Prof. Dr. Peter Malfertheiner
Prof. Dr. Peter Malfertheiner
Foto: Unimedizin Magdeburg

Ehemaliger Klinikdirektor für Lebenswerk geehrt

Der langjährige Magdeburger Uniklinikdirektor Prof. Dr. Peter Malfertheiner wurde als erster Deutscher vom europäischen Dachverband der Gastroenterologen UEG (United European Gastroenterology) für sein Lebenswerk geehrt. Am 21. Oktober 2019 erhielt er die Auszeichnung vor Tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Rahmen einer Wissenschaftsmesse in Barcelona.

Der Magen-Darm-Facharzt, der bis zu seinem Ruhestand vor drei Jahren die Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie an der Universitätsmedizin Magdeburg leitete, wurde vor allem für seine wissenschaftlichen Verdienste rund um das Magenbakterium Helicobacter pylori gewürdigt. Er war unter anderem Gründer und Präsident der Europäischen Helicobacter Studiengruppe. Diese konnte entscheidende Beiträge dazu leisten, dass besagtes Bakterium in seiner Rolle als Risikofaktor für Magengeschwüre und -krebs erkannt wurde und erfolgreich behandelt wird. „Seine Forschung zu H. pylori machte ihn zu einem der weltweit führenden Experten auf diesem Gebiet“, heißt es in der Begründung für die Auszeichnung des heute 68-Jährigen.

Zudem hebt die UEG hervor, dass er zahlreiche internationale Fortbildungs- und Forschungsnetzwerke aufbaute und unter seiner Leitung der Magdeburger Standort zu einer international anerkannten Einrichtung für Magen- und Darmerkrankungen wuchs.

Prof. Malfertheiner, der dank seines Renommees sogar schon den Magen der Gletschermumie Ötzi untersuchen durfte, lebt heute bevorzugt in seiner Heimat Südtirol und ist noch immer wissenschaftlich aktiv. An der Ludwig-Maximilians-Universität München koordiniert er aktuell eine Reihe von Forschungsprojekten. Zudem analysiert er Ergebnisse einer großen Studie aus seiner Magdeburger Zeit zum Mikrobiom, seinem zweiten Forschungsschwerpunkt. Ziel ist es, über die Modulation von Darmkeimen das Altern gesünder und autonomer zu gestalten.

Auf seine alte Wirkungsstätte, an die ihn die Otto-von-Guericke-Universität 1995 berufen hatte, werde Prof. Malfertheiner bis heute ständig angesprochen, sagt er. „In Magdeburg ist schließlich das Entscheidende entstanden, was ich erreicht habe.“ Die Auszeichnung für sein Lebenswerk, berichtet er weiter, sei nicht nur für ihn von Bedeutung. „Sie ist auch eine Motivation für all die hochmotivierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im Laufe der Jahre in Magdeburg mit mir zusammengearbeitet und wesentliche Beiträge geleistet haben.“

Über United European Gastroenterology:
Dem Dachverband UEG gehören 28 Gesellschaften aus ganz Europa an, die sich mit dem Verdauungstrakt beschäftigen. Bei seinem Jahreskongress in Barcelona wurden mehr als 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt erwartet.


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