Die Universitätsmedizin Magdeburg hat eine Forschungsabteilung für Experimentelle Radiologie an der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin eingerichtet. Prof. Borna Relja ist zum 1. Oktober 2019 auf die entsprechende Professur berufen worden.
Die studierte Biologin, Jahrgang 1980, arbeitete zuletzt am Universitätsklinikum Frankfurt/Main. Dort forschte sie in der Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Ihr wissenschaftlicher Schwerpunkt lag in der Erforschung der posttraumatischen Immunologie/Regeneration bei verunfallten, schwerverletzten Personen. Speziell ging es um Folgen wie Organversagen und um Einflüsse auf die Regeneration. Künftig will sich Prof. Relja primär der Weiterentwicklung individualisierter interventionell-radiologischer Therapieansätze unter anderem bei Tumoren widmen.

Die Verbindung zwischen ihrem bisherigen und dem neuen Forschungsgebiet liegt im Immunsystem. Denn ähnlich wie bei einem Trauma induziert auch ein therapeutischer Eingriff beispielsweise beim Tumorpatienten eine biologische Antwort, auf welche das Immunsystem von Person zu Person unterschiedlich reagiert. Die geplanten Forschungsvorhaben sollen dazu beitragen, die prognostische Therapiegenauigkeit für bestimmte Interventionen und Tumore zu verbessern, aber auch die Bedeutung von einzelnen Faktoren, Mechanismen und Behandlungsansätzen aufzuzeigen. „Umso mehr wir darüber wissen, welche Faktoren zu welchen Reaktionen führen, desto besser lassen sich Therapieansätze individuell zuschneiden“, erklärt Prof. Relja.

Die gebürtige Kroatin hat in Frankfurt/Main bereits studiert, promoviert und habilitiert. Dass sie nun nach Magdeburg gekommen ist, lag ihr zufolge vor allem am guten Ruf der hiesigen interventionellen Radiologie. Hierbei werden mit Hilfe von bildgebenden Verfahren wie CT, MRT oder Ultraschall therapeutische Eingriffe vorgenommen, zum Beispiel die lokale Verabreichung einer Substanz zur gezielten Behandlung von Metastasen. „Magdeburg ist auf diesem Gebiet und dem Gebiet der modernsten Bildgebungsverfahren mit federführend“, sagt sie. „Außerdem erhalte ich durch die neu geschaffene Professur die Möglichkeit, etwas Innovatives in diesem Forschungsbereich aufzubauen.“

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