren, Pharmakologie und Immunologie in 8 interdisziplinären, erkrankungsbezogenen Modulen unterrichtet. Durch einen fakultätsübergreifenden Lernzielkatalog können die Studierenden die relevanten Lerninhalte sehr gut nachvollziehen.

• Durch die Einführung neuer Lehrmethoden wie problemorientiertes Lernen, einem TED-System für die Vorlesungen, computerunterstützte Seminare, Erweiterung des e-Learning Angebotes und fallbasierte Seminare wurde die aktive Mitarbeit der Studierenden bei dem theoretisch-wissenschaftlichen Studium deutlich verbessert.

• Die Medizinisch-Praktische Ausbildung wird durch den Aufbau einer der größten Lernkliniken in Deutschland innerhalb des Dorothea-Erxleben Lernzentrums Halle (DELH) unterstützt. In über 50 verschiedenen Themenfeldern erlernen die Studierenden neben den Basisfertigkeiten für den klinischen Alltag (Beispiele: Blutentnahme, Ausstellen von Rezepten, steriles Verhalten, Wundnaht, Umgang mit Blutprodukten,...) auch einen fakultätsweit standardisierten Untersuchungsablauf, ein das gesamte Studium umfassendes Notfalltraining und werden auf komplexere praktische Fertigkeiten [Beispiele: Legen von zentral-venösen Kathetern und Thoraxdrainagen, Ultraschalluntersuchungen, Gipsen, Schulung in komplexen Geburtssituationen mittels eines Geburtssimulators (Abb. 3)] vorbereitet. Ferner konnte ein umfassendes Kommunikationstraining etabliert werden, in dem die Studierenden unter Einbeziehung geschulter Schauspieler Erfahrungen im ärztlichen Anamnesegespräch, im Angehörigengespräch, im Überbringen schlechter Nachrichten und im Konfliktmanagement innerhalb des Teams sammeln können. Zu jeder Station gibt es neben einer Stationsbeschreibung, Lehrpostern und Anschauungsmaterialien auch in vielen Fällen bereits einen eigens von der Fakultät erstellten Lehrfilm. Zusammen mit den verschiedenen Formen des Unterrichts am Patienten erfüllt die medizinische Fakultät damit vollständig die Vorgaben der Gesellschaft für medizinische Ausbildung zur medizinisch-praktischen Ausbildung der Studierenden in der Humanmedizin.

• Durch Leistungsanreize für gute bzw. innovative Lehrleistungen werden das Engagement der Dozenten und die Möglichkeiten der Einrichtungen gefördert, Verbesserungen in der Lehre umzusetzen. Auch der jährlich vergebene Lehrpreis fördert den Stellenwert guter Lehre in der medizinischen Fakultät. Die Verbesserungen in der Lehre sind auch an deutlich besser werdenden Evaluationsergebnissen durch die Studierenden abzulesen. Der Durchschnittswert betrug 2010 (in Schulnoten ausgedrückt) für Vorlesungen 2,4; für Praktika und Seminare 2,5 und 2013 für Vorlesungen 2,3 für Praktika und Seminare 2,1.

• Durch die Einführung eines Mentorenprogramms, standardisierter PJ-Logbücher entsprechend den Vorgaben des Medizinischen Fakultätentages für das Praktische Jahr (PJ), und eines definierten Weiterbildungscurriculums parallel zum Praktischen Jahr – dem letzten Teil des Medizinstudiums – konnte die Vorbereitung der Studierenden auf die Staatsexamensprüfungen und den Arztberuf deutlich verbessert werden.

Für die Jahre 2014 – 2016 plant die Universitätsmedizin Halle eine Reform des vorklinischen Studiums, eine weitergehende Vernetzung zwischen vorklinischem und klinischem Studium und die Integration der Vorgaben des Nationalen Lernzielkataloges in das Medizinstudium. Weiterhin ist der Ausbau der interprofessionellen Lehre geplant, was durch Verortung der Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität in Deutschland in einzigartiger Art und Weise möglich ist.

Dieter Körholz, Dietrich Stoevesandt, Susanna Henschke und Michael Gekle

Korrespondenzanschrift:
Prof. Dr. D. Körholz, Studiendekan
Medizinische Fakultät
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Magdeburgerstr. 8, 06112 Halle
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

(function(i,s,o,g,r,a,m){i['GoogleAnalyticsObject']=r;i[r]=i[r]||function(){ (i[r].q=i[r].q||[]).push(arguments)},i[r].l=1*new Date();a=s.createElement(o), m=s.getElementsByTagName(o)[0];a.async=1;a.src=g;m.parentNode.insertBefore(a,m) })(window,document,'script','//www.google-analytics.com/analytics.js','ga'); ga('create', 'UA-46536808-1', 'aerzteblatt-sachsen-anhalt.de'); ga('set', 'anonymizeIp', true); ga('send', 'pageview');