Eine vielbeachtete Regionalveranstaltung feiert ihr Jubiläum

Venensymposium Bad Lauchstädt
Diesjährige Veranstaltung im Großen Kursaal in Bad Lauchstädt
Foto: Susann Stadie/Privat

Das Bad Lauchstädter Venensymposium ist eine regionale Fortbildungsveranstaltung für phlebologisch interessierte Ärzte und medizinisches Fachpersonal. Am 5. Mai dieses Jahres fand dieses Symposium zum 25. Mal statt. Damit ist das Bad Lauchstädter Venensymposium eine der ältesten Phlebologischen Fortbildungsveranstaltungen in Deutschland und seit dem Jahr 1991 nicht mehr aus dem Phlebologischen Fortbildungskalender wegzudenken. Aufgrund dieses Jubiläums lohnt es sich, auf 25 Jahre Bad Lauchstädter Venensymposium zurückzublicken.

Der 4. Mai 1991 war nun also der Start für diese Fortbildungsveranstaltung und sie fand, wie die 25. Tagung auch, im Großen Kursaal im Kurpark der Goethestadt Bad Lauchstädt statt. Initiator dieses ersten Symposiums war Herr Dr. med. Klaus-Peter Preusser, ein Chirurg mit der Subspezialisierung Gefäßchirurgie. Er war ab 1962 an der Chirurgischen Universitätsklinik in Halle tätig. Ab 1997 engagierte er sich zunehmend in der Operativen Dermatologie, wo er sich hauptsächlich der Melanomchirurgie widmete. Dabei vernachlässigte er nie seine besondere Liebe zu den Venen. So war es ab dieser Zeit üblich, dass vor allen Dingen in der Hautklinik Varizenbehandlungen und Varizenoperationen durchgeführt wurden. Dieses phlebologische Tätigkeitsfeld führte dann letztlich auch zur Gründung des Bad Lauchstädter Venensymposiums im Jahr 1991.

Neben Herrn Preusser sind noch zwei weitere Herren zu nennen, die durch ihre Vortragstätigkeiten in den ersten Jahren dieses Symposium entscheidend mitgeprägt haben. Dies ist zum einen Herr Privatdozent Dr. med. Oswald Petter, ein Dermatologe und Phlebologe mit zuletzt eigener Praxis in Torgau.

Herr Petter hat sich vor allem einen Namen für den Aufbau und die Entwicklung einer organisierten Phlebologie in der ehemaligen DDR gemacht. Er war Vorsitzender der neugegründeten interdisziplinären Sektion Phlebologie, der Dermatologischen Gesellschaft der DDR. Nach der Wende setzte er sich persönlich für den Zusammenschluss von Ost und West zu einer gesamtdeutschen Gesellschaft für Phlebologie ein.

Zum anderen ist Herr Prof. Dr. med. Hubert Podhaisky zu nennen, der 44 Jahre als Internist, Angiologe, Kardiologe und Hochschullehrer am Universitätsklinikum Halle/Saale und der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg tätig war. Im Mittelpunkt seiner beruflichen Tätigkeit standen die Angiologie und hier insbesondere die sonographischen Methoden, die sich im Laufe seines Berufslebens rasant entwickelten.

Diese drei Herren haben insbesondere in den 1990er Jahren das Bad Lauchstädter Venensymposium geprägt und stellten letztendlich auch das Gesicht dieser Veranstaltung dar. Die zweite Veranstaltung fand dann am 9. Mai 1992 statt. Während die ersten vier Symposien vornehmlich mit hiesigen regionalen Referenten bestückt waren, gelang es dann erstmals zum 5. Venensymposium am 6. Mai 1995 dieser Veranstaltung einen internationalen Anstrich zu verleihen. Denn zum 5. Bad Lauchstädter Venensymposium hielt Dr. med. Robert Stemmer aus Straßburg im Elsass/Frankreich einen beachtenswerten Vortrag über die Varizenverödung. Robert Stemmer war ein niedergelassener Angiologe und Leiter der Phlebologischen Poliklinik in der Chirurgischen Klinik der Straßburger Universität von 1970 bis 1985. Hier beschrieb er 1976 auch das nach ihm benannte Stemmer’sche Zeichen, welches bis heute für die klinische Diagnose eines Lymphödems unersetzlich ist.

Schon zwei Jahre später, zum 7. Bad Lauchstädter Venensymposium am 10. Mai 1997, war ein weiterer großer Phlebologe unserer Zeit in Bad Lauchstädt zu Gast. Hier hielt Professor Dr. Wolfgang Hach seinen ersten Vortrag über die Chirurgie der primären Varikose auf dieser Veranstaltung. Wolfgang Hach ist ein deutscher Chirurg und Internist, der zuletzt die Position des Ärztlichen Direktors an der William-Harvey-Klinik in Bad Nauheim innehatte. Ihm sind grundlegende phlebologische Erkenntnisse und Methoden zu verdanken, die zum großen Teil heute noch Gültigkeit haben. Hier ist vor allem zu nennen: die Beschreibung der aszendierenden Pressphlebographie, seine geniale Einteilung der kompletten Stammvarikosis der Vena saphena magna und parva in 4 bzw. 3 Stadien, Beschreibung der Leitveneninsuffizienz, des arthrogenen Stauungssyndroms, der paratibialen Faszitomie und der Fasziektomie. Insgesamt sollte Professor Hach dreimal nach Bad Lauchstädt kommen, jedes Mal mit seiner netten Frau und immer begeistert von der Lieblichkeit der Goethestadt Bad Lauchstädt.

Das 8. Venensymposium ein Jahr später am 8. Mai 1999 war für den Autor dieses Artikels ein großer Moment. Hier hielt Herr Dr. med. Volker Stadie seinen ersten Vortrag als junger Assistenzarzt der Universitätsklinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie in Halle an der Saale. Zu diesem Zeitpunkt konnte er nicht ahnen, dass er auch die 25. Jubiläumsveranstaltung in diesem Jahr leiten und organisieren würde.

Das 10. Bad Lauchstädter Venensymposium am 19. Mai 2001 stellt wiederum eine kleine Zäsur dar, da dies das letzte Venensymposium war, welches von Herrn Dr. med. Klaus-Peter Preusser organisiert und geleitet wurde. Zu diesem Symposium konnten wir wiederum Herrn Professor Hach begrüßen, der mit seinem Vortrag über Richard von Volkmann und die Chirurgie seiner Zeit an der Friedrichs-Universität zu Halle einen großartigen und bewegenden Vortrag hielt.

Ab dem 11. Venensymposium, welches am 10. Mai 2003 stattfand, übernahm nun Herr Dr. med. Volker Stadie die wissenschaftliche Organisation und Leitung dieses Symposiums.

Auch ihm gelang es, international bekannte hochrangige Referenten nach Bad Lauchstädt zu holen. Hier seien nur beispielhaft genannt: Hugo Partsch, ein Altmeister der Phlebologie, der sich um die Kompression enorme Dienste erworben hat, Achim Mumme, Hans-Joachim Hermanns, Joachim Dissemond, Viola Hach-Wunderle, Karsten Schrör, Thomas Hertel, Wilfried Schmeller, Ernst Chantelau, Manfred Hagedorn, Eckhard Hanecke, Wolfgang Ch. Marsch und auch wiederum Wolfgang Hach sowie zur Jubiläumsveranstaltung in diesem Jahr Walter Wohlgemuth. Des Weiteren war dieses Symposium auch immer eine Bühne für junge Assistenzärztinnen und -ärzte aus der Universitätshautklinik zu Halle, die dort zum großen Teil ihre ersten Vorträge vor einem größeren Publikum halten durften. Damit besaß dieses Symposium immer eine gesunde Mischung aus erfahrenen, hochkarätigen Referenten und dem jungen klinischen und wissenschaftlichen Nachwuchs.

In den Jahren von 1991 bis 2018 unterstützten 72 verschiedene pharmazeutische Unternehmen dieses Symposium, einige davon begleiteten es über viele Jahre. Weiterhin konnten wir in den 25 Jahren des Bad Lauchstädter Venensymposiums 88 unterschiedliche Referenten begrüßen. Diese Zahlen unterstreichen die Vielseitigkeit und die Unabhängigkeit dieses Venensymposiums. Eine Kongressfirma oder ein anderer Dritter war an der Organisation oder Auswahl des wissenschaftlichen Programms nie beteiligt. Die Jubiläumsveranstaltung am 5. Mai 2018 war wiederum ein voller Erfolg und wurde gekrönt mit einer Führung durch die Meckelschen Sammlungen, die Professor Dr. Rüdiger Schultka höchst persönlich für uns geleitet hat.

Insgesamt war die Resonanz von allen Seiten äußerst positiv und dies bestärkt mich auch weiterhin, in den folgenden Jahren diese einzigartige Veranstaltung zu organisieren und zu leiten. An dieser Stelle danke ich allen Beteiligten, die zum Gelingen dieser außergewöhnlichen Veranstaltung in Bad Lauchstädt beitragen und in der Vergangenheit beigetragen haben.

Dr. med. Volker Stadie

Korrespondenzanschrift:
Dr. med. Volker Stadie
Leitender Oberarzt
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie
Ernst-Grube-Str. 40, 06120 Halle (Saale)
Sekretariat Tel.: 0345 557 2685
Fax: 0345 557 2492
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