v. l. n. r.: Prof. Dr. Matthias Girndt, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin II (Schwerpunkt Nephrologie) und Prof. Dr. Wilfried Mau (Direktor des Instituts für Rehabilitationsmedizin)An der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg startete ein bundesweites Projekt zur Verbesserung der Behandlung chronisch Nierenkranker. Es wird von Prof. Dr. Matthias Girndt, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin II (Schwerpunkt Nephrologie) und Prof. Dr. Wilfried Mau (Direktor des Instituts für Rehabilitationsmedizin) geleitet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Projekt mit 760.000 Euro.

Patienten mit endgradigem Nierenversagen sind auf ein langfristiges Nierenersatzverfahren angewiesen. Überwiegend wird hierzu die Hämodialyse (Blutwäsche) oder die Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse) verwendet. Der Einsatz der Nierentransplantation ist aufgrund der zu niedrigen Organspenderzahlen erschwert.

Während bei rein medizinischer Betrachtung ungefähr jeder 4. Dialysepatient die Peritonealdialyse nutzen könnte, liegt der Anteil dieses Verfahrens am deutschen Versorgungsgeschehen bei unter fünf Prozent. Bei geeigneten Patienten sind Hämo- und Peritonealdialyse medizinisch gleichwertig.Während die Hämodialyse in der Regel dreimal in der Woche für 4-5 Stunden in Behandlungszentren durchgeführt wird, die der Patient aufsucht, um sich behandeln zu lassen, wird die Bauchfelldialyse vom Patienten selbst vorgenommen, zu Hause oder am Arbeitsplatz durchgeführt und erlaubt wesentlich mehr persönliche Freiheit.

In einem großangelegten, bundesweiten Projekt soll nun erforscht werden, warum das die Selbständigkeit des Patienten fördernde (aber auch fordernde) Verfahren der Peritonealdialyse so wenig genutzt wird. Im Gegensatz zu früheren Studien zu ähnlichen Fragen wird das CORETH-Projekt besonders den Patienten und sein Umfeld in den Blick nehmen.

Ein mobiles Team von Studienmitarbeitern wird in bundesweit mehr als 50 Dialysezentren Patienten befragen, Fragebögen und Tests durchführen und Daten erheben. Wichtige Fragen zum Versorgungsgeschehen betreffen die persönlichen Bedürfnisse und das soziale Umfeld der Patienten. Haben Patienten mit einer Hämo- gegenüber einer Peritonealdialyse ein vermindertes Bedürfnis, Gesundheitsfragen selbständig zu entscheiden? Welche körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Bedingungen führen zur überwiegenden Nutzung der Hämodialyse? Wie beeinflusst die Wahl des Dialyseverfahrens die Lebensqualität des Patienten? Diese und andere Fragen werden helfen, die Versorgungsstrukturen, die Hilfsangebote für Patienten sowie die Patientenschulung zu verbessern.

Neben den psychosozialen Bedingungen der chronischen Nierenersatztherapie wird das Projekt auch eine wirtschaftliche Bewertung (Projektpartner PD Dr. Christian Krauth, Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover) der Verfahrenswahl erarbeiten.

| Pi und Fotos: UKH

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