Foto: Gabriele Lakomy (Helios Klinik Lutherstadt Eisleben)

Am 06.09.2017 fand nach Absprache mit Frau Dr. Flöther (Leiterin der Schmerzambulanz des UKH Halle) und Herrn Dr. Hanf (Leiter des reg. Schmerzzentrums DGS Halle) sowie Herrn Dr. Freund (CA der Geriatrischen Abteilung der HELIOS Klinik Lutherstadt Eisleben) die Schmerzkonferenz im Akademischen Lehrkrankenhaus Eisleben statt.

CA Dr. Freund stellte im Rahmen seines Vortrages das Geriatriekonzept des Landes vor und leitete anschließend die Besichtigung der geriatrischen Abteilung mit angeschlossener Tagesklinik. Im Rahmen seines Vortrages wurden die richt- und leitlinienorientierte Pharmakotherapie erläutert und auch naturheilkundliche Verfahren (Phytotherapie mit Heublumen und Quarkpackungen) in ihrer Anwendung demonstriert. Auch orthomolekulare/ ernährungsmedizinische Aspekte insbesondere bei den chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen durch erhöhte Einnahme von Omega-3-Fettsäuren in fetten Seefischen (Makrele, Lachs, Hering) fanden Beachtung.

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Gerade bei geriatrischen Patienten mit Multimorbidität (latente Niereninsuffizienz, drohenden Nierenversagen) und cardiopulmonalen Vorerkrankungen stellen NSAR-Dauermedikationen ein Problem dar. Erwähnt wurden diesbezüglich die Gefahren von gastrointestinalen Blutungen und Magen-Darm-Perforationen. Viele geriatrische Patienten erleiden Elektrolytstörungen (Hyponatriämie) und neurologische Begleiterkrankungen (Gangstörungen) mit erhöhter Sturzneigung und neurokognitiven Defiziten. Nicht zuletzt stellt auch die erhöhte Verabreichung von Trizyklika als Coanalgetika der Schmerztherapie ein Problemfeld dieser Patientengruppe dar.

Die Teilnehmer der Fortbildungsveranstaltung wurden nach dem Vortrag von Herrn CA Dr. Freund durch die hoch­moderne, vom Land Sachsen-Anhalt zu 100 % für 6,3 Mio. € geförderte geriatrische Fachabteilung geführt. Die räumliche und apparative Mindestausstattung ist vorhanden, welche sicherstellt, dass die bei der Behandlung älterer Patienten auftretenden komplexen Anforderungen sowohl in akutmedizinischer wie auch rehabilitativer Hinsicht erfüllt werden können.Um die hochkomplexe geriatrische Betreuung zu sichern, ist qualifiziertes Personal notwendig und dringend gewünscht.

Darüber hinaus steht auch eine Palliativeinheit zur Verfügung, die vom CA und einer Oberärztin der Abteilung mit Zusatzbezeichnung Palliativmedizin geleitet wird (ca. 2-5 Palliativpatienten von 39 stationären Geriatriebetten). In
17 Doppelzimmern und 5 Einzelzimmern wird diese spezialisierte Betreuung realisiert. In der ebenerdig angelegten modernen Tagesklinik können Patienten aus dem vollstationären Bereich übernommen und auch primäre Einweisungen von Geriatriepatienten ermöglicht werden. Die angeschlossene schöne, weitläufige Parkanlage der Klink mit integrierter Gangschule und Riechgarten vermittelt den Patienten und Besuchern ein Wohlgefühl und die Kompetenz dieser Einrichtung.

Dr. med. Lutz Hanf