Nachlese

Wissenschaftliche Vorträge und Live-Operationen gehören schon zum guten Ton des Halleschen Workshops zur hörverbessernden Mikrochirurgie des Ohres und implantierbarer Hörsysteme sowie Cochlea-Implantate.

Doch die Teilnehmer der jüngsten, zum achten Mal stattfindenden Veranstaltung vom 20. bis 22. März 2017 konnten erstmals eine Videoübertragung in 3D erleben. Über eine Entfernung von mehreren Kilometern quer durch die Stadt Halle wurde das Bildsignal per Hochgeschwindigkeitsstandleitung in den Hörsaal des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Direktorin Prof. Dr. med. Heike Kielstein) übertragen und konnte dort auf hochauflösenden 4K-Bildschirmen und mit 3D-Brillen verfolgt werden.
Die Quelle des Bildsignals entstammte zum einen von standardmäßig in der Universitäts-HNO-Klinik vorhandenen HD-Kameras an modernen Operationsmikroskopen, zum anderen auch von einem neuartigen, voll-digitalen Operationsmikroskop.

Universitätsprofessor Dr. med. Stefan K. Plontke, Direktor der Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie des Universitätsklinikums Halle (Saale) und Universitätsprofessor Dr. med. Robert Mlynski, Direktor der Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie „Otto Körner“ der Universitätsmedizin Rostock, führten an drei Tagen Live-Operationen durch. Diese wurden aus dem Zentral-OP des Universitätsklinikums Halle (Saale) in den Hörsaal des Institutes für Anatomie übertragen. Direkt neben dem Hörsaal fanden im Präpariersaal des Aus- und Weiterbildungszentrums für Klinische Anatomie des Institutes die Präparationsübungen statt.
Mit dem neuen Mikroskop und der entsprechenden hauseigenen Übertragungstechnik der Universitätsmedizin Halle wird die Aus-, Weiter- und Fortbildung auf eine ganz neue Stufe gehoben, freuten sich neben den Organisatoren und Operateuren insbesondere auch die Teilnehmer am Workshop. Vor allem bei der hochkomplexen Anatomie und Mikrochirurgie des menschlichen Schläfenbeines hat diese Form der Darstellung herausragenden didaktischen Wert. In diesem Bereich ist eine optimale Visualisierung von besonderer Bedeutung. „Wir hoffen, dass wir diese Technologie nun dauerhaft auch für Routine-Operationen in der Aus-, Weiter- und Fortbildung einsetzen können. So soll sie auch bei den im Herbst anstehenden „Halleschen OP-Wochen“ (www.hallesche-op-wochen.de) eingesetzt werden, die allen Studiengängen der Medizinischen Fakultät offenstehen und im Jahr 2017 zum vierten Mal stattfinden“, sagt Prof. Plontke.

Korrespondenzadresse:
Univ.-Prof. Dr. med. Stefan K. Plontke
Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie
Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg
Ernst-Grube-Str. 40, 06120 Halle (Saale)
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Tel.: 0345/557 1840, Fax: 0345/557 1859