Das Landestransplantationszentrum Sachsen-Anhalt besteht aus zwei Transplantationszentren. Zum einen das Nierentransplantationszentrum der Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Halle (Saale) zum anderen dem Lebertransplantationszentrum der Klinik für Allgemein-, Viszeral- Gefäß- und Transplantationschirurgie des Universitätsklinikums Magdeburg.

In den Zentren konnten im vergangenen Jahr 50 Nierentransplantationen und 8 Lebertransplantationen, davon eine Split-Leber, durchgeführt werden. Jedoch steht diesen Transplantationen auch eine große Warteliste gegenüber, so warten 230 Patienten am Zentrum Halle auf eine Niere und 75 Patienten am Zentrum Magdeburg auf eine Leber.

Diagramm 1: Nierentransplantationen (blauer Balken) und Warteliste (gelber Balken)
Diagramm 1: Nierentransplantationen (blauer Balken) und Warteliste (gelber Balken)
Diagramm 2: Transplantationen in Sachsen-Anhalt 2018
Diagramm 2: Transplantationen in Sachsen-Anhalt 2018

Im Rahmen der 50 Nierentransplantationen am Universitätsklinikum Halle fanden 38 postmortale Nierentransplantationen, davon 13 Transplantationen im European Senior Program (old-for-old) und 12 Lebendspende-Transplantationen statt. Zusätzlich wurden zwei Autotransplantationen bei Patienten mit Ureterläsionen durchgeführt. Zehn der Lebendnierenspenden wurden mittels der Roboter-assistierten minimalinvasiven Technik transplantiert, davon war eine Blutgruppen-inkompatibel. Die übrigen zwei Lebendspenden wurden bei multiplen Voroperationen und Gefäßveränderungen offen chirurgisch durchgeführt. Ebenso wurden 10 der Donornephrektomien minimalinvasiv laparoskopisch durchgeführt, lediglich bei zwei Spendern erfolgte diese aus medizinischen Gründen offen chirurgisch.

Die Wartezeit auf ein geeignetes Organ betrug bei 32 % der Patienten mehr als 8 Jahre. Dies stellt leider einen traurigen Sachverhalt dar, da Patienten die sehr lange auf ein Organ warten müssen immer mehr an Komorbiditäten leiden. Dies spiegelt sich wider in der Abmeldung von 11 Patienten von der Warteliste, die gesundheitlich nicht mehr für eine Organtransplantation in Frage kommen. Auch wurden insgesamt 83 Patienten für die Aufnahme auf die Warteliste dem Zentrum vorgestellt. Diese befinden sich zum Teil schon auf der Warteliste, zum Teil noch in der Abklärung oder mussten abgelehnt werden, da keine Transplantationsmöglichkeit besteht.

Diagramm 3: Nierentransplantationen 1992 – 2018 (postmortal und im Rahmen von Lebendspenden)
Diagramm 3: Nierentransplantationen 1992 – 2018 (postmortal und im Rahmen von Lebendspenden)
Diagramm 4: Wartezeit auf eine geeignete Niere im Rahmen  des ETKAS-Verfahrens ohne Sonderprogramme
Diagramm 4: Wartezeit auf eine geeignete Niere im Rahmen des ETKAS-Verfahrens ohne Sonderprogramme

Am 27.01.2018 beging das Nierentransplantationszentrum ein Festsymposium anlässlich der 2000. Nierentransplantation am Universitätsklinikum Halle. Dabei erfolgte ein Rückblick auf 44 Jahre Transplantationsmedizin in Halle, in dessen Rahmen Prof. Rockstroh, der Begründer der Nierentransplantation in Halle, postum geehrt wurde. Durch die Teilnahme von vielen ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern sowie der Gesellschaft und Politik wurde es zu einer unvergesslichen Veranstaltung.

Ebenso fand am 3. November 2018 das 14. Patiententreffen statt, auf dem über die aktuelle Situation der Organspende in Deutschland, den Ablauf einer Organspende, die Problematik von Kontrastmittel bei bildgebenden Verfahren, Immunsuppressiva und dermatologische Erkrankungen nach Transplantation referiert wurde. Diese Veranstaltung fand erneut regen Zuspruch von Zuweisern, Patienten und Angehörigen, was zum Gelingen der Veranstaltung beitrug.

Parallel dazu wurden am Lebertransplantationszentrum Magdeburg Veranstaltungen für Patienten, Angehörige und Interessierte um die Lebertransplantation durchgeführt sowie eine regionale Kontaktgruppe Lebertransplantierter etabliert.

Abbildung 1: Tafel im OP mit den Zahlen der Nierentransplantationen
Abbildung 1: Tafel im OP mit den Zahlen der Nierentransplantationen

Bezüglich der deutschlandweiten Organspende konnte man in 2018 nach 8 Jahren rückläufiger Spenderzahlen erstmals zwar einen leichten Anstieg vermerken, dies lag in der politischen und medialen Diskussion begründet, jedoch zeigen die aktuellen Zahlen in 2019 wieder eine rückläufige Spendebereitschaft in Deutschland. Hier ist abzuwarten, wie sich die aktuellen Gesetzesänderungen auswirken.

Quelle, Diagramme und Foto: Auszug aus dem Sachstandsbericht 2018 des Landestransplantationszentrums Sachsen-Anhalt

Autor:
Dr. K. Weigand
Leiter des Nierentransplantationsprogrammes
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Klinik und Poliklinik für Urologie
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle (Saale)

Tel.: 0345/5574246
Fax: 0345/5572052

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