Prof. Oliver Thews
Prof. Oliver Thews

Professor Dr. Oliver Thews vom Julius-Bernstein-Institut für Physiologie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist zum neuen Präsidenten der „International Society on Oxygen Transport to Tissue (ISOTT)“ gewählt worden. Die Wahl fand auf der diesjährigen 44. Jahrestagung (10. bis 14. Juli 2016) der Gesellschaft in Chicago (USA) statt. In seiner Funktion als Präsident wird Prof. Thews nun die nächste ISOTT-Jahrestagung in der Zeit vom 19. bis 23. August 2017 an der Medizinischen Fakultät in Halle ausrichten (www.isott2017.org).

ISOTT ist eine multidisziplinäre Fachgesellschaft, die sich mit den verschiedensten Aspekten des Sauerstofftransports im Organismus und seiner klinischen Relevanz beschäftigt. Im Fokus stehen hierbei Fragen des Sauerstofftransports im Blut, Analysen der Mikrozirkulation in Geweben sowie die Bedeutung von Sauerstoff beziehungsweise dessen Mangel für zellbiologische Eigenschaften und die Zellatmung. Zudem werden technische Aspekte behandelt, um die Sauerstoffversorgung von Organen im medizinischen Alltag zu messen, wie beispielsweise das Monitoring der Oxygenierung des Gehirns von Frühgeborenen mittels Infrarotlicht sowie die Analyse klinisch relevanter Fragestellungen, zum Beispiel der Bedeutung von Sauerstoff für die Hirnentwicklung.

Prof. Thews forscht und lehrt seit 2010 am Julius-Bernstein-Institut für Physiologie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Bereits seit 25 Jahren befasst er sich in seiner Grundlagenforschung mit der Sauerstoffversorgung von Tumoren. „Dieses Wissen ist beispielsweise für die Strahlentherapie zur Behandlung von Tumoren sehr wichtig. Tumoren zeichnen sich durch eine Unterversorgung mit Sauerstoff aus, wodurch die Therapie weniger wirksam ist“, erklärt Prof. Thews. Daher gebe es Therapieansätze, in denen Patienten während der Bestrahlung reinen Sauerstoff einatmen und die durchaus erfolgreich sind.

Ganz aktuell befasst sich Prof. Thews mit der Fragestellung, welche Bedeutung der Sauerstoffmangel und die hieraus resultierende Übersäuerung des Gewebes für das maligne, das heißt das bösartige metastasierende Verhalten von Tumoren hat.

Prof. Thews hat an der Universität Mainz Humanmedizin studiert und schloss dort auch seine Promotion und Habilitation ab. Seit 1996 ist er Facharzt für Physiologie. Seine Forschungsgebiete sind die therapeutische Bedeutung tumorphysiologischer Parameter, die funktionelle Bildgebung, makromolekulare Medikamententräger sowie eLearning in der Physiologie.

| Pi UKH

Foto: Zentrale Fotostelle UKH