Logo Medinet GmbH13. Bad Kösener Groddeck-Symposium

In diesem Jahr lud die Burgenlandklinik Bad Kösen, Fachklinik für Verhaltenstherapie, Verhaltensmedizin, Psychosomatische Rehabilitation und Abhängigkeitserkrankungen, zum nunmehr 13. Mal zum jährlich stattfindenden Groddeck-Symposium ein, das sich weiter einer kontinuierlich angestiegenen Teilnehmerzahl erfreute. Es ist mittlerweile eine gute Tradition geworden, ein Thema – in diesem Jahr Schlaf und Schlafstörungen („Schlaf gut und träum‘ was Schönes“) – von verschiedenen Seiten zu erörtern und in einem fach- und schulenübergreifenden Austausch zu vertiefen.

Zur hohen Teilnehmerzahl trug sicher bei, dass Schlafstörungen eine zunehmende Praxisrelevanz aufweisen und diese Patienten die therapeutisch Tätigen oftmals stark fordern. Dass jedoch Schlafstörungen schon immer in der Geschichte des Menschen existierten und dies in Worten und Bildnissen dargelegt wurde, darauf verwies der Chefarzt der Burgenlandklinik, Herr Dr. med. Olaf Ballaschke, in seinem Eröffnungsvortrag. So sind Schlafstörungen schon in Gedichtsammlungen von Statius und Ovid aus der Zeit kurz vor und nach Christus beschrieben. In einem kurzen Abriss zur Geschichte der Schlafstörungen wurde der Bogen geschlagen von Hypnos, dem griechischen Gott des Schlafes über einige der ersten (am ehesten naturwissenschaftlich geprägten) Untersuchungen des Schlafes (z. B. Alexander von Kroton 533 v. Chr. oder Aristoteles 384 -322 v. Chr.) 

bis zur aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung des Schlafes, seiner Funktionalität sowie Formen und Therapieoptionen von Schlafstörungen.

Im Anschluss daran widmete sich der Vortrag von Frau PD Dr. rer. nat. habil. Andrea Ebersberger aus Jena der „Neurobiologie des Schlafes“. Die Erläuterungen der Funktion von Gehirnstrukturen, welche in die Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus involviert sind, wurden mit wichtigen Krankheitsbildern in Zusammenhang gebracht und Schlussfolgerungen für die Therapie angedeutet. Wissenschaftliche Informationen zur circadianen Rhythmik des Schlafes, zur Schlaf-Wach-Kontrolle u. a. m. erlaubten immer wieder Verbindungen zur Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen und Krankheitsbildern, die mit Schlafstörungen im Zusammenhang stehen, sowie schlafhygienischen Maßnahmen.

Herr Dipl.-Psych. Dr. Alexander Prehn-Kristensen von der KJP Kiel übernahm anschließend das Wort zum Thema „Schlaf und Kognitionen“. Die Folgen von Schlafmangel auf Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Emotionen wurden anhand von Studienergebnissen anschaulich belegt. Im Vortrag wurden Verbindungen hergestellt zwischen Schlafdeprivation und Veränderungen der Emotionalität (z. B. erhöhte Aggressivität), Krankheitsbildern wie ADHS u. a. Der Referent verwies darauf, dass es sich dabei um praxisrelevante Bezüge, auch außerhalb des therapeutischen Rahmens, handelt, z. B. im Straßenverkehr, beim Heranwachsen der Kinder, beim Lernen etc.

Frau Dipl.-Psych. Christina Dirks erörterte in ihrem Vortrag „Schlafstörungen – Schwerpunkt Insomnie“ auf eine eindrucksvolle Weise Methoden zur Behandlung von Schlafstörungen, u. a. die der Schlafrestriktion. Sie zeigte, dass diese Methode hochwirksam ist und nicht nur die Schlafdauer, sondern auch die Schlafqualität in nachhaltiger Weise bessert.

Der oftmals vernachlässigten Behandlung von Albträumen widmete sich der Vortrag von Frau Dipl.-Psych. Johanna Thünker („Verhaltenstherapie bei Schlafstörungen – Schwerpunkt Albtraumtherapie“). Anhand von Beispielen wurde demonstriert, dass wiederkehrende Albträume inhaltlich modifiziert werden können.

Das Abschlussreferat näherte sich aus einer psychoanalytisch begründeten Sichtweise dem Thema und nahm die Bedeutung des Träumens für den Schlaf in den Fokus („Der Traum als Hüter des Schlafes“). Der Vortrag wurde von Herrn Prof. Dr. med. Christfried Tögel gehalten, langjähriger Leiter des Sigmund-Freud-Zentrums in Uchtspringe und Direktor des SALUS-Institutes in Magdeburg. Er ist ein exzellenter Kenner der Werke von Sigmund Freud und reiste extra aus Lausanne in der Schweiz an. Somit wurde ein weiter fachlicher Bogen zu einem wichtigen Thema, das uns in der täglichen Praxis bewegt und oftmals auch ratlos hinterlässt, gespannt.
Einladungen der Burgenlandklinik zur morgendlichen Kaffeepause, zum gemeinsamen Mittagessen in den sorgsam restaurierten Speiseräumen der Klinik (Baujahr 1894), zur Klinikführung und zum abschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken im Wintergarten der Klinik ließen eine freundliche, herzliche Atmosphäre entstehen, die Gespräche und kollegialen Gedankenaustausch förderte.

Am 16.09.2016 wird traditionell das 14. Bad Kösener Groddeck-Symposium stattfinden.

Informationen dazu finden sich zeitnah auf der Webseite der Burgenlandklinik: www.burgenlandklinik.de.

Korrespondenzanschrift:
Herr CA Dr. med. O. Ballaschke
Medinet GmbH Burgenlandklinik
Bad Kösen
Fachklinik für Verhaltenstherapie,
Verhaltensmedizin,
Psychosomatische Rehabilitation &
Abhängigkeitserkrankungen
Käthe-Kruse-Str. 2
06628 Naumburg