Tätigkeitsbericht 2020 der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern

Entwicklung der Antragseingänge 2016-2020

2020 wurden im gesamten Zuständigkeitsbereich der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern (kurz: Schlichtungsstelle oder SST), der sich auf die 10 beteiligten (Landes-)Ärztekammern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen erstreckt, 3140 Antragseingänge verzeichnet.

Die Entwicklung der Antragseingänge im Betrachtungszeitraum ist stetig rückläufig.

Entwicklung der Antragseingänge


Entwicklung der Antragseingänge in Sachsen-Anhalt

Die Antragsentwicklung der letzten Jahre im Kammerbereich Sachsen-Anhalt ist ebenfalls stetig rückläufig.

Entwicklung der Antragseingänge in Sachsen-Anhalt

 

Abgeschlossene Verfahren in Sachsen-Anhalt 2020

a. Anzahl und Ergebnisse

2020 wurden im Zuständigkeitsbereich 196 Verfahren aus dem Kammerbereich Sachsen-Anhalt mit einer Sachentscheidung abgeschlossen. Ein Behandlungsfehler wurde bei insgesamt 43,9 % der abgeschlossenen Verfahren festgestellt. Bei insgesamt 36,2 % der abgeschlossenen Verfahren war dieser Behandlungsfehler (mit-)ursächlich für einen Schaden und begründete einen Haftungsanspruch.

Ergebnisse der 196 Sachentscheidungen Sachsen-Anhalt 2020


b. Versorgungsebenen und Antragsgegner

Bezüglich der betroffenen Versorgungsebenen ist festzustellen, dass 80,4 % der abgeschlossenen 196 Verfahren medizinische Behandlungen, durchgeführt im klinischen Bereich, und die verbliebenen 19,6 % medizinische Behandlungen, durchgeführt im niedergelassenen Bereich, betrafen.
Insgesamt waren in den 196 abgeschlossenen Verfahren 235 Antragsgegner auf ärztlicher Seite betroffen, 189 aus dem klinischen und 46 aus dem niedergelassenen Bereich.

Versorgungsebene, in denen die Ärzte tätig waren, deren  Behandlungsmaßnahmen 2020 geprüft wurden


c. Ursächliche Diagnosen

In den 2020 abgeschlossenen Verfahren waren Arthrosen, Frakturen, lumbale Bandscheibenschäden sowie sonstige Spondylopathien diejenigen Diagnosen, welche am häufigsten ursächlich für diese Verfahren waren.

Ursächliche Diagnosen


d. Betroffene Fachgebiete

Differenziert nach niedergelassenem und klinischem Bereich sind in der Häufigkeit betroffener Fachbereiche folgende Unterschiede festzustellen: Bei den 46 abgeschlossenen Verfahren im niedergelassenen Bereich war am häufigsten die Orthopädie/Unfallchirurgie betroffen, gefolgt von der hausärztlichen Tätigkeit, der Augenheilkunde, der Allgemeinchirurgie, der Radiologie sowie der Frauenheilkunde.

Die am häufigsten beteiligten Fachgebiete 2020 im niedergelassenen Bereich


Bei den 189 abgeschlossenen Verfahren im klinischen Bereich war am häufigsten die Orthopädie/Unfallchirurgie betroffen, gefolgt von der Neurochirurgie, der Allgemeinchirurgie, der Frauenheilkunde, der Geburtshilfe sowie der Anästhesiologie und Intensivmedizin.

Die am häufigsten beteiligten Fachgebiete 2020 im Klinikbereich


e. Fehlerarten

Differenziert nach niedergelassenem und klinischem Bereich sind in der Häufigkeit auftretender Fehlerarten folgende Unterschiede festzustellen: Bei den 46 abgeschlossenen Verfahren im niedergelassenen Bereich traten am häufigsten Fehler im Bereich der bildgebenden Diagnostik auf, gefolgt von der Diagnostik Anamnese/Untersuchung, der Indikation, der Diagnostik Labor/Zusatzuntersuchung, der Durchführung der operativen Therapie sowie der pharmakologischen Therapie.

Die häufigsten Fehlerarten 2020 im niedergelassenen Bereich


Bei den 189 abgeschlossenen Verfahren im klinischen Bereich traten am häufigsten Fehler im Bereich der Indikationsstellung, der Durchführung der operativen Therapie, der Diagnostik Labor und Zusatzuntersuchungen, der bildgebenden Diagnostik, der pharmakologischen Therapie sowie der Dokumentation auf.

Die häufigsten Fehlerarten 2020 im Klinikbereich


Andreas Dohm
Geschäftsführer Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen
der norddeutschen Ärztekammern
Hans-Böckler-Allee 3, 30173 Hannover
Tel.: 0511/35 39 39-10 oder -12 | E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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