Logo Städtisches Klinikum DessauDessauer Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie erhält Qualitätssiegel

Dem Städtischen Klinikum Dessau wird mit der Zertifizierung als Endoprothetikzentrum eine spezialisierte Versorgungsqualität bescheinigt. „Wir durchliefen über einen längeren Zeitraum ein mehrstufiges Prüfverfahren. Die Ernennung zum Zentrum garantiert den Patienten hohe Leistungsstandards innerhalb der Planung, Realisierung bis zur Nachsorge und Rehabilitation bei der Gelenkersatzoperationen an Hüfte und Knie“, bestätigt Dr. med. Joachim Zagrodnick. Der Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie arbeitete mit seinem Team und allen beteiligten Abteilungen sowie Bereichen langfristig auf dieses Ziel hin.

Hohes, geprüftes Versorgungsniveau

„Bereits im Qualitätsbericht 2013 bescheinigte uns die Ärztekammer Sachsen-Anhalt ein Top-Ergebnis, weil keine postoperativen Wundinfektionen oder Thrombosen auftraten. Die Zertifizierung ist nun ein weiteres, wichtiges Signal für das hier angebotene Versorgungsniveau“, freut sich der Leitende Oberarzt und Leiter des Endoprothetikzentrums Dr. med. Daniel Dobbert. Die Zahl der in der Dessauer Klinik durchgeführten Eingriff an Hüfte und Knie sowie der nach einigen Jahren nötigen Wechseloperationen steigt indessen weiter. „Im Vorjahr operierten wir drei Prozent mehr Patienten“, so Dr. Dobbert. Für ihn und die beiden anderen Hauptoperateure des Zentrums Dr. med. Marek Rayzacher und Dr. med. Carsten Becker bedeutet die Expertise auch den Anspruch, die heute als Standardversorgung geltenden Knie- und Hüftgelenksimplantationen weiter zu optimieren: „Die Patienten werden älter und möchten auch dann ihren Mobilitätsgrad möglichst lange erhalten. Früher war nach einer Hüft- oder Knie-OP meist an Sport nicht mehr oder erst sehr viel später wieder zu denken. Heute stehen die Patienten relativ schnell wieder auf dem Tennisplatz und müssen kaum Einschränkungen der Lebensqualität akzeptieren. Das alles setzt aber routinierte und spezialisierte Chirurgen sowie ein interdisziplinäres Nachsorgekonzept voraus.“

Aufwendiges Prüfverfahren

Das Zertifikat zum Endoprothetikzentrum nach EndoCert® wird gemäß der Qualitätsinitiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) von Experten des unabhängigen, internationalen Prüfinstituts „ClarCert“ vergeben. Während des Audits kommen alle medizinischen, pflegerischen und physiotherapeutischen Standards der Endoprothetikversorgung auf den Prüfstand. Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter oder die Dokumentation, Patientensicherheit und Hygienestandards werden ebenso beleuchtet wie die Qualität der Implantate und niedrige Komplikationsraten. „Hier erreichen wir im Dessauer Klinikum eine Null-Quote. Das heißt, kein Patient erlitt eine Frühinfektion, der sich hier im Jahr 2013 einer Hüft- oder Knieprothesen-Erstimplantation bzw. einer Endoprothesen-Wechsel-OP unterzog“, berichtet Dr. Dobbert.

Rund 400.000 Menschen bekommen jährlich Hüft- und Knieendoprothesen. Mit dieser Quote ist Deutschland europäischer Spitzenreiter und nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) e.V. wird der Bedarf in den nächsten 20 Jahren weiter steigen. Die demografische Entwicklung und der Mobilitätsanspruch auch im hohen Lebensalter beschleunigen diesen Trend. Zertifizierte Endoprothetikzentren müssen eine Vielzahl von Qualitätsmerkmalen bezüglich Struktur und Behandlungsprozesse in der Abteilung aber auch im Krankenhaus selbst einhalten.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Im Endoprothetikzentrum des Städtischen Klinikums Dessau wird das gesamte operative Spektrum des Gelenkersatzes von Hüfte und Knie sowie der Wechselchirurgie angeboten. Das interdisziplinäre Team ist darauf spezialisiert, künstliche Gelenke nach dem aktuellsten medizinischen, pflegerischen und physiotherapeutischen Standard einzusetzen. Schonende minimal-invasive Operationsmethoden werden bevorzugt und innovative Qualitätsimplantate mit einer wissenschaftlich nachgewiesenen Langlebigkeit eingesetzt. Die individuelle und umfassende Patientenbegleitung beinhaltet alle Behandlungsphasen inklusive der Vermittlung von Ansprechpartnern zur Gewinnung einer Zweimeinung oder zur Beratung über eventuell mögliche Behandlungsalternativen. „Wir legen großen Wert auf die Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern im stationären und niedergelassenen Bereich. Dabei erleichtert auch unser seit einem Jahr angebotenes internetbasiertes Ärzteportal den Informationsaustausch. Über diese Onlineplattform können wir jetzt neben Arztbriefen und Laborergebnissen auch Röntgen-, CT- und MRT-Bilder direkt austauschen und im Team besprechen. Voraussetzung ist, dass der Praxisarzt die Nutzungslizenz hat und sein Patient die Zustimmung zum Datentransfer erteilte“, informiert Dr. Dobbert.

Pi und Foto: SKD