Referenten Dr. Schulz und Nora Puls
Referenten Dr. Schulz und Nora Puls

„Berührungsängste abbauen“ – das war am Samstag, den 5. November das Thema des Festsymposions „5 Jahre Palliativstation am Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau“.

Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand und Sven Weise (Anhaltinische Krebsgesellschaft) überbrachten Grußworte.Gastreferent Dr. Christian Schulz (Palliativmediziner, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie) stellte das Projekt „30 junge Menschen“ und Nora Puls ihre Erfahrungen als Teilnehmerin des Projektes vor. Zwar sei die Auseinandersetzung mit einer unheilbaren Krankheit heutzutage kein Tabuthema mehr, aber durch die verbesserte Palliativmedizin finde mittlerweile ein „erfahrungsfernes Sterben“ in der Gesellschaft statt, so Dr. Schulz. Dem versuche das Projekt entgegenzuwirken. Das Projekt zeigt in einem Kurzfilm „lebe“ die Erfahrung von Teilnehmerin Nora Puls mit Hanne, einer unheilbar erkrankten Frau und mit deren Tochter. Der Vortrag rüttelte die Festgäste auf und gab Impulse, über das eigene Leben nachzudenken. Die Frage stand plötzlich für jeden Einzelnen im Raum: was möchte ich auf gar keinen Fall bedauern, wenn ich persönlich am Ende meines Lebens stehe.

Dr. Wiegand
Dr. Wiegand

Oberärztin Dagmar Roloff und Stationsleiterin Anja Flier betonten in ihrem Rückblick auf die 5 Jahre Palliativstation, dass es in der konkreten Arbeit immer wieder darum geht, Patienten und ihren Angehörigen Mut zu machen, die Angebote der Palliativpflege und der Palliativmedizin zu nutzen. Individuelle Lebensqualität könne verbessert werden, indem zusätzlich zu der medizinischen und palliativpflegerischen Begleitung konkrete Angebote gemacht werden, wie Kunsttherapie oder Ergotherapie und zusätzlich eine Begleitung durch Psychoonkologie, Sozialdienst und Seelsorge erfolge.

Musikalisch einfühlsam umrahmt und begleitet wurde das Festsymposion durch die Pianistin Almuth Schulz.

| Pi und Fotos: Martha-Maria