Logo KGSAN„Wann immer das Leben uns braucht. Ihre Krankenhäuser“

Selbstbewusst, stolz und kämpferisch: Mit dem Slogan „Wann immer das Leben uns braucht. Ihre Krankenhäuser“ startete am 11.03.2014 bundesweit eine Kampagne der Krankenhäuser.

In Sachsen-Anhalt beteiligen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kliniken in Merseburg, Schönebeck und Bitterfeld/ Wolfen mit Auftaktveranstaltungen. Ihre Botschaft ist eindeutig: Patienten können auf die medizinische und pflegerische Qualität und das gut ausgebildete Fachpersonal in den Krankenhäusern vertrauen. Sicherheit und Gesundheit der Patienten stehen im Klinikalltag an oberster Stelle. Weil das so ist, wollen die Krankenhausmitarbeiter auch für ihre Nöte und Sorgen sensibilisieren. Der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt Dr. Gösta Heelemann betont: „Mit der Kampagne verbunden ist eine Würdigung der Leistungen der rd. 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Kliniken des Landes arbeiten. Sie sichern jeden Tag 24 Stunden lang den Zugang zur medizinischen Versorgung auf international hohem Niveau, unabhängig von der individuellen Zahlungsfähigkeit und vom Wohnort ihrer Patienten.“

Dennoch, so Heelemann, muss der Krankenhausbereich kontinuierlich um die Berücksichtigung seiner berechtigten Belange kämpfen. Politiker und Krankenkassen sehen Krankenhäuser wegen der Größe des „GKV-Ausgabenblocks“ (GKV: Gesetzliche Krankenversicherung) primär als Kostenproblem. Die Mär von den jährlichen Ausgabenzuwächsen widerlegt jedoch die Tatsache, dass die aktuelle bundesdeutsche Statistik keine wesentlichen Unterschiede in den GKV-Ausgabensteigerungen zwischen Krankenhaus- und Vertragsarztbereich ausweist: Die Ausgaben für den Krankenhausbereich stiegen von 2011 zu 2012 um 1,7 Mrd. Euro, die Ausgaben für Ärzte und Zahnärzte um 1,4 Mrd. Euro. Der Anteil der Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung für die Krankenhausbehandlung betrug 2012  35,6%. Das sind etwas mehr als ein Drittel der GKV-Gesamtausgaben. (Quelle: BMG)

Mit der Kampagne setzen sich die Krankenhäuser auch gegen ungerechtfertigte und überzogene Kritiken der Krankenkassen zur Wehr. Sie wehren sich insbesondere gegen unredliche, regelmäßig wiederholte Vorwürfe über nicht medizinisch notwendige Leistungen, unzulängliche Qualität und Behandlungsfehler, wie erst jüngst bei der Vorstellung des WidO-Reports der AOK 2014. Das verunsichert Patienten und Angehörige und führt im schlimmsten Fall zur verzögerten Inanspruchnahme notwendiger medizinischer Leistungen.

Wie kein anderer Bereich des Gesundheitswesens sind die Krankenhäuser bei der Verbesserung der Qualität aktiv. Sicherheit und Qualität im Krankenhaus haben einen Preis: Sie brauchen Ressourcen, die politisch immer wieder eingefordert werden müssen. Ressourcen - das sind Finanzierungsregelungen, die die Ausfinanzierung der Kostensteigerungen dauerhaft sicherstellen und notwendige Investitionen ermöglichen. Die Kosten der Qualitätssicherung, die sich in Form von mehr Personal sowie höheren sächlichen und baulichen Aufwendungen darstellen, müssen refinanziert werden. Dies in den Vergütungssystemen sicherzustellen, ist eine zentrale Erwartung der Krankenhäuser an die von der Politik angekündigte Qualitätsoffensive. Wer immer nur fordert, ohne zu fördern, wird unglaubwürdig, so Heelemann.

Deshalb ist die Kampagne auch ein Appell an die Bundes- und Landespolitiker, den hohen Wert der flächendeckenden Krankenhausversorgung anzuerkennen, diese zu fördern und die Wahlfreiheit der Patienten nicht durch die Legitimierung von Selektivverträgen zu gefährden.

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