Logo Tumorzentrum AnhaltTumorzentrum Anhalt nutzt bewährte Strukturen und Erfahrungen

Ab sofort verantwortet ein gemeinsamer Verbund von drei dafür qualifizierten und von Leistungserbringern unabhängigen Partnern die Aufgaben des Landeskrebsregisters. Das Ministerium für Arbeit und Soziales in Sachsen-Anhalt ermächtigte das Tumorzentrum Anhalt am Städtischen Klinikum Dessau e.V. zusammen mit den Medizinischen Fakultäten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg als regionale klinische Krebsregister. „Das ist ein großer Erfolg und eine richtungsweisende Entscheidung“, kommentiert Privatdozent Dr. Dr. med. habil. Reinhard Schück den Bescheid. Der ehrenamtliche Vereinsvorsitzende des Tumorzentrums Anhalt weiß, dass in den neuen Bundesländern seit fast 25 Jahren Krebsfälle dokumentiert werden: „Bereits seit 21 Jahren engagiert sich unser Tumorzentrum in diesem Bereich. Wir haben Strukturen geschaffen und Erfahrungen gesammelt, auf denen jetzt alle Verbundpartner aufbauen können.“

Flächendeckender Ausbau

Ziel ist es, Krebsfälle in Sachsen-Anhalt zu 100 Prozent zu dokumentieren. Dazu werden die Länder im Rahmen des Nationalen Krebsplanes verpflichtet, flächendeckend klinische Krebsregister einzurichten. Alle Daten über Auftreten, Behandlung und Verlauf onkologischer Erkrankungen sollen in Kliniken und in Arztpraxen erfasst werden. Ihre Auswertung ermöglicht eine Beurteilung der medizinischen Versorgungsqualität und fördert die interdisziplinäre, patientenbezogene Zusammenarbeit bei der Krebsbehandlung. „Als regionales klinisches Krebsregister für das Gebiet der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau, der Landkreise Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg sowie für das Gebiet des Altkreises Bernburg im Landkreis Salzlandkreis werden im Tumorzentrum Anhalt rund 17 Prozent der in ganz Sachsen-Anhalt auftretenden Krebsfälle registriert. Mit dem im April 2013 beschlossenen Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes (KFRG) wird die Qualitätssicherung weiter verbessert“, so Dr. Schück.

Krebsfälle dokumentieren und besser behandeln

Bis zum 31.12.2017 gilt eine Übergangsphase zur Realisierung des KFRG. Einer der nächsten Schritte ist die Erarbeitung eines Umsetzungsgesetzes im Land, woran auch der Landesdatenschutzbeauftragte beteiligt sein wird. Bis zum Ende der Übergangszeit soll ebenfalls ein bundeseinheitliches EDV-System etabliert sein. Das Land Sachsen-Anhalt wird eine Anschubfinanzierung leisten und nach den Vorgaben des Gesetzgebers müssen die gesetzlichen Krankenkassen die regionalen klinischen Krebsregister finanziell angemessen fördern. Konkret heißt das, die Kassen vergüten jeden dokumentierten Krebsfall mit einer Pauschale von 119 Euro. Das gilt allerdings nur für Kassenpatienten. Für Privatversicherte fehlt bisher eine Regelung, so dass die regionalen Krebsregister in diesen Fällen momentan keine Vergütung erhalten werden.

Gemeinsame Weichenstellung

„Wir müssen jetzt Abrechnungsverträge mit den gesetzlichen Kassen schließen und haben auch Fördermittel bei der Deutschen Krebshilfe e.V. in Bonn beantragt“, bestätigt Dr. Dr. Schück. Im Krebsregisterverbund verantwortet er das Qualitätsmanagement für ganz Sachsen-Anhalt und freut sich auf die Zusammenarbeit im Verbund mit Prof. Dr. Dr. Johannes Bernarding vom Institut für Biometrie und Medizinische Informatik (IBMI) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Prof. Dr. Johannes Haerting vom Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik, Medizinische Fakultät Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. „Die Beteiligten ziehen an einem Strang für die gemeinsame Sache und stellen mit allen Verhandlungspartnern jetzt die Weichen für ein landesweites Krebsregister. Im Verbund der drei Partner kommen wir einen großen Schritt im Sinne der Transparenz und Vernetzung im Gesundheitssystem voran. Mit der gesteigerten Erfassungsqualität und -quantität von Krebserkrankungen können wir perspektivisch Tumorleiden besser behandeln. Statistisch wird somit jeder zweite Bundesbürger davon profitieren“, bilanziert Dr. Dr. Reinhard Schück.

Schild Tumorzentrum Anhalt

Mitten im Geschehen: Im Tumorzentrum Anhalt werden seit 21 Jahren Krebsfälle dokumentiert. Jetzt verantwortet das Zentrum im gemeinsamen Verbund mit den Medizinischen Fakultäten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg das regionale klinische Krebsregister in Sachsen-Anhalt.

Pi und Foto: TZA