Logo Sachsen-AnhaltDas Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt informiert

In der 36. Kalenderwoche 2016 hat die Berichterstattung zur Influenza-Saison 2016/17 in Sachsen-Anhalt begonnen. Seit 2007 stützt sich die Influenza-Überwachung in Sachsen-Anhalt auf 3 Säulen: die Virologische Surveillance, die Surveillance akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in Kindertagesstätten und die Meldungen der Influenzavirusnachweise nach § 7 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Diese Informationen werden in einem wöchentlichen Bericht verarbeitet und den Gesundheitsämtern, dem Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration, dem Landesverwaltungsamt, den an der Virologischen Surveillance beteiligten Ärzten sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Sie dienen als Indikatoren für Beginn, Höhepunkt und Abklingen der Influenzawelle sowie für die Zirkulation von Influenzaviren und weiteren viralen ARE-Erregern in der Bevölkerung Sachsen-Anhalts.

Der Bericht erscheint wöchentlich auf der Homepage des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt (LAV): http://www.verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/hygiene/infektionsschutz/influenza/akute-atemwegserkrankungen/

Zusammenfassende Bewertung der Saison 2015/16
Die Influenzawelle in der Saison 2015/16 verlief etwas schwächer als die in der Saison 2014/15, ist jedoch ebenfalls als eine starke Influenzawelle zu werten. Gemessen an der Übermittlung labordiagnostisch bestätigter Fälle nach IfSG, der ARE-Aktivität in Kindertagesstätten und an den Ergebnissen der Virologischen Surveillance begann die Influenzawelle in Sachsen-Anhalt in der Saison 2015/16 in der 4. Kalenderwoche (KW), erreichte ihren Höhepunkt in der 10./11. KW und flaute bis zur 16. KW 2016 ab. Vereinzelte Influenzavirusnachweise erfolgten vor und nach diesem Zeitraum.

Während der Influenzawelle 2015/16 dominierten vor allem Influenza-A(H1N1)pdm09-Viren (pandemische Influenzaviren seit 2009) gefolgt von Influenza-B-Viren. Influenza-A(H3N2)-Viren wurden nur bei wenigen Fällen nachgewiesen. Die zirkulierenden Influenza-A- und B-Viren reagierten gut mit den Immunseren der jeweiligen aktuellen Impfstämme. Im trivalenten Impfstoff war jedoch die hauptsächlich zirkulierende Influenza-B-Viruslinie nicht enthalten.

Der detaillierte Jahresbericht „Surveillance für akute respiratorische Erkrankungen (ARE) in Sachsen-Anhalt in der Saison 2015/16“ wurde auf der Homepage des LAV veröffentlicht: http://www.verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/hygiene/infektionsschutz/influenza/akute-atemwegserkrankungen/jahresberichte-und-publikationen/

Influenzaimpfeffektivität von Lebend- und Totimpfstoffen
In der Saison 2015/16 wurde erstmals die Effektivität des tetravalenten Lebendimpfstoffs (LAIV4) und die der trivalenten Totimpfstoffe (TIV) in einer gemeinsamen Studie des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA) und des Landesamtes für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt geschätzt. Hierzu wurde eine Test-negative Fall-Kontroll-Studie basierend auf den Daten der Virologischen Surveillance beider Bundesländer durchgeführt. Die Ergebnisse indizieren, dass der in dieser Saison verwendete LAIV4 bei 7- bis 17- jährigen Kindern und Jugendlichen gut gegen Influenza B schützte. In den TIV war die hauptsächlich zirkulierende Influenza-B-Viruslinie nicht enthalten. Gegen Influenza A(H1N1)pdm09 deuten die Ergebnisse bei 2- bis 6-jährigen Kindern auf einen fehlenden Impfschutz von LAIV4 und auf einen guten Impfschutz der verwendeten TIV hin. Aus der Zusammenschau der Ergebnisse für die zurückliegenden Saisons kann die Empfehlung eines präferentiellen Einsatzes von LAIV oder TIV nicht abgeleitet werden.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wurde auf der Homepage des LAV veröffentlicht: http://www.verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MS/LAV_Verbraucherschutz/hygiene/influenza/Effektivitaet_der_Influenzaimpfstoffe_2015-16.pdf

Aufgrund dieser Daten aus Deutschland und weiterer Daten aus anderen Ländern hat die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) im Epidemiologischen Bulletin 39/2016 eine Stellungnahme veröffentlicht. Die STIKO kommt zu dem Schluss, dass bei Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren eine Überlegenheit des nasalen Lebend-impfstoffs (LAIV) gegenüber den inaktivierten Impfstoffen (IIV) derzeit nicht belegt ist und IIV und LAIV bei 2- bis 17-jährigen Kindern in der Saison 2016/17 gleichwertig angewendet werden können.
Informationen zu den in Deutschland zugelassenen Impfstoffen, den freigegebenen Impfstoffdosen und der Impfstoff-Stammzusammensetzung für die Saison 2016/2017 sind auf der Webseite des Paul-Ehrlich-Instituts zu finden.

Danksagung
Wir danken den an der ARE-Surveillance teilnehmenden Gesundheitsämtern und Kindertagesstätten sowie den an der Virologischen Surveillance teilnehmenden Ärzten und ihren Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit. Weiterhin danken wir dem NRZ für Influenza und dem Medizinischen Labor Prof. Schenk/Dr. Ansorge und Kollegen in Magdeburg für die gute Kooperation.

Korrespondenzadresse:
Dr. Carina Helmeke
Dezernat Gesundheits- und Hygienemanagement
Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt
Große Steinernetischstraße 4
39104 Magdeburg

Tel.: +49 (0) 391 2564 176
Fax: +49 (0) 391 2564 192
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