Kompetenz – Herz – Augenmaß/Wissen – Haltung – Erfahrung

Weiterbildungsveranstaltung zum Thema „Palliative Geriatrie“Am 19.9.2018 fand eine Weiterbildungsveranstaltung zum Thema „Palliative Geriatrie“ in der Helios-Klinik Lutherstadt Eisleben statt. Ca. 40 Teilnehmer, darunter Ärzte, Therapeuten Logopädie, Psychologie, Physiotherapie, Sozialarbeiter), Leiter von Pflegeeinrichtungen sowie ehrenamtliche Mitarbeiter des hiesigen Hospizdienstes informierten sich zum Thema Geriatrie und besichtigten im Anschluss die moderne Geriatrische Fachabteilung mit integrierter Palliativeinheit, welche vom Land Sachsen-Anhalt zu 100 % gefördert wurde.

Geriatrische Medizin findet laut den bekannten Dimensionen der Geriatrie auch bis zum bzw. angesichts des Todes statt. In den Geriatrischen Zentren des Landes sind überwiegend die Voraussetzungen für die Geriatrische Frührehabilitation geschaffen worden, es sollten aber auch bzgl. der palliativen Betreuungsmöglichkeiten der zukünftig zahlenmäßig anwachsenden hochbetagten Patienten (entsprechend der demografischen Entwicklung zunehmend mehr Bedeutung) die medizinischen Qualifikationen flächendeckend vorgehalten werden. Die Bevölkerungsgruppe der über 80-jährigen ist die am stärksten wachsende Bevölkerungsschicht. Das Vorhalten einer Palliativeinheit hat sich im HELIOS-Klinikum Lutherstadt Eisleben bewährt, wie in den Vorträgen zu hören war. Es kann nicht überall große Palliativstationen geben, das wäre unrealistisch – auch wenn dies wünschenswert wäre laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

Die Übergänge der Altersmedizin (Geriatrie) zur Palliativmedizin sind fließend. Beide Medizinbereiche verbinden viele gemeinsame Ziele und Grundgedanken. Weiterhin ist bei beiden Fachrichtungen der Ansatz multiprofessionell und teamorientiert. Die Gemeinsamkeiten der Geriatrie und Palliativmedizin bestehen darin, dass in der letzten Lebensphase beide Medizinbereiche diese Patienten versorgen – nämlich vulnerable Menschen mit komplexen Behandlungsbedarfen in der letzten Lebensphase (Dr. Ernst MDK Nord DGG/DGGG – Kongress Köln 8.9.2018).

Es muss eine bedürfnisorientiere Versorgung mit dem Fokus auf Erhalt der Autonomie, Teilhabe und Lebensqualität umgesetzt werden. Die Nebendiagnosen: Herzinsuffizienz/chronische Atemwegserkrankungen aber auch Demenz sind bei geriatrischen Patienten zahlenmäßig deutlich häufiger anzutreffen als bei jüngeren Palliativpatienten und zusätzlich zu behandeln, auch ist der Pflegebedarf bei geriatrischen Palliativpatienten um ca. 20 % höher als bei jüngeren Tumorpatienten (Genz et al. ZfGG 2010 ), was die erforderlich hohe personelle Besetzung begründet – vor allem auch in der Geriatrie.

Die Qualitätsanforderungen wurden im Rahmen des Qualitätssiegels Geriatrie definiert. Bisher konnten dieses Siegel nur 3 Einrichtungen in Sachsen-Anhalt erlangen, obwohl dies im Geriatriekonzept des Landes Sachsen-Anhalt als empfohlener Qualitätsstandard definiert wurde.

Dr. med. Henning Freund
Chefarzt Geriatrische Abteilung
und Geriatrische Tagesklinik
Hohetorstraße 25
06295 Lutherstadt Eisleben

Foto: Laura Herklotz, Helios Klinik Eisleben Ergotherapie