Forschung zu neuartigen Therapien in dem Förderprogramm für junge forschende Ärzt*innen wird ausgebaut

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert hochqualifizierte junge Ärzt*innen, die sich neben ihrer täglichen Klinikarbeit besonders intensiv der anspruchsvollen Aufgabe der Forschung widmen möchten. Auch an der Universitätsmedizin Magdeburg wurde bereits 2014 ein solch innovatives Forschungskolleg etabliert. Dieses wurde nun für die nächsten beiden Jahre thematisch breiter aufgestellt. Unter dem Titel „Krebs und gewebszerstörende Entzündungen – die Rolle des inflammatorischen Mikromilieus“ ermöglicht das Kolleg auch in den kommenden zwei Jahren Forschungszeiten für junge Ärzt*innen. Ziel der Forschung ist die Verbesserung vorhandener und die Entwicklung neuartiger Ansätze in der Therapie von Erkrankungen, die durch Entzündungsprozesse getrieben werden. Dazu zählen sowohl Krebs als auch beispielsweise chronische Neurodegeneration.

Das fachübergreifende Ausbildungs- und Forschungsprogramm unterstützt die Kollegiaten auf dem Karriereweg zum Clinician Scientist. Clinician Scientists sind Ärzt*innen, die neben ihrer klinischen Tätigkeit besonders in der Forschung aktiv sind. Sie sind wichtig, um Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung schneller in die klinische Anwendung für eine bessere Versorgung der Patient*innen zu bringen. Damit wird der Weg vom Forschungslabor zum Krankenbett, auf Englisch „from bench to bedside“, verkürzt.

„Wir sind sehr erfreut über die Unterstützung durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung und fühlen uns dadurch in unseren bisherigen Anstrengungen für die wissenschaftliche Ausbildung bestärkt“, sagt Prof. Dr. Thomas Fischer, Direktor der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie und Sprecher des EKFK. „Das EKFK ist ein sehr wichtiger Baustein für die akademische Karriereentwicklung von Clinician Scientists am Standort Magdeburg. Unser langfristiges Ziel ist es, in Magdeburg forschungsinteressierte Medizinstudierende bereits im Studium abzuholen und sie durch zielgerichtete Angebote und Fördermöglichkeiten in ihrem wissenschaftlichen Werdegang zu unterstützen.“
Die junge Assistenzärztin Dr. Miriam Mengoni erforscht derzeit im Else Kröner-Forschungskolleg Magdeburg die Rolle des Arylhydrocarbon-Rezeptors bei der Entstehung von schwarzem Hautkrebs. Der Arylhydrocarbon-Rezeptor steuert wichtige Stoffwechselprozesse in der Haut, unter anderem bei Krebserkrankungen. Langfristiges Ziel ihrer Forschung ist es, die Wirkung von Krebstherapien durch die Beeinflussung des Arylhydrocarbon-Rezeptor-Signalwegs zu verbessern. Fragt man sie nach ihrer Motivation, neben dem stressigen Klinikalltag Zeit und Energie in die Forschung zu stecken, muss sie nicht lange überlegen: „Im klinischen Alltag kommt man immer wieder an Grenzen, wo man Patienten nicht mehr helfen kann.“ Mit ihrer Arbeit im Labor ist die junge Ärztin auf dem besten Weg zum Clinician Scientist, zur forschenden und klinisch tätigen Ärztin, die dafür sorgt, dass an der Unimedizin Magdeburg Patient*innen nicht nur nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft behandelt werden, sondern dass auch neue und wirksamere Behandlungsmöglichkeiten für die Zukunft entwickelt werden.

Thematisch fokussiert sich das EKFK Magdeburg seit seiner Einrichtung 2014 auf die Bedeutung des inflammatorischen Mikromilieus für die Krebsentstehung. In den Projekten wurde und wird also untersucht, wie Entzündungsprozesse und Reaktionen des Immunsystems dazu beitragen können, dass sich Tumore bilden und vergrößern. Ähnliche gewebszerstörende Entzündungsprozesse spielen jedoch auch bei der Entstehung anderer Erkrankungen eine wichtige Rolle. Daher wird es in Zukunft im EKFK auch Projekte geben, die sich mit der Bedeutung entzündlicher Prozesse für die Entstehung autoimmuner, infektiöser und degenerativer Erkrankungen, wie beispielsweise der Multiplen Sklerose oder der chronischen Neurodegeneration, befassen. Prof. Thomas Tüting, Direktor der Universitätshautklinik und Sprecher des EKFK, begrüßt diese thematische Ausweitung: „Diese zukunftsweisende inhaltliche Neuausrichtung des Kollegs ermöglicht die Einbindung und Verknüpfung beider Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät, Immunologie und Neurowissenschaften. Das Kolleg wird dadurch zu einem Kristallisationspunkt der Zusammenarbeit, von dem beide Forschungsfelder stark profitieren werden.“

Hintergrund
Das Besondere des Forschungskollegs besteht in der Verknüpfung von wissenschaftlicher Arbeit mit der klinischen Weiterbildung zum Facharzt. Durch die Förderung erhalten die jungen Klinikerinnen und Kliniker zeitliche Freiräume und günstige Rahmenbedingungen für selbstständige Forschungsarbeiten. Fortbildungsveranstaltungen wie zum Beispiel Methodenkurse und Workshops zur Vermittlung von Schlüsselkompetenzen sowie Seminare mit internationalen Gastrednern unterstützen die Kollegiat*innen auf ihrem wissenschaftlichen Karriereweg. Ein weiterer wichtiger Baustein des Programms sind die persönliche Betreuung und Begleitung durch erfahrene Clinician Scientists.

Mehr Informationen unter www.ekfk.ovgu.de.

Pi Medizinische Fakultät OvGU Magdeburg