Logo Universitätsklinikum Halle (Saale)Kooperation zwischen Universität, Universitätsmedizin und Bergmannstrost

An der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg entsteht eine Stiftungsprofessur für Plastische Chirurgie, Handchirurgie und Brandverletztenmedizin. Diese wird vom Berufsgenossenschaftlichen Klinikum Bergmannstrost Halle für die nächsten fünf Jahre finanziert. Die Professur ist Teil der Vereinbarungen über eine intensive Zusammenarbeit zwischen Bergmannstrost und der halleschen Universitätsmedizin, die vor genau einem Jahr getroffen worden ist. Der Rektor der Martin-Luther-Universität, Professor Dr. Udo Sträter, und Prof. Dr. Stephan Brandenburg vom BG Klinikum Bergmannstrost Halle, unterzeichneten am 26. Oktober 2015 eine entsprechende Vereinbarung unter Anwesenheit des Staatssekretärs im Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Marco Tullner.

Etwa 30 Prozent aller Arbeitsunfälle in Deutschland betreffen die Hand. „Für uns als berufsgenossenschaftliche Klinik bildet die Behandlung und Rehabilitation von Arbeitsunfällen einen wesentlichen Schwerpunkt“, erklärt Prof. Dr. Brandenburg. Deshalb sei es sinnvoll, dass in diesem Bereich Forschung und Lehre nachhaltig betrieben werden. „Mit der halleschen Universitätsmedizin haben wir hier einen Partner gefunden, mit dem wir diese Aufgabe gemeinsam intensiv angehen können“, erklärt der Vertreter der BG-Geschäftsführung weiterhin. Der Rektor Prof. Udo Sträter unterstreicht, dass die Stiftungsprofessur für die Martin-Luther-Universität ein großer Gewinn ist: „Ohne das Engagement unserer außer-universitären Partner wären zahlreiche Forschungsprojekte und Lehrangebote nicht realisierbar.“

Diese Ansicht unterstützt auch der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Michael Gekle: „Wissenschaftlich sehen wir Potenzial hinsichtlich der Versorgungsforschung, vor allem im Bereich der Handchirurgie“. Doch nicht nur in der Forschung soll durch die Stiftungsprofessur ein Mehrwert entstehen. Auch der Lehrplan für die Medizinstudierenden könne mit Lehrveranstaltungen auf diesen Gebieten angereichert werden. Strukturell festige die Stiftungsprofessur die Zusammenarbeit zwischen Universitätsmedizin und Bergmanns-trost, die vor einem Jahr vereinbart worden ist und neben Krankenversorgungsaspekten nun auch im Bereich Lehre und Forschung fortgeschrieben wird. „Wir setzen damit das Entwicklungskonzept von Universitätsklinikum und Medizinischer Fakultät weiter um“, unterstreicht PD Dr. Thomas Klöss, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. „Gemeinsam sind wir auf einem guten Weg, eine sinnvolle und gegenseitig nutzbringende Verzahnung zwischen Universitätsmedizin und Bergmannstrost zu realisieren“, bekräftigen PD Klöss und Prof. Gekle. Die Stiftungsprofessur ist die einzige der Martin-Luther-Universität, die an der Medizinischen Fakultät beheimatet ist. Die BG Kliniken sind seit vielen Jahren auch Lehrkrankenhaus der Medizinischen Fakultät.

Der Lehrstuhl „Plastische Chirurgie, Handchirurgie und Brandverletztenmedizin“ als Stiftungsprofessur soll dazu beitragen, die „Lehre und Forschung der Universität auf diesem Spezialgebiet der Chirurgie zu optimieren sowie die Verbindung zur Berufswelt im Interesse der Aktualität des Lehrangebots aufrecht zu erhalten“, heißt es in der Vereinbarung. Die Professur wird zunächst für die Dauer von fünf Jahren ausgeschrieben. Sie soll in Teilzeit ausgeübt werden. Das Verfahren zur Besetzung der Professur erfolgt nach den Regularien des Hochschulgesetzes von Sachsen-Anhalt. Dabei wird das BG Klinikum in das Verfahren einbezogen.

Die Finanzierung der Stiftungsprofessur erfolgt durch das BG Klinikum. Diese stellen für die fünf Jahre nach Besetzung des Lehrstuhls jährlich 115.000 Euro zu Verfügung.

| Pi und Foto: UKH