Am 23.11.2016 fand der 4. Magdeburger Antiinfektivatag „Update Sepsis: Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Prophylaxe“ auf dem hiesigen Campus im zentralen Hörsaalgebäude statt.
An der Veranstaltung nahmen neben Ärzten, Wissenschaftlern, Pflegekräften und Studenten des Universitätsklinikums zahlreiche externe Ärzte verschiedener Fachdisziplinen teil. Mit insgesamt 170 Teilnehmern wurde ein neuer Besucherrekord für diese Veranstaltung aufgestellt.

Organisiert wurde der Antiinfektivatag im Namen der Antiinfektivakommission von Prof. Dr. Dirk Schlüter und Prof. Dr. Gernot Geginat aus dem Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene. Ziel der Antiinfektivakommission ist es, eine rationale und der lokalen Resistenzsituation angepasste Antiinfektivatherapie am Universitätsklinikum zu gewährleisten. Aus diesem Grund wird die Antiinfektivakommission auch regelmäßig Weiterbildungsmaßnahmen wie den Antiinfektivatag organisieren.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Antiinfektivatages stand die Sepsis, eine der Haupttodesursachen weltweit. Trotz großer Fortschritte bei Impfungen, Antibiotikatherapien und der modernen Intensivmedizin nimmt die Erkrankung zahlenmäßig zu.
Die Veranstaltung bot ein Forum, sich über aktuelle Neuerungen und Pro-bleme bei der Diagnostik, Therapie und Prävention der Sepsis zu informieren und diese zu diskutieren.
Das Programm gliederte sich in zwei Themengebiete: „Klinik und Diagnos-tik“ (Vorsitz: Prof. Dr. Thomas Hachenberg) und „Therapie und Prophylaxe“ (Vorsitz: Prof. Dr. Peter Mertens).

Die international renommierten Sepsisexperten Prof. Konrad Reinhart (Jena) und Prof. Herwig Gerlach (Berlin) stellten in ihren Vorträgen die Früherkennung, Diagnostik, Epidemiologie und Therapie der Sepsis anhand aktualisierter Sepsis-Leitlinien vor. Die Prävention der Sepsis und ihre rasche Diagnose haben einen hohen medizinischen Stellenwert, was die beiden Vorträge zur „Prävention Katheter-assoziierter Sepsis“ und „Qualitätsmanagement bei Sepsis“ von Frau PD Dr. Christine Geffers (Berlin) und Dr. Christian Scheer (Greifswald) ein-drücklich verdeutlichen konnten.

Ergänzt wurde das Programm durch Beiträge von Mitgliedern der Antiinfektivakommission des Klinikums. Dass bestimmte Patientengruppen von einer Sepsis besonders bedroht sind, zeigte der Vortrag von Dr. Enrico Schalk „Sepsis beim immunsupprimierten Patienten“ auf. Die praktische Umsetzung der zeitgemäßen Sepsisdiagnostik wurde gemeinsam von Prof. Dr. Berend Isermann, Dr. Uwe Lodes und Prof. Dr. Dirk Schlüter an einem Fallbeispiel dargestellt.

Es war eine hohe Zunahme der Teilnehmer zu vermerken. Aufgrund des großen Interesses für das Thema war der Anteil an Mitarbeitern der Pflege bei der diesjährigen Veranstaltung höher als bisher. Mitarbeiter der Pflege sollen im Rahmen der Antiinfektivatage auch zukünftig durch die Integration von praxisnahen präventiv bzw. krankenhaushygienisch ausgerichteten Themen angesprochen werden. Aufgrund des Interesses sowie angesichts der Notwendigkeit wird auch im Jahr 2017 wieder ein Antiinfektivatag stattfinden.

Prof. Dr. med. Dirk Schlüter
Vorsitzender der Antiinfektivakommission