Fortschritte in der Medizin sind das Ergebnis von neuen Ideen. Dass eine neue Behandlung sicher und wirksam ist, muss in Therapiestudien an einer bestimmten Zahl von Patienten und Patientinnen gezeigt werden. Vorher darf sie nicht allgemein bei allen Menschen angewendet werden. Im Klinikum Magdeburg wird dieser klinischen Forschung ein hoher Stellenwert beigemessen. Deshalb ist es selbstverständlich, dass sich das Klinikum Magdeburg seit 1996 an einer Vielzahl von klinischen nationalen und internationalen Studien beteiligt. Die Akquise und Vorbereitung der Studien, die Betreuung und das Monitoring der studienteilnehmenden Patienten sowie die Datenweitergabe bedeuten einen hohen Aufwand.

„Nebenbei kann man das nicht leisten“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Kahl, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin. Seinem Bereich ist die hausinterne Studienzentrale angegliedert. „Das ist historisch gewachsen, weil sich meine Vorgängerin mit dem Thema auseinandergesetzt hatte“, erklärt er. Ein weiterer wesentlicher Fakt: Vor allem für den onkologischen Bereich sind Studienteilnahmen essentiell, weil es hier immer wieder neue Entwicklungen gibt.

„Aktuell passiert viel im Bereich der Immuntherapie“, nennt dazu Manuela Dawid ein Beispiel. Als sogenannte study nurse (dt.: Studienschwester) bildet sie mit ihrer Kollegin Stefanie Dussa das Team der Studienzentrale im Klinikum Magdeburg. Bei den beiden Frauen, die durch ihre Berufserfahrungen eine ausgewiesene Expertise vorweisen, laufen also alle Fäden der klinischen Forschung zusammen. „Das Schöne an unserem Beruf ist, dass wir nicht nur am Schreibtisch arbeiten, sondern gleichzeitig viel Patientenkontakt haben und eng mit den Ärzten und Pflegekräften zusammenarbeiten“, sagt Manuela Dawid, die seit 2003 als study nurse zur Studienzentrale gehört.

Aktuell nehmen 630 Patienten der Klinikum Magdeburg gGmbH an 42 Studien teil. Nahezu alle Fachrichtungen sind beteiligt. Ob Magen, Darm, Brust, Prostata oder Blut, für die Patienten gilt immer, dass ihre Teilnahme auf Freiwilligkeit basiert. „Die Studienteilnahme ist in keiner Weise Voraussetzung für die Behandlung in unserem Haus“, betont Manuela Dawid.

„Bei einer Studienteilnahme besteht die Möglichkeit mit neuen Medikamenten oder Therapieverfahren in Berührung zu kommen“, nennt sie einen Vorteil für die Patienten, denen zudem der Benefit einer besonders engmaschigen Verlaufskontrolle zu Teil wird. Das sind so gesehen die Vorzüge für den Einzelnen. Auf der Metaebene zeigt es sich so: Klinische Studien dienen dazu neue Behandlungsmöglichkeiten zu erproben oder bereits vorhandene Behandlungsmethoden weiter zu verbessern. „Diese Ergebnisse können später vielen zu Gute kommen, die von der gleichen Krankheit betroffen sind“, schätzt die erfahrene Studienschwester ein.

Über die Jahre hat sich das Klinikum Magdeburg in Studienkreisen einen guten Ruf erarbeitet. „Nur durch Qualität schafft man es, dass man für eine weitere Studienteilnahme angefragt wird“, sagt die 45-Jährige. Dabei ist der Aufwand nicht nur für die beiden Studienschwestern enorm. „Unsere Ärzte und auch wir müssen beispielsweise bestimmte Zertifikate vorweisen, die regelmäßig erneuert werden müssen“, berichtet sie.
Dieses Engagement garantiert eine Behandlung der Patienten und Patientinnen auf höchstem Niveau. Durch die Teilnahme an Studien unterliegt das Klinikum Magdeburg zusätzlich einer externen Qualitätskontrolle durch die Ethikkommission in Halle und die Bundesbehörden. Denn klinische Studien stellen höchste klinische, methodische, ethische sowie organisatorische Anforderungen. Der Einsatz lohnt sich – immer im Sinne der Patienten.

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