Professor Walter Wohlgemuth erklärt dem Ministerpräsident Reiner Haseloff die Funktion des MRT im Uniklinikum Halle (Saale)
Professor Walter Wohlgemuth erklärt dem Ministerpräsident Reiner Haseloff die Funktion des MRT im Uniklinikum Halle (Saale)

Die Gründung des Interdisziplinären Zentrums für Gefäßanomalien am Universitätsklinikum Halle (Saale) wurde mit einer vielbeachteten Fachtagung der Deutschen interdisziplinären Gesellschaft für Gefäßanomalien (DiGGefa) begangen.

Am Wochenende 26./27. Oktober 2018 hoIte die noch junge Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft für Gefäßanomalien (DiGGefa) namhafte Experten nach Halle. Prof. Dr. Dr. Walter Wohlgemuth, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Radiologie sowie Präsident und Mitbegründer der DiGGefa, richtete den Kongress anlässlich der Gründung seines Interdisziplinären Zentrums für Gefäßanomalien (IZG) am Universitätsklinikum Halle (UKH) aus, das größte Zentrum bundesweit. Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff erklärte: „Jede Initiative, die Diagnose- und Heilungschancen für Patientinnen und Patienten mit seltenen Erkrankungen verbessert, begrüße ich ausdrücklich. In diesem Zusammenhang ist die Eröffnung des Interdisziplinären Zentrums für Gefäßanomalien ein weiterer wichtiger Schritt. Ich freue mich, dass ein solches Zentrum in Sachsen-Anhalt verankert ist und Patienten aus ganz Deutschland offensteht.“

„Mit Professor Wohlgemuth ist ein bundesweit anerkannter Experte nach Sachsen-Anhalt gekommen“, freut sich Ärztekammerpräsidentin Dr. Simone Heinemann-Meerz. Die positive Entwicklung dieses neuen Leistungsschwerpunkts am UKH und die interdisziplinären Strukturen mit über zehn Fachdisziplinen hob der Ärztliche Direktor Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Moesta, seit Kurzem im Amt, hervor. Er lobte die strategische Ausrichtung der Radiologie. „Das Fach als klinische Radiologie mit eigener Ambulanz und als bettenführende Abteilung zu etablieren, ist zukunftsweisend. Minimalinvasive Verfahren sind die Zukunft“, so Moesta.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und hervorragend besucht. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Diagnostik und Therapie von seltenen Gefäßerkrankungen wurden von namhaften Referenten aus dem deutschsprachigen Raum vorgestellt und intensiv diskutiert. Patientenvertreter stellten die oft langen Leidenswege aufgrund insuffizienter Versorgungsstrukturen dar. Die DiGGefa verfolgt das Ziel, die Versorgung für die Patienten mit dieser seltenen Erkrankung zu verbessern. Sie schafft Strukturen der Vernetzung und organisiert Fort- und Weiterbildungen, wie am 26. Oktober 2018 eine Klinische Masterclass Gefäßanomalien. Über 70 Ärzte haben sich dort in einem Intensivseminar weitergebildet.

Das Wichtigste sei, Kenntnisse über diese seltene und oft schwierig diagnostizierbare Krankheit zu vermitteln, so Wohlgemuth, der sich über die erfolgreiche Tagung freut „Dieses Ziel ist erreicht. Das hohe Interesse an der Masterclass bestätigt uns. Besonders freut mich die positive Resonanz zu unserem Compendium Gefäßanomalien“, ein wissenschaftlich-fundiertes Online-Nachschlagewerk mit klinischen Fällen, das kostenfrei abrufbar ist unter www.compgefa.de. „Damit haben wir einen großen Schritt getan, um unser Wissen weiterzugeben und damit vielen Patienten zu helfen.“

Zur Person:
Professor Dr. Dr. Walter Wohlgemuth ist seit Juni 2017 Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Radiologie am Universitätsklinikum Halle (Saale) und Ordinarius an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er ist Mitbegründer und Präsident der Deutschen interdisziplinären Gesellschaft für Gefäßanomalien (DiGGefa), die das Compendium Gefäßanomalien betreibt.

Informationen zur DiGGefa:
Auf Initiative von Prof. Dr. Dr. Walter Wohlgemuth mit Unterstützung von Werner Siebert, Unternehmer und Betroffener einer Gefäßanomalie, Anfang 2017 gegründete interdisziplinäre Gesellschaft (www.diggefa.de). Gefäßanomalien sind relativ selten („orphan disease“), treten in sehr unterschiedlicher Ausprägung im Kindes- und jungen Erwachsenenalter auf. Sie müssen überwiegend interdisziplinär behandelt werden. Der medizinisch-technische Fortschritt in der Behandlung bringt laufend neue Erkenntnisse. Diese Rahmenbedingungen führen dazu, dass eine hohe Versorgungsqualität für die Patienten eine immense Herausforderung darstellt. Dezidiertes Wissen unterschiedlicher Fachdisziplinen ist erforderlich, um die sehr individuellen Ausprägungen eindeutig zu diagnostizieren und optimal zu behandeln.

Mitglieder des Vereins sind bisher 50 medizinische Experten verschiedener Fachdisziplinen aus dem deutschsprachigen Raum, die sich mit der Behandlung von Gefäßanomalien beschäftigen. Erwähnenswerter Erfolg ist die Online Datenbank „Compendium Gefäßanomlien“, kurz www.compgefa.de: Ein in seiner Art einzigartiges freizugängliches Nachschlagewerk mit wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen und klinischen Fällen. Das Compendium wird stetig ausgebaut und aktualisiert. Das Projekt ist rein spendenfinanziert, nicht kommerziell und wird internationalisiert.

| Pi Deutsche interdisziplinäre Gesellschaft für Gefäßanomalien e. V.

Fotos: Daniel Gandyra