Im Klinikalltag müssen Patienten in jeder Situation eindeutig identifizierbar sein. Auch wenn sie während eines Eingriffs selbst nicht ansprechbar sind, sich aufgrund einer anderen Nationalität nicht verständlich machen können oder einen häufig vorkommenden Namen tragen.

Im Städtischen Klinikum Dessau wird die Patientenidentifikation während der gesamten Behandlung bis zur Entlassung jetzt mittels individueller Armbänder weiter optimiert. „Die Patientensicherheit steht bei uns an erster Stelle und die Standards sind bereits sehr hoch. Mit der Einführung von Patientenarmbändern folgen wir den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und dem Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. und gehören damit zu den Vorreiterkliniken in Deutschland“, stellt der Ärztliche Direktor Dr. Joachim Zagrodnick fest. Nur etwa 10 Prozent der Krankenhäuser im Bundesgebiet nutzen bisher diese Maßnahme, während in den USA oder in den skandinavischen Ländern Armbänder in Kliniken selbstverständlich sind.

Individuell, unverwechselbar, sicher

Das nur mit der persönlichen Zustimmung des Patienten angelegte Armband garantiert die individuelle Versorgung bei der Aufnahme, bei Operationen, Transporten und Verlegungen sowie der Versorgung in Funktionsbereichen. „Wir führen ab März die Patientenarmbänder flächendeckend ein. Bei rund 30.000 stationären und über 66.000 ambulanten Patienten pro Jahr ist damit ein enormer Logistikaufwand verbunden, der im Vorfeld geplant und organisiert werden musste. Inzwischen sind die Mitarbeiter geschult und die Bänder werden jetzt im klinischen Betrieb etabliert“, berichtet Pflegedienstleiter Daniel Behrendt. Aktuell informieren auch Plakate und Flyer die Patienten über Sinn und Zweck der Armbänder. Ihre schriftliche Einwilligung zum Anlegen der Bändchen erteilen die Patienten bei der Aufnahme. Das hier tätige Personal stellt die Identität anhand der Versichertenkarte und Personalausweises fest und generiert elektronisch eine eindeutige Fallnummer. Das Armband wird mit den persönlichen Patientendaten sofort bedruckt und angelegt. Es gibt die Armbänder in drei Größen für Erwachsene, Kinder und Neugeborene. Das Material der Bänder ist auf gesundheitliche Verträglichkeit getestet und unempfindlich gegen Wasser und Desinfektionsmittel. Jedes Band besitzt einen Sicherheitsverschluss. Neben Namen, Geburtsdatum und Fallnummer, die zusätzlich als Strichcode verschlüsselt ist, können über die Bänder auch für die Behandlung relevante Messwerte, wie Labordaten, per Scanner einfach und sicher erfasst werden.

Logo Städtisches Klinikum DessauAnalysedaten am Handgelenk

Die schwarzen und weißen Striche – sogenannte Barcodes – dienen als Zugriffsschlüssel für eine Datenbank. Im Klinikum können Barcodes die komplexen Abläufe der Behandlungsprozesse und Versorgungssysteme in vielen Bereichen transparenter und effizienter gestalten. „Jeder Patient muss zu jeder Zeit die für ihn bestimmte, richtige Behandlung erhal-ten. Dafür sind alle Beschäftigten im Klinikalltag mitverantwortlich. Patientenarmbänder dienen der sachgerechten Behandlung des einzelnen Patienten und sollten deshalb bei allen Beteiligten schnell Akzeptanz finden“, sagt Dr. Zagrodnick. Nach der Entlassung können die Patienten ihr Armband mitnehmen oder es im Klinikum entsorgen lassen.

| Pi und Foto: SKD