Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse bei der Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich diskutierten Spezialisten am 7. November auf einer Tagung im Städtischen Klinikum Dessau. Diesmal stand das Zusammenspiel verschiedener medizinischer Fachgebiete bei der umfassenden und individuellen Patientenversorgung im Mittelpunkt des jährlich stattfindenden Herbstsymposiums. Dementsprechend breit war das Themenspektrum, das Prof. Dr. med. Stephan Knipping für das Ärztetreffen in diesem Jahr auswählte. Der Chefarzt der Dessauer Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Plastische Operationen, konnte dazu renommierte Medizinkollegen aus dem gesamten Bundesgebiet gewinnen.

Von Chemotherapie bis Stirnhöhlenoperation

So stellte Prof. Dr. Jens Ulrich neue Therapieformen beim Basalzellkarzinom vor. Als Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Harzklinikum in Quedlinburg repräsentiert er den Anspruch des interdisziplinären Fachaustausches ebenso wie die weiteren Referenten. Prof. Dr. Georg Maschmeyer, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Ernst von Bergmann Klinikum Potsdam, berichtete über den Stellenwert der Chemotherapie bei Kopf-Hals-Karzinomen. Wann eine Indikation für die komplette Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomie) vorliegt und wie sie durchgeführt wird, beleuchtete Dr. Gregor Hilger näher. Er arbeitet als Chefarzt der Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie am Kreiskrankenhaus Stollberg und weiß, dass dieser operative Routineeingriff bei Vorschulkindern als auch bei Erwachsenen mit einer immer wieder auftretenden

Mandelentzündung angezeigt sein kann. Mit der schwierigen Situation bei endonasalen Stirnhöhlenoperationen beschäftigte sich Prof. Dr. Andreas Leunig von der HNO-Klinik München-Bogenhausen. Die sogenannte Functional Endoscopic Sinus Surgery (FESS) ist eine endoskopisch durchgeführte funktionelle Operation zur Erweiterung der Zugänge zu den erkrankten Nebenhöhlen.

Aus dem Dessauer Klinikum beteiligten sich Dr. Heike Boye, Chefärztin der Klinik für Nuklearmedizin, und Privatdozent Dr. Christof Renner, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie, am HNO-Herbstsymposium. Sie informierten über die Bedeutung der PET-CT-Untersuchungen bei Malignomen im Kopf-Hals-Bereich und über den aktuellen Stand der Behandlung von Vestibularisschwannomen.

Die Themenvielfalt der Tagung spiegelte das diagnostische und therapeutische Leistungsspektrum wider, das Erkrankungen der Kopf-Hals-Region erfordern. „Wir brauchen dafür die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit allen anderen Bereichen der Kliniken und den regelmäßigen Erfahrungsaustausch“, bekräftigte Prof. Dr. Knipping.

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