Neuer Biomarker macht Diagnostik in der Endoprothetik sicherer

Mitarbeiter der Arbeitsgruppe der Orthopädischen Universitätsklinik
Mitarbeiter der Arbeitsgruppe der Orthopädischen Universitätsklinik (v. l.): Ann-Kathrin Meinshausen, Prof. Dr. Jessica Bertrand, PD Dr. Alexander Berth, Dr. Nicole Märtens, Prof. Dr. Christoph H. Lohmann und Dr. Jaqueline Färber (Foto: Elke Lindner/Uniklinik Magdeburg)

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten mit dem Preis für klinisch-orthopädische Forschung. Dieser wurde 2018 an Magdeburger Orthopäden verliehen. Überreicht wurde die Auszeichnung stellvertretend für die Arbeitsgruppe der Orthopädischen Universitätsklinik Magdeburg mit Ann-Kathrin Meinshausen, Dr. Nicole Märtens, PD Dr. Alexander Berth, Dr. Jaqueline Färber, Prof. Dr. Friedemann Awiszus, Dr. Paolo Macor und Prof. Dr. Christoph H. Lohmann an Prof. Dr. Jessica Bertrand, die den Forschungsbereich Experimentelle Orthopädie der Klinik leitet.

Übergabe des Preises
Übergabe des Preises an Prof. Dr. Jessica Bertrand durch den Kongresspräsidenten Prof. Dr. Werner Siebert (re.) und den Generalsekretär Prof. Dr. Bernd Kladny (Foto: privat)

Der im zweijährigen Turnus verliehene Preis für klinisch-orthopädische Forschung, der mit 10.000 Euro verbunden ist, würdigt die wegweisende Arbeit der Magdeburger Wissenschaftler zum Thema der Differentialdiagnostik im Rahmen von periprothetischen Infektionen. In dieser klinisch-translationalen Arbeit konnten die Forscher einen neuen Marker identifizieren, der praktisch bei allen infizierten Endoprothesen im periprothetischen Gewebe erhöht exprimiert ist, während dieses bei aseptischen Zuständen nicht beobachtet werden kann. Diese Arbeit hat die Jury überzeugt, kann hieraus doch ein neuer Biomarker abgeleitet werden.

Bei einer korrekten Indikationsstellung gehört die Implantation eines künstlichen Gelenkersatzes zu den erfolgreichsten Operationen in der Medizin. „Für den weitaus überwiegenden Teil der Patienten bedeutet ein solcher Eingriff eine deutliche Verbesserung der Beweglichkeit, Schmerzlinderung und somit der Lebensqualität“, betont Klinikdirektor Professor Lohmann. Doch trotz der Erfolge der Endoprothetik erfährt immer noch ein gewisser Prozentsatz der Patienten innerhalb eines Zeitraumes von zehn Jahren eine Revisionsoperation. In der Orthopädischen Universitätsklinik Magdeburg werden etwa 300 Revisionsoperationen von Endoprothesen jährlich durchgeführt. Prof. Lohmann: „Die Etablierung dieses neuen Biomarkers wird für die Patienten ein erheblicher Fortschritt in der diagnostischen Sicherheit sein“.
 
Die preisgekrönte Arbeit ist im internationalen Journal of Shoulder and Elbow Surgery erschienen. Die Verleihung des Preises für klinisch-orthopädische Forschung an die Magdeburger Wissenschaftler fand während der Preisträgersitzung des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) am 25. Oktober 2018 in Berlin statt.

Originalpublikation: The terminal complement pathway is activated in septic but not in aseptic shoulder revision arthroplasties. Meinshausen AK, Märtens N, Berth A, Färber J, Awiszus F, Macor P, Lohmann CH, Bertrand J. J Shoulder Elbow Surg. 2018 Oct;27(10):1837-1844

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