Bei der 8. Interdisziplinären Fachtagung für Wundbehandler standen dieses Jahr zum Thema „Wunde und Heilung“ die Bereiche Ernährung, Hygiene und alternative Heilmöglichkeiten auf dem Prüfstand.

Auch in diesem Jahr fand die alljährliche Fachtagung „Der Wund(e) Punkt“ am 19.05.2017 wie gewohnt im Parkhotel Herrenkrug Magdeburg statt. Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und der ICW konnten sich bereits zum 8. Mal über 250 geladene Ärzte, Schwestern und Pflegekräfte über verschiedene Themen zur Wunde informieren und Erfahrungen austauschen. Damit wurde der ursprüngliche Gedanke der Magdeburger Fachklinik für Venenleiden in Kooperation mit dem Klinikum Magdeburg vom medizinischen Fachpersonal bundesweit aufgegriffen und die Veranstaltung als zertifizierte Weiterbildung etabliert.

Dr. med. H.-H. Ladetzki begrüßte die Referenten und führte in den diesjährigen Schwerpunkt „Wunde und Heilung“ ein. Dabei stellte er die verschiedenen Themen vor, die in mehreren Blöcken aufgeteilt waren. Dr. med. M. Chwoika zeigte auf, dass 70-80 % aller Wundinfektionen durch MRSA entstehen und dass jeder dritte Patient, der MRSA erworben hat, innerhalb eines Jahres auch eine Infektion entwickelt. Schließlich listete er zahlreiche Infektionsreservoirs wie unzureichend gereinigte oder desinfizierte medizinische Geräte auf. Aber auch Wasser- und Belüftungssysteme können eine Infektion begünstigen. Frau S. Grabaum unterstützte ihn, indem sie Hygienemaßnahmen aufzählte und auf entsprechende Desinfektionsmöglichkeiten hinwies.

Noch viel zu wenig Beachtung bei der Wundheilung findet die Ernährung. Dr. med. C. Meißner rät in der Entzündungsphase, beim Gewebeaufbau und in der Erneuerungsphase vor allem zu Vitamin C. Doch auch Proteine sind grundlegend für die Heilung. So empfiehlt er statt der täglichen 0,8 Gramm Proteine pro Kilogramm Körpergewicht bei gesunden Menschen 1,2 Gramm bei kranken. Der letzte Block der 8. Fachtagung widmete sich alternativen Behandlungsmethoden wie Maden, Blutegel, Honig sowie Strom und Wasser. Aber auch ätherische Öle und Homöopathie wurden thematisiert. Herr T. Kuhnke erklärte, wie Lavendel, Zitrone und Rosmarin Europas Wundbilder veränderten und Dr. med. A. Lehmann vervollständigte, dass die Homöopathie „Ähnliches mit Ähnlichem bekämpft“ und so ebenfalls schmerzlindernd, abschwellend und entzündungshemmend wirkt oder auch Hämatome resorbiert.

Als Ausblick wird am 25.05.2018 die 9. Interdisziplinäre Fachtagung für Wundbehandler zu Querschnittsthemen rund um die Wunde stattfinden.
Anmeldungen können ab November 2017 unter www.iffw.de erfolgen.

Grit Otte
Assistenz der Geschäftsführung
MVZ „Herderstraße“

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