Unterzeichnung der  „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“ Foto: Super Sonntag/A. KatteAm 30. Januar dieses Jahres unterzeichnete unsere Präsidentin, Dr. Simone Heinemann-Meerz, gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten, Dr. Reiner Haseloff, und dem Oberbürgermeister der Stadt Dessau-Roßlau, Klemens Koschig, die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“ im ehrwürdigen und geschichtsträchtigen Bauhaus Dessau. Auf Einladung des Tumorzentrums Anhalt e.V. und des Hospiz- und Palliativverbandes Sachsen-Anhalt e.V. hielt Frau Dr. Heinemann-Meerz ein Grußwort an das Auditorium.
Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt unterstützte zusammen mit der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt, der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt und der Rechtsanwaltskanzlei Kiesgen-Millgram Rechtsanwälte diese Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Arbeit und Soziales.

Die Charta beruht auf einer internationalen Initiative, die als Budapest Commitments auf dem 10. Kongress der European Association für Palliative Care (EAPC) 2007 vereinbart wurde und sich zum Ziel gesetzt hat, die Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen zu verbessern. Sie wird durch die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, den Deutschen Hospiz- und Palliativverband und die Bundesärztekammer getragen. Mit dieser Charta soll der aktuelle Zustand in der Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland dargestellt werden. Damit verbunden sind Handlungsoptionen und eine Selbstverpflichtung für die Zukunft. Nicht umsonst wurde daher der Fokus auf folgende fünf Bereiche gelegt, die in ihrer Entwicklung gefördert werden: Aus-, Fort- und Weiterbildung, Forschung, Politik, Qualitätsmanagement und allgemeine Zugänglichkeit der Versorgung mit Arzneimitteln. Nun besteht die Aufgabe darin, die Leitsätze dieser Charta umzusetzen.

Die Präsidentin verwies in ihrem Grußwort darauf, dass bereits die Ärzteschaft auf dem 115. Deutschen Ärztetag in Nürnberg zur Unterstützung der Charta und aktiven Beteiligung an der Umsetzung des Prozesses aufgerufen habe. Dieser Tag stelle für die Initiatoren und Menschen, die unter einer schweren Erkrankung leiden oder sterbenskrank sind und kurz vor dem Tod stehen, etwas Besonderes dar. Erscheinungen, wie Sterben, Tod, Krankheit und Trauer, erhalten durch den demografischen Wandel und die damit verbundenen Herausforderungen und Anforderungen an die Gesellschaft einen höheren Stellenwert in unserer Mitte. Die Charta und deren Unterzeichnung sollen daher ihren Beitrag dazu leisten, diese Aufgabe ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, dort zu festigen und eine Aussicht für die zukünftige Entwick-lung der Palliativ- und Hospizversorgung darzustellen.
Ebenso der Ministerpräsident und der Oberbürgermeister von Dessau-Roßlau setzten in ihren Grußworten ihren Schwerpunkt auf die Beförderung der öffentlichen Dis-kussion und der Verbesserung betroffener Menschen, welches durch die Charta erreicht werden solle.
Denn schon die englische Ärztin, Sozialarbeiterin und Krankenschwester Dame Cicley Saunders (Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin) sagte: „Du zählst, weil du da bist, Und du wirst bis zum letzten Augenblick deines Lebens eine Bedeutung haben.“ Dieser Satz drückt letztendlich das aus, was mit dieser Charta erreicht werden soll: die würdevolle Begleitung eines Menschenlebens in den Tod.