Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung Halle (isw) legt aktuelle Studie zur finanziellen Situation der Kliniken in Sachsen-Anhalt vor

Das isw – Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung Halle (isw) legte am 24. Juni 2019 in Halle eine Studie zum Investitionsbedarf der Krankenhäuser Sachsen-Anhalts vor. Die von der KGSAN in Auftrag gegebene Studie liefert Ergebnisse zu der in den Kliniken entstandenen Investitionslücke, zum aktuellen Investitionsbedarf sowie zu dessen Vorausschätzung bis zum Jahr 2030. Sie schreibt damit die bereits im Jahr 2015 veröffentlichte Studie aus den Jahren 2006 – 2013 fort. Danach wuchs die durchschnittliche Investitionslücke der Krankenhäuser Sachsen-Anhalts in den Jahren 2006 – 2017 auf 1,5 Mrd. Euro an.

Dazu erklärt KGSAN-Geschäftsführer Dr. Gösta Heelemann: „Als wir die Ergebnisse der ersten Studie im Januar 2015 in Magdeburg präsentierten, reagierten die anwesenden Landespolitiker angesichts der riesigen Investitionslücke mit großer Betroffenheit. Einig war man sich darin, dass etwas getan werden müsse, um ein Anwachsen des Investitionsstaus zu verhindern. Nun belegt die Fortschreibung der Studie: An der Gesamtsituation der Krankenhausinvestitionsfinanzierung in Sachsen-Anhalt hat sich seither nicht viel verändert. Im Gegenteil: Sowohl die Investitionslücke als auch der Investitionsbedarf sind gewachsen. Daran konnten auch der im Jahr 2016 für spezifische Handlungsfelder eingeführte Strukturfond und das damit einhergehende kleine „Investitionsprogramm“ Sachsen-Anhalts nichts ändern. Hierzu ein simples Rechenbeispiel: Allein im Jahr 2017 lag der aktuelle Investitionsbedarf bei rund 169 Mio. Euro. Ausgezahlt wurden aber nur Pauschalfördermittel in Höhe von etwa 26 Mio. Euro. Bestehen bleibt eine Investitionslücke von ca. 143 Mio. Euro – und das nur für das Jahr 2017.“

Die Ermittlung des derzeitigen Investitionsbedarfs der Krankenhäuser Sachsen-Anhalts basiert auf den Diagnosedaten der Krankenhäuser aus den Jahren 2014 - 2017. Dabei wurde auf die vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) entwickelte Methode der Investitionsbewertungsrelationen zurückgegriffen. „Mit dieser Methode wird ausschließlich auf den laufenden jährlichen Investitionsbedarf, der für die Behandlung von Patienten notwendig ist, abgestellt“, so Heelemann.

Auf Basis der 6. Regionalisierten Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt wurde die Entwicklung der Fallzahlen im stationären Bereich und damit verbunden die Entwicklung des Investitionsbedarfs bis zum Jahr 2030 vorausgeschätzt. Demnach wird der Gesamtinvestitionsbedarf im Jahr 2030 auf 173 Mio. Euro anwachsen. Heelemann: „Wir erwarten deshalb im Doppelhaushalt 2020/2021 eine angemessene Berücksichtigung und entsprechende Bereitstellung von Investitionsmitteln für die Kliniken unseres Landes.“

Die Studie ist bei der Geschäftsstelle der KGSAN erhältlich.

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