„25 Jahre muss man erstmal schaffen“, würdigte der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Reiner Haseloff am 29. September 2018 einen gemeinnützigen Verein, der viel bewegt hat. Das Jubiläum repräsentiert ein Vierteljahrhundert ehrenamtlicher Tätigkeit, in denen das Tumorzentrum Anhalt am Städtischen Klinikum Dessau e. V. wertvolle Dienste sowohl im Sinne der Vernetzung im Gesundheitswesen und im Sinne der Transparenz durch die Registerarbeit als auch und vor allem zum Wohle der Krebspatienten leistete. Am 29. September 1993 schlug einst die Gründungsstunde des Tumorzentrums Anhalt auf Initiative von Mitgliedern des Städtischen Klinikums Dessau insbesondere von Prof. Dr. med. habil. Hans-Dieter Göring.

Vorsitzende und Mitglieder des Tumorzentrums Anhalt am Städtischen Klinikum Dessau e. V.
Vorsitzende und Mitglieder des Tumorzentrums Anhalt am Städtischen Klinikum Dessau e. V. (v. l. n. r.): Dr. med. A. Dyrna, Verwaltungsdirektor des Städtischen Klinikums Dessau (SKD); Univ.-Prof. Dr. med. Prof. honoraire Dr. h.c. C. Zouboulis, Chefarzt der Hochschulklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Immunologisches Zentrum des SKD; Prof. Dr. med. habil. H. Göring, Ehrenvorsitzender des Tumorzentrums Anhalt am SKD; Prof. Dr. med. U. Rebmann, Amtierender Vorsitzender des Tumorzentrums Anhalt am SKD; Prof. Dr. med. habil. M. Plauth, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin des SKD; Dr. med. Joachim Zagrodnick, Ärztlicher Direktor des SKD und Dr. med. U. Krause, Leitender Oberarzt des Institutes für Pathologie des SKD (Foto: Grit Hachmeister)

Nach 25 Jahren ergibt sich eine bemerkenswerte Bilanz. Elf Krankenhäuser gehören zu den Kooperationspartnern und seit 2006 ist der Verein Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tumorzentren. Damit gehört das Tumorzentrum Anhalt zur Bundesliga in diesem Bereich. Dank der wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Tumorkonferenzen sind 5.500 Konsile dokumentiert, in denen 3.500 Patienten besprochen wurden. Der alljährliche Aktionstag erreicht mit laienverständlichen Medizinervorträgen zahlreiche Patienten, Angehörige sowie Interessierte und informiert über den aktuellsten Stand von Diagnostik- und Therapiemethoden.

Koordination, Information, Weiterbildung

Prof. Göring und Prof. Rebmann
Prof. Göring und Prof. Rebmann während der Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des Tumorzentrums Anhalt am Städtischen Klinikum Dessau (Foto: Sylvana Weber)

„Die Behandlungs- und Heilungschancen verbesserten sich in den letzten 25 Jahren deutlich. Dank innovativer Medizin können heute viele Menschen mit Krebserkrankungen länger und bei relativ guter Lebensqualität überleben“, weiß der amtierende Vereinsvorsitzende Prof. Dr. med. Udo Rebmann, der Chefarzt und Ärztliche Direktor des Diakonissenkrankenhauses Dessau gGmbH.

Von Beginn an führte das Tumorzentrum Anhalt ein Epidemiologisches Krebsregister im mehr als 500.000 Bewohner umfassenden Einzugsgebiet und organisierte die monatliche Weiterbildung von Ärzten und Schwestern auf dem Gebiet der Krebserkrankungen. In 25 Jahren konnten 13.000 Ärzte und Schwestern weitergebildet werden. Die erreichten Leistungen gewinnen umso mehr an Bedeutung, da der gemeinnützige Verein von dem ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder lebt und sich ausschließlich über Spenden finanziert. Dementsprechend hochkarätig gestaltete sich die Riege der Gratulanten, die sich zur Festveranstaltung am 29. September 2018 des Tumorzentrums Anhalt in Dessau-Roßlau einfanden.

Prof. Rebmann, Prof. Göring, Prof. Maio und Prof. Bonk
v. l. n. r.: Prof. Rebmann, Prof. Göring, Prof. Maio und Prof. Bonk
(Foto: Sylvana Weber)

Repräsentanten aus Politik und Ärzteschaft kamen zur Würdigung des in 25 Jahren zurückgelegten Weges zusammen. Der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt und die Oberbürgermeisterin der Stadt Dessau-Roßlau lobten die Vereinsleistung ebenso wie die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt und der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt.

Der Festvortrag des international führenden Medizinethikers Prof. Dr. Giovanni Maio setzte einen Glanzpunkt der Veranstaltung, den das am Abend im Anhaltischen Theater Dessau stattfindende Benefizkonzert der Band „Die Prinzen“ weiter erstrahlen ließ. Die Band gehört seit Jahren zu den Großspendern und Ehrenmitgliedern des Vereins. Deren Anzahl stieg indessen auf 13, denn im Rahmen der Festveranstaltung wurden fünf Persönlichkeiten zu Ehrenmitgliedern des Tumorzentrums Anhalt ernannt: Dr. Anja Schneider, Geschäftsführerin der Anhaltischen Hospiz- und Palliativgesellschaft, Detlef Friedrich, Unternehmer aus Möckern, Manfred Kopf aus Dessau, Prof. Dr. Mathias Plauth, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin des Städtischen Klinikums Dessau und Prof. Dr. Ulrich Bonk, langjähriger Direktor des Zentrums für Pathologie in Bremen und Gründer des dortigen Tumorzentrums.