v. l. n. r.: Prof. Dr. Dr. Walter Wohlgemuth, Prof. Dr. Armin Willingmann und PD Dr. Thomas Klöss
v. l. n. r.: Prof. Dr. Dr. Walter Wohlgemuth, Prof. Dr. Armin Willingmann und PD Dr. Thomas Klöss

Der Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, hat am 26. März 2018 den derzeit weltweit besten kommerziell verfügbaren Computertomographen in der halleschen Universitätsmedizin eingeweiht. Das Gerät kostete 1,755 Millionen Euro und wurde nach erfolgreicher Begutachtung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) aus Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt für die Großgeräteförderung finanziert.

„Es ist der erste CT dieser Art in Sachsen-Anhalt“, erklärt Prof. Dr. Dr. Walter Alexander Wohlgemuth, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Radiologie. In seiner Klinik ist das Gerät beheimatet. Die Radiologie ist für alle bildgebenden Verfahren wie MRT, Röntgen und CT zuständig, führt aber auch selbst Eingriffe unter Einsatz von bildgebenden Verfahren durch. Professor Wohlgemuth ist seit Juni 2017 in Halle tätig und baute in dieser Zeit das Interdisziplinäre Zentrum für angeborene Gefäßanomalien auf. Es ist auf Basis der Patientenzahlen mittlerweile das größte seiner Art in Deutschland. „Spitzenmedizin braucht qualifizierte Ärzte und modernste Technik. Mit dem neuen CT-Gerät schließt das Uniklinikum Halle (Saale) zur Weltspitze auf. Deutlich geringere Strahlung, präzisere Bilder und schnellere Diagnosen – davon werden Patientinnen und Patienten sowie auch Medizinerinnen und Mediziner und Forschende profitieren.

Die knapp 1,8 Millionen Euro vom Land sind gut investiert, denn die Anschaffung der weltweit modernsten CT-Anlage ist ein Meilenstein für die Universitätsmedizin in Halle und darüber hinaus, betonte Wissenschaftsminister Prof. Willingmann. In Deutschland sind etwa ein Dutzend dieser „Somatom FORCE-CT“ im Einsatz. Das Gerät wird zur Bildgebung, beispielsweise nach Unfällen, und für interventionelle Eingriffe eingesetzt. Die Bandbreite reicht von der Kardiologie, Onkologie, interventionellen Radiologie, Pneumologie, Pädiatrie bis zur Unfall- und Viszeralchirurgie. So können Herzkranzgefäße untersucht werden, aber genauso die Lunge oder feinste Knochenstrukturen dargestellt werden. Das neue Gerät ist ein sogenannter Dual-Source-Computertomograph, der mit zwei Strahlungsröhren und Detektor-Systemen ausgestattet ist. Dadurch kann der 384-Zeilen-CT mit einer extrem hohen Geschwindigkeit die Aufnahmen erzeugen, die zudem präziser sind.

Der FORCE-CT ist schneller als bisherige Geräte – so kann ein Oberkörper in weniger als einer Sekunde abgetastet werden. Der Scan eines Herzens, beispielsweise zum Ausschluss der Erkrankung der Herzkranzgefäße, erfolgt in Sekundenbruchteilen. Bei Kindern kann in den meisten Fällen auf eine Sedierung für die CT-Untersuchung verzichtet werden. Insgesamt haben Alter, Körpergewicht und Krankheitszustand weniger Einfluss auf den Einsatz des CT.

| Pi (Auszug) UKH

Foto: Fotostelle UKH