Antragsentwicklung Norddeutsche Schlichtungsstelle 2013 - 2017

2017 war mit 3888 neuen Fällen in der Betrachtung des gesamten norddeutschen Zuständigkeitsbereiches, der sich auf die 10 Landesärztekammerbereiche Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen erstreckt, im Vergleich zum letzten Jahr ein Rückgang der Antragszahlen um 4,5 % zum Vorjahr zu verzeichnen.



Antragsentwicklung in Sachsen-Anhalt

Die Antragsentwicklung der letzten Jahre im Kammerbereich Sachsen-Anhalt zeigt im Vergleichszeitraum einen Rückgang der Antragszahlen um 10,3 % zum Vorjahr.


Entscheidungen in Sachsen-Anhalt 2017

Im Jahre 2017 wurden 175 Verfahren aus dem Kammerbereich Sachsen-Anhalt mit einer Entscheidung über die geltend gemachten Schadenersatzansprüche abgeschlossen. Der Prozentsatz der begründeten Ansprüche (Behandlungs- bzw. Aufklärungsfehler und Kausalität bejaht) lag 2017 bei 22,3 %.

Über die gesamten 2210 Sachentscheidungen der Schlichtungsstelle in 2017 beträgt der Prozentsatz der begründeten Ansprüche (Behandlungs- bzw. Aufklärungsfehler und Kausalität bejaht) 27,7 %.



Die häufigsten Krankheiten, die 2017 in Sachsen-Anhalt zur Anrufung der Schlichtungsstelle führten, waren Arthrose, Frakturen, Schulter-, Muskel-, Oberarm- und Sehnenverletzungen, Cholelithiasis, Appendizitis, chronische ischämische Herzkrankheiten, Angina pectoris, akuter Myokardinfarkt sowie Schulter- und Oberarmfrakturen.


Blick auf die Versorgungsebenen

Die Auswertung der Behandlungsorte (Versorgungsebenen) zeigt, dass die Fälle mit 81 % aus dem Klinikbereich stammen, während der niedergelassene Bereich mit 19 % beteiligt war. Insgesamt handelte es sich in den 175 entschiedenen Fällen um 200 Antragsgegner (Ärzte, Abteilungen), von denen 162 im Krankenhausbereich und 38 im niedergelassenen Bereich anzusiedeln waren.


Die am häufigsten beteiligten Fachgebiete 2017 in Sachsen-Anhalt

Im niedergelassenen Bereich (N=38)

Im Klinikbereich (N=162)


Die häufigsten Fehlerarten

Im Klinikbereich und im niedergelassenen Bereich sind unterschiedliche Fehlerarten festzustellen.
Schwerpunkte im niedergelassenen Bereich gab es bei der allgemeinen Diagnostik (Labor/Zusatzuntersuchungen, Anamnese/Untersuchung), der Durchführung der operativen Therapie, der Aufklärung/Risiko, der Anästhesie sowie bei der konservativen Therapie.



Der Schwerpunkt im Klinikbereich lagen bei der bildgebenden Diagnostik, der Durchführung der operativen Therapie, der allgemeinen Diagnostik (Anamnese/Untersuchung), der Überweisung zum Facharzt/Konsil, bei der Therapie der postoperativen Maßnahmen sowie bei der Indikation.

Zusammenfassend ergibt sich bei Analyse der erhobenen Daten für den Kammerbereich Sachsen-Anhalt kein wesentlich verändertes Bild.


Kerstin Kols, Ass. jur.
Geschäftsführerin

Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen
der norddeutschen Ärztekammern
Hans-Böckler-Allee 3, 30172 Hannover
Tel.: 0511/353939- 10 oder -12
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Internet: www.schlichtungsstelle.de