3. Gemeinsame Jahrestagung der Mitteldeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie und Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung

Der ärztliche Kollege Joul Deeb, Assistenzarzt am Arbeitsbereich Gefäßchirurgie (Leiter: Prof. Dr. Z. Halloul) der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie (Direktor: Prof. Dr. R. S. Croner, MA, FACS) der Universitätsmedizin Magdeburg bekam einen der diesjährigen Posterpreise verliehen. Dieser wurde ihm im Rahmen der seit 3 Jahren etablierten „Gemeinsamen Jahrestagung der Mitteldeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie und Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung“ (9.–10. Juli 2021) – diesjährige „online“-Veranstaltung – verliehen (https://www.mdcv-mgg.de/programm/poster/). Der Titel des preisgekrönten Vortrags heißt: „Aneurysma der V. jugularis interna – Fallbericht einer seltenen Entität“ (Abstract nachfolgend), verfasst durch die Autorenschaft: Deeb J, Meyer F, Omari J, Petersen M, Halloul Z.

In dem Beitrag von J. Deeb geht es insbesondere um die sehr seltene Entität eines V. jugularis-interna-Aneurysmas, das in der Diagnostik (MIBI-Nebenschilddrüsenszintigrafie und F-18-Cholin-PET/CT) eines primären Hyperparathyreoidismus als Zufallsbefund bei Pseudoxanthoma elasticum eruiert wurde. Der Befund veranlasste zur Simultan-Op mit Aneurysmaresektion im Sinne einer tangentialen Abtragung der Vorderwand und longitudinalen Raffungsnaht sowie unmittelbar nachfolgenden Resektion des Nebenschilddrüsenadenoms in der gleichen operativen Sitzung mit problemlosem postoperativen Verlauf und unauffälliger duplexsonografischer Nachsorge nach 12 Monaten (siehe auch nachfolgendes wissenschaftliches Abstract).

Z. Halloul, F. Meyer
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.


ABSTRACT


Deeb J, Meyer F, Omari J, Petersen M, Halloul Z

Aneurysma der V. jugularis interna – Fallbericht einer seltenen Entität
(Kurztitel: V. jugularis-interna-Aneurysma) Aneurysm of the internal jugular vein – case report on a rare entity
Aus dem Arbeitsbereich Gefäßchirurgie, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie,
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R., Magdeburg, Deutschland


Korrespondenzadresse:
Prof. Dr. med. habil. Z. Halloul
Arbeitsbereich Gefäßchirurgie
Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie,
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R., Leipziger Straße 44, 39120 Magdeburg
Tel.: 0391/67 15451, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hintergrund
Ein Aneurysma ist definiert als lokale Aussackung eines Blutgefäßes, die sich aufgrund einer Schwächung oder Schädigung der Gefäßwand entwickelt. Aneurysmen können überall im Körper auftreten.
Ziel: Anhand einer repräsentativen Kasuistik soll, basierend auf ausgewählten Referenzen der medizinisch-wissenschaftlichen Literatur sowie eigenen, klinisch gewonnenen Managementerfahrungen, der sehr seltene Fall eines V. jugularis-interna-Aneurysmas mit seinen Anamnese-, Symptomatologie-, Befund-, Diagnostik- und Therapie- als auch Outcome- sowie Nachsorge-assoziierten Aspekten illustriert werden.

Methode
Wissenschaftlicher Fallbericht

Ergebnisse
Kasuistik: Bei einer 62-jährigen Patientin wurde ein primärer Hyperparathyreoidismus mit der selektiven Halsvenenkatheterisierung (nach vorheriger MIBI-Nebenschilddrüsenszintigrafie und F-18-Cholin-PET/CT) diagnostiziert, die eine Lateralisierung der Parathormonsekretion auf der rechten Seite bei Nebenschilddrüsenadenom zeigte. Des Weiteren wurde ein Aneurysma der V. jugularis interna dextra bei Pseudoxanthoma elasticum gefunden – daraufhin Indikation zur Simultan-Op: Es erfolgte eine Aneurysmaresektion (tangentiales Abtragen auf ca. 10 cm Länge an der Vorderwand mit spindelförmigem Wandpräparat) und longitudinale Raffungsnaht sowie die Exstirpation des Nebenschilddrüsenadenoms (wegen Osteoporose und Nephrolithiasis). Postoperativ war ein lokales Wundserom zu verzeichnen, was einer lokalen Kühlung unterzogen wurde (darunter rückläufige Schwellung). Die Histopathologie beschrieb Texturstörungen und luminale Anteile eines Parietalthrombus (kein Anhalt für Infektion oder Malignität) bei Verdickung und Fibrosierung der Intima. Bei der bisher unauffälligen duplexsonografischen Nachsorge über 12 Monate zeigten sich klinisch reizlose Narben ohne Anhalt für eine residuale Schwellung.

Schlussfolgerung
Venöse Aneurysmen sind im Vergleich zum arteriellen System extrem selten. Ursächlich liegt am häufigsten eine Wandschwäche vor. Andere Ursachen sind Traumata, Entzündungen, degenerative Prozesse, mechanische Belastungen und venöser Hochdruck (Letzteres am ehesten bestimmend für die Lokalisation). Zur Diagnose eines venösen Aneurysmas sowie zur postoperativen Verlaufskontrolle ist die Duplexsonografie sehr gut geeignet. Die operative Behandlung der venösen Aneurysmen ist abhängig von der Lokalisation und der Symptomatik – ggf. kann bei Vertretbarkeit eine simultane operative Versorgung mit Begleitbefunden erfolgen (typische Histologie: Intima-Verdickung und -Fibrosierung).

Schlüsselwörter: V. jugularis-interna-Aneurysma – wissenschaftlicher Fallbericht – Outcome