Logo Krankenhaus St. Elisabeth & St. Barbara„Antibiotic Stewardship“ am Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle fördert den richtigen Einsatz von Antibiotika und verhindert die Entwicklung resistenter Keime

Das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle hat den Klinikinfektionen verstärkt den Kampf angesagt. Seit September 2015 steht ein sogenanntes ABS-Team den Ärzten beratend bei dem richtigen Einsatz von Antibiotika zur Seite. ABS bedeutet hier „Antibiotic Stewardship“. Der falsche Einsatz von Antibiotika führt zur Resistenzbildung: Dann fehlen wirksame Mittel gegen die nahezu unbesiegbaren Keime.

„Es geht darum, so wenige Antibiotika wie möglich zu verwenden. Wenn sie tatsächlich gebraucht werden, dann sollten diese auch sachgerecht eingesetzt werden“, erklärt Patricia Horn, Fachärztin für Anästhesie und Intensivmedizin und ausgebildete Anti Biotic Steward am Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle. Sie leitet das ABS-Team, dem auch die Hygieneärztin Elke Pielert und der Internist Oliver-Mark Stuiber angehören. Die drei Teammitglieder haben eine ABS-Ausbildung absolviert, die seit 2014 in einer bundesweiten Initiative von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene und der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie angeboten werden.

Fachgerechte Antiobiotika-Verordnung ergänzt Hygiene-Maßnahmen

„Antibiotic Stewardship ist eine wichtige Ergänzung unseres Hygiene-Managements“, erklärt Dr. med. Wolfgang Asperger, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara Halle. „So verhindern wir sowohl die Entwicklung gefährlicher Keime als auch ihre Übertragung.“ Das Krankenhaus nimmt u.a. seit 2007 an der bundesweiten Aktion „Saubere Hände“ teil; in den Fachabteilungen der Klink sind Hygienebeauftragte tätig.

Die Initiative „Antibiotic Stewardship“ kommt aus den USA. Studien haben dort gezeigt, dass durch den Antibiotika-Gebrauch, der sich an wissenschaftlichen Leitlinien orientiert, die Zahl der schweren Infektionen und Todesfälle gesenkt und der Antibiotikaverbrauch wesentlich reduziert werden kann. Damit einher geht eine Reduktion der Kosten aufgrund geringerer Aufwendungen für die Arzneimittel, aber auch seltenerer Komplikationen. In Deutschland konnte man diese positiven Erfahrungen mittlerweile nachvollziehen. Die Investition des Krankenhauses – in gut weitergebildetes Personal am Krankenhaus in Halle für die Arbeit des ABS-Teams – erhöht die Patientensicherheit und ist letztlich kostenneutral.

Infektiologische Visten auf den Stationen

Wann und wo kommt das ABS-Team zum Einsatz? „Zum Beispiel bei schwierigen Fällen wie einem immungeschwächten Patient auf der Intensivstation, der an einer schwer beherrschbaren Infektion leidet“, berichtet Patricia Horn. Regelmäßig finden zudem infektiologische Visiten auf den Stationen statt. Dabei wird geprüft, ob Antibiotika richtig eingesetzt wurden; die Ergebnisse werden mit den Ärzten und dem Fachpersonal besprochen. Eine „Antibiotika Hausliste“ dient als verbindliche Richtschnur für die Verschreibung. Updates zu neuen Keimen und Therapieempfehlungen werden bei den regelmäßigen Fortbildungen für das Krankenhauspersonal besprochen, nach dem Motto: „Wissen ist das einzige, das sich vermehrt, wenn man es teilt.“

Weitere Information

Zum Hygiene-Management des Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle:

http://krankenhaus-halle-saale.de/unser-krankenhaus/krankenhaushygiene/

Zur bundesweiten Antibiotic Stewardship Initiative:

http://www.antibiotic-stewardship.de/