Logo Klinikum MagdeburgEuropäischer Interventionsradiologischer Jahreskongress (CIRSE) 2012

Anlässlich des europäischen interventionsradiologischen Jahreskongresses (CIRSE) 2012 in Lissabon wurde die Publikation der Unterschenkel-PTA-Studie von Dr. med. Ulf Redlich und seiner Arbeitsgruppe mit der Editors Medal der Zeitschrift CVIR („Cardiovascular and Interventional Radiology“) als bester wissenschaftlicher Artikel des Jahres 2011 ausgezeichnet.

Europäischer Interventionsradiologischer Jahreskongress (CIRSE) 2012CIRSE-Präsident M. Lee und CVIR-Herausgeber D. Vorwerk überreichten den Preis während der Eröffnungsveranstaltung des Kongresses.
Dr. Redlich, mittlerweile am Klinikum Magdeburg tätig, führte mit seinen Kollegen die Studie 2007 - 2009 am Universitätsklinikum Magdeburg durch, deren Ergebnisse 2011 in dem Artikel „Superiority of Transcutaneous Oxygen Tension Measurements in Predicting Limb Salvage After Below-the-Knee Angioplasty: A Prospective Trial in Diabetic Patients With Critical Limb Ischemia” (Redlich U, Xiong YY, Pech M, Tautenhahn J, Halloul Z, Lobmann R, Adolf D, Ricke J, Dudeck O) veröffentlicht wurden.
Die Studie hatte zum Ziel, den Wert der Eröffnung verschlossener Unterschenkelarterien mittels PTA (Perkutane transluminale Angioplastie – „Ballonerweiterung“) und Stenteinlage bei der Vermeidung von Fuß- oder Unterschenkelamputationen wirklich einschätzen zu können – diese Major-Amputationen sind oft Folge einer Kritischen Unterschenkelischämie (CLI) bzw. eines Diabetischen Fußsyndroms (DFS). Bisherige Studien ignorierten die weiteren Therapiefaktoren bei der Behandlung dieser Erkrankungen, was zu einer Überbewertung der Potenz der Unterschenkel-PTA führte. Redlich et al schlossen nur PatientInnen in ihre Studie ein, deren Fuß- und Unterschenkelgeschwüre trotz optimierter konservativer Therapie nicht beherrschbar waren und denen daher die Major-Amputation drohte. In diesem Patientengut war die durchgeführte Unterschenkelarterien-Rekanalisation die einzige Therapievariable. Diese konnte durch die Durchblutungssteigerung des Unterschenkels bei immerhin 61 % der Patienten eine Major-Amputation vermeiden – sie ist also ein wirksames Verfahren in der Behandlung der CLI bzw. des DFS. Ein weiteres Ergebnis der Studie räumte mit dem alten Dogma des „peroneal leg“ auf, das besagte, dass die A. fibularis isoliert den Beinerhalt sicherstellen könne. In der Studie war vielmehr mindestens eine offene sprunggelenksüberschreitende Tibial-Arterie zur Vermeidung der Amputation notwendig.

„Die Studie enthält somit Erkenntnisse, die ganz praktische Auswirkungen auf die Indikationsstellung und Durchführung der Unterschenkel-PTA haben“, so Juniorchefarzt Ulf Redlich. „Wir freuen uns sehr über diese europäische Preisverleihung und verstehen es als Würdigung unserer Arbeit.“

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