Logo Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle/Saale GmbHDer plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Doch die Helferquote beim Herzstillstand im internationalen Vergleich ist alarmierend gering. Dabei sind die Maßnahmen zur Wiederbelebung eines Menschen einfach. Man kann nichts falsch machen. Jeder kann es.

Im Herbst 2014 fand die „Woche der Wiederbelebung“ mit einem Aktionstag auf dem Marktplatz in Halle (Saale) statt. Hier wurde der Startschuss gegeben für „Leben retten ist Kinderleicht – Projekt Schulpatenschaft Halle“.

Notärzte des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara Halle/Saale übernahmen die Patenschaften für das Giebichenstein-Gymnasium „Thomas Münzer“ Halle und das Elisabeth-Gymnasium in Halle.

Am 7. Juli waren die Ärzte im Elisabeth-Gymnasium. Alle Schüler der Jahrgangsstufe 8 wurden in Wiederbelebungsmaßnahmen ausgebildet. „Die Zusammenarbeit mit den Notärzten zeigt Jugendlichen, dass sie im Notfall Verantwortung übernehmen und retten können“, zeigt sich Michael Mingenbach, Schulleiter des Elisabeth-Gymnasiums von der erstmals durchgeführten Schulung überzeugt.

Lebensrettende Erste Hilfe Maßnahmen sollten nicht erst beim Führerschein ins Bewusstsein rücken oder zum Thema werden, wenn die Notsituation da ist oder war.

WiederbelebungIm Rahmen der Schulung werden Situationen nachgestellt, in denen Personen gefunden werden. Es wird geübt, wie Bewusstsein und Atmung überprüft und wie die Erste Hilfe gerufen wird. Die Herzdruckmassage und die Mund-zu-Mund-Beatmung werden dann an Puppen geübt. Diese werden vom Simulationszentrum des Universitätsklinikums Halle zur Verfügung gestellt. Ein besonderes Aha-Erlebnis ist die musikalische Begleitung des Trainings: Wer im Takt eines Disco-Beats reanimiert, hat den lebensrettenden Rhythmus.

Oberarzt Dr. Markus Nitsch erklärt: „Untersuchungen haben gezeigt, dass Schüler ab der 7. Klasse problemlos Erwachsene wiederbeleben können.“ Wichtig sei, Kindern und Jugendlichen schon in der Schule das Thema Reanimation näher zu bringen und sie frühzeitig als kompetente Ersthelfer auszubilden. „Jeder kann in die Situation geraten, Ersthelfer zu sein. Denn: Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen“, betont Nitsch. Obwohl jeder helfen könnte, tun es die wenigsten. Die Helferquote in Deutschland ist im internationalen Vergleich gering.

Die lebensrettende Devise lautet „Prüfen. Rufen. Drücken!“: Prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft.

Ziel der Schulungen ist es, Hemmschwellen vor der Ersten Hilfe abzubauen und die Wiederbelebungsrate in Deutschland zu steigern. Am Ende der Stunde sagten die Schüler einstimmig: „Wir wissen nun, dass wir nichts falsch machen können. Es ist gar nicht so schwer.“

| Pi und Foto: Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle/Saale GmbH