Eine Möglichkeit sich als Reservist im Bereich des Katastrophenschutzes ehrenamtlich zu engagieren

Die Erstveröffentlichung dieses Artikels in ähnlicher Form erfolgte im Ärzteblatt Thüringen,
Heft 12/2016, 27. Jahrgang, Seite 687 – 689.


Zusammenfassung
Der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr hat neben der sanitätsdienstlichen Versorgung der Soldatinnen und Soldaten im In- und Ausland den Auftrag, die Beteiligung des Sanitätsdienstes im Bereich der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) sicherzustellen. Zur aktiven Mitarbeit bei den vielfältigen Aufgaben in der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit werden geeignete Angehörige medizinischer Berufe wie Ärzte aller Fachrichtungen, Zahnärzte, Apotheker, Rettungsassistenten und Krankenpfleger zur Unterstützung des Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung (KdoSanEinsUstg) und des Sanitätsregimentes 1 (SanRgt 1) mit Sitz in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) und Berlin gesucht.

Gesetzliche Grundlagen der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit
Die Bundeswehr unterstützt im Rahmen der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit subsidiär zu den zivilen Hilfs- und Katastrophenschutzorganisationen wie Rettungsdiensten, Feuerwehren, THW oder der Bundespolizei, wenn das Ausmaß einer Schadenslage die Leistungsfähigkeit der zivilen Kräfte übersteigt oder ihr Andauern die zivilen Ressourcen erschöpft hat. Diese Hilfeleistung darf im Rahmen verfügbarer Kapazitäten, soweit es der originäre Auftrag der Streitkräfte zulässt, nur so lange erfolgen, bis zivile Einrichtungen und Organisationen zur Durchführung einer entsprechenden Hilfe am Katastrophen- oder Unfallort einsatzbereit sind. In den letzten Jahren stieg die Anzahl von Naturkatastrophen stetig an, die Bedrohung durch terroristische Anschläge ist gegeben und auch Großunfälle geschehen leider immer wieder, teilweise mit einer erheblichen Anzahl von Geschädigten. Die Zivil-Militärische Zusammenarbeit wurde gerade bei Naturkatastrophen, wie z. B. den Elbe-Hochwassern, im Bundesgebiet etabliert und mehrfach erfolgreich praktiziert. Sie stellt damit eine der Säulen des Bevölkerungsschutzes dar.

Das Territoriale Netzwerk
Die Bezirks-und Kreisverbindungskommandos (BVK und KVK) in den einzelnen Bezirken und Kreisen der Bundesländer wurden von der Bundeswehr aufgestellt, um die Zivil-Militärische Zusammenarbeit im Inneren und im regionalen Kontext zu ermöglichen. Die Verbindungskommandos sind grundsätzlich mit lokal ansässigen und ortskundigen Reservisten besetzt. Diese halten Verbindung zu Ämtern, Dienststellen und Institutionen der Katastrophenschutzbehörden und zu Organisationen des zivilen Katastrophenschutzes. Sie beraten mit Fachwissen die Krisenstäbe und Kreisverwaltungen, stimmen deren Forderungen an die Bundeswehr ab und ergänzen im Katastrophenfall den jeweiligen Krisenstab personell.

ZMZ-Stützpunkte
Zusätzlich zu den Reservistinnen und Reservisten im territorialen Netzwerk verfügt die Bundeswehr über ZMZ-Stützpunkte, die im Katastrophenfall besonders geeignete Fähigkeiten der Bundeswehr zur Verfügung stellen. Beim Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr besteht die Möglichkeit einer Beorderung in einer Sanitätskompanie der Verstärkungsreserve für interessierte Angehörige medizinischer Berufe wie Ärzte aller Fachrichtungen, Zahnärzte, Apotheker, Rettungsassistenten, Rettungssanitäter und Krankenpfleger. Die Sanitätskompanien der Verstärkungsreserve unterstützen ihren aktiven Verband im gesamten Aufgabenspektrum bei Ausbildung, Übung und Einsatz sowie insbesondere auch bei der Wahrnehmung der Aufgaben eines Stützpunktes für ZMZ sowie bei nationalen Hilfseinsätzen. Insgesamt stehen in diesen sieben Kompanien bundesweit jeweils 200 Dienstposten für Reservistinnen und Reservisten zur Verfügung.

Sanitätsregiment 1 (SanRgt 1)
Das SanRgt 1, mit Sitz im sachsen-anhaltinischen Weißenfels und in Berlin, ist ein Verband der Sanitätstruppe für die sanitätsdienstliche Unterstützung von Einsätzen zur Krisenbewältigung und Konfliktverhütung, zur Landes- und Bündnisverteidigung und zur humanitären Hilfe sowie von einsatzähnlichen Verpflichtungen. Dieser Sanitätsverband ist dafür mit auf Containern und Zelten basierenden Sanitätseinrichtungen der verschiedenen Versorgungsebenen (erste notfallmedizinische Versorgung bis Einsatzlazarett) ausgestattet. Im Schwerpunkt des täglichen Dienstes steht für das SanRgt 1 primär, im Verbund mit seinen Schwesterregimentern und allen anderen sanitätsdienstlichen Kräften, ständig und weltweit die Sicherstellung der sanitätsdienstlichen Versorgung nationaler und multinationaler Einsatzkontingente. Im Inland kann das SanRgt 1 unter anderem bei Naturkatastrophen und besonders schweren Unglücksfällen auf Antrag im Sinne des Grundgesetztes Hilfe leisten. Dafür wird die Unterstützung von Reservisten in den BVKs, KVKs und Sanitätskompanien der Verstärkungsreserve benötigt. Für die Umgebung Sachsen-Anhalt sind noch einige verantwortungsvolle Dienstposten im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit unbesetzt. In Magdeburg, Anhalt-Jerichow, Bördekreis und Salzwedel sind noch die Stellen als SanStOffz Arzt (Sanitätsstabsoffizier der Reserve) unbesetzt, in Dessau-Roßlau, Anhalt-Bitterfeld, Saalekreis, Stendal, Halle sowie ebenfalls im Landkreis Salzwedel gibt es noch freie Stellen für medizinisches, nicht-ärztliches Personal (Sanitätsfeldwebel der Reserve). Auch ungediente Bewerberinnen und Bewerber könnten so, zusammen mit uns, ihren persönlichen Beitrag zum organisierten Katastrophenschutz leisten.

Ausbildung
Die Arbeit des KdoSanEinsUstg und des SanRgt 1 steht und fällt mit der Qualität und dem Umgang mit den unterstellten Reservisten. Das Stichwort „Führung und Betreuung“ bekommt daher eine besondere Bedeutung. Das Programm beider Dienststellen umfasst hierbei regelmäßige Informationsbriefe, Versorgung mit ZMZ-Dokumenten, halbjährliche Wochenendinformationsveranstaltungen und ein aktives aus Reservisten bestehendes, dichtes und sich im ständigen Austausch befindliches Netzwerk sowie telefonische Erreichbarkeit der beiden Dienststellen zwecks Einzelberatung. Die Reservistinnen und Reservisten der Verstärkungskompanie werden gemeinsam mit den aktiven Angehörigen des Verbandes ausgebildet. Zur Ausbildung gehören selbstverständlich auch Übungen mit Hilfsorganisationen. Für die Ausbildung der Reservistinnen und Reservisten im territorialen Netzwerk sind Teile der Ausbildung als moderne Fernlehrgänge konzipiert, um die Abwesenheit vom Arbeitsplatz für die Reservisten zu minimieren. Nach Abschluss der Ausbildung erfolgt die In-Übung-Haltung durch regelmäßige Trainings- und Fortbildungstagungen zu militärischen und interdisziplinär-medizinischen Themengebieten, welche in der Regel von den zuständigen Kammern als Fortbildung anerkannt und mit Punkten zertifiziert werden. Wenn Sie Interesse haben, sich ehrenamtlich aktiv für den Bevölkerungsschutz im Sinne des Leitsatzes der Bundeswehr „Mach was wirklich zählt“ und dem Leitbild des Zentralen Sanitätsdienstes „Der Menschlichkeit verpflichtet“ zu engagieren, dann kontaktieren Sie uns. Eine Möglichkeit sich über die Leistungsfähigkeit des Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr zu informieren, bietet der „Tag der Bundeswehr“ am 10.06.2017 am Standort Weißenfels. Hierzu sind ab 10.00 Uhr alle Interessenten herzlich eingeladen.

Oberfeldarzt Dr. Katrin Schilling,
Oberstleutnant Mike Voss

Ausführliche Informationen erhalten Sie unter folgender Anschrift:
Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung
G 3.5 Nationale territoriale Aufgaben – Zivil-militärische Zusammenarbeit – Reservistenangelegenheiten
Sachsen-Anhalt-Kaserne
Zeitzer Straße 112, 06667 Weißenfels
E-Mail: kdosaneinsustgzmzres@bundeswehr.org