9. Interdisziplinäre Fachtagung für Wundbehandlung

Dr. med. B. Brinkers, PD Dr. med. habil. J. Tautenhahn, Dr. med. C. Zemlin, Dr. med. H. Bien, Dr. med. T. Schilling, G. Pliske, Ch. Burkert, Dr. med. H.-H. Ladetzki (fehlend Dr. med. M. Brinkers, B. Temme, Dr. med. C. Meißner)
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Der Ansturm zur alljährlichen Fachtagung „Der Wund(e) Punkt“ am 25.05.2018 bestätigte die Veranstaltung als etablierte Weiterbildung in Sachsen-Anhalt. Über 200 Krankenschwestern, Pflegende und Therapeuten fanden sich wie gewohnt im Dorint Herrenkrug Parkhotel Magdeburg ein. Auch das Interesse der Ärzte konnte vermehrt geweckt werden, sodass bereits jeder fünfte Teilnehmer Mediziner war. Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und der ICW informierten sich bereits zum 9. Mal Fachkundige über die Herausforderungen in der Wundbehandlung. Sowohl die referierenden Experten als auch die zahlreichen Industrieaussteller standen den Wissbegierigen zum Erfahrungsaustausch zur Verfügung, sodass auch die 9. IFFW wieder ein voller Erfolg wurde.

Die wissenschaftlichen Leiter Dr. med. H.-H. Ladetzki, Ärztlicher Leiter und Geschäftsführer des MVZ „Herderstraße“ sowie Priv.-Doz. Dr. med. habil. J. Tautenhahn, Chefarzt Klinik für Gefäßchirurgie am Klinikum Magdeburg, erstellten ein facettenreiches Programm zu Anamnese, Diagnostik und Therapie chronischer Wunden. Dabei wurden die Themengebiete in mehrere Blöcke aufgeteilt, immer darauf bedacht, gegenwärtige Fragestellungen zu diskutieren.

Dr. med. M. Brinkers, Facharzt für Psy-chiatrie und Psychotherapie sowie Schmerztherapeut am Universitätsklinikum Magdeburg, veranschaulichte so den Umgang mit Opioiden an beispielhaften Alltagsfällen und zeigte insbesondere deren Gebrauch und Wirkungsweise auf. Er verwies auch auf die aktuelle Handhabung mit Cannabis und referierte über Perspektiven in der Schmerztherapie.

Dem Assistenzarzt G. Pliske, Unfallchirurg am Universitätsklinikum Magdeburg, waren rechtsmedizinische Aspekte ein Anliegen. Er betonte, dass es in Magdeburg vier Anlaufstellen gäbe, die bei entsprechenden Informationen Ermittlungen einleiten würden. Insbesondere verwies er auf die Eigenverantwortung und Meldepflicht eines jeden und die Entbindung der Schweigepflicht bei vermuteten Straftaten. Dabei dürfe man aber nie vergessen, dass „so notwendig und dringlich die Meldepflicht ist, immer die Notfallversorgung des Patienten und die Rettung seines Lebens Vorrang haben.“

Auch Dr. med. C. Meißner, Facharzt für Chirurgie und Ernährungsmediziner am Klinikum Magdeburg, zeigte ein brisantes Thema auf: „Wunde und Adipositas programmieren und duplizieren sich“. Er sieht den Arzt als Motivierenden und Wegbereitenden des Patienten, denn Adipositas Grad III könne bei einer Vielzahl von Erkrankungen die durchschnittliche Lebensdauer um 20 Jahre verkürzen und das gilt es aufzuhalten. Er weiß aber auch, dass insbesondere die Erwartungshaltung und Einstellung des Patienten den Erfolg beeinflussen. Als Ausblick wird am 24.05.2019 die 10. Interdisziplinäre Fachtagung für Wundbehandler zu Querschnittsthemen rund um die Wunde stattfinden. Anmeldungen können ab November 2018 erfolgen unter www.iffw.de.

Grit Otte
Assistenz der Geschäftsführung
MVZ „Herderstraße“
Herderstraße 21
39108 Magdeburg