Danken, Erinnern, Hoffen – Zentrale Veranstaltung zum Dank an die Organspender 2021
Danken, Erinnern, Hoffen – Zentrale Veranstaltung zum Dank an die Organspender 2021 (Fotos: Stadt Halle (Saale), Thomas Ziegler)

Am 17. Oktober 2021 führte die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) in der Händel-Halle der Stadt Halle/Saale die Zentrale Veranstaltung zum Dank an die Organspender unter der Schirmherrschaft der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Frau Sabine Weiss, durch. Rund 250 Gäste aus allen Teilen der Bundesrepublik trafen sich, um in eindrucksvoller und bewegender Weise den Organspendern Deutschlands und ihren Familien und Freunden Dank zu sagen, Erinnerungen an geliebte Menschen,  Verwandte und Freunde zu bewahren und der Hoffnung Ausdruck zu verleihen, dass durch zunehmende Bereitschaft der Bevölkerung zur Organ- und Gewebespende, den Patienten auf den Wartelisten für ein Spenderorgan geholfen werden kann.

Frau Dr. Katalin Dietrich, Geschäftsführende Ärztin der Region Ost der DSO, dankte Frau Dr. Christa Wachsmuth, Amtsvorgängerin von Frau Dr. Katalin Dietrich und Vorstandsvorsitzende des Vereins zur Förderung der Organspende e. V., und begrüßten beide sodann gemeinsam die Gäste. Ihr weiterer Dank galt dem Team der DSO für die engagierte Arbeit zur Organisation der Veranstaltung. Das Ensemble „Musica juventa“ schuf mit Musikstücken von Johann Friedrich Fasch und Wolfgang Amadeus Mozart einen feierlichen musikalischen Rahmen für den Festakt.

Die Schirmherrin der Veranstaltung, Frau Staatssekretärin Sabine Weiss, betonte in ihrer Videobotschaft die Bedeutung der Organspende für jeden Empfänger eines Spenderorgans und unsere gesamte Gesellschaft. Sie erbrachte den anwesenden Angehörigen der Organspender tiefen Respekt dafür, dass sie in den schweren Stunden des Abschieds von einem geliebten Menschen die Größe und den Mut hatten, die Entscheidung für eine Organspende zu treffen bzw. dem Wunsch des Spenders zur Organentnahme zu entsprechen.

Dr. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der DSO, ging anschließend in seinem Grußwort auf die Entwicklung der Organspende in Deutschland ein und berichtete emotional und mit großer Erfüllung, von einem seiner ehemaligen Patienten, den er in der Veranstaltung wiedergetroffen hat. Dank einer erfolgreichen Transplantation kann er heute wieder vollumfänglich am gesellschaftlichen Leben teilhaben.

„Das sind eben diese Momente, die jeden Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin in der Transplantationsmedizin für all die Beschwerlichkeiten, Probleme und Rückschläge entschädigen, diese Momente tiefer Dankbarkeit für eine erfolgreiche Organtransplantation!“

Frau Ute Opper, Vorsitzende des Vereins  „transplantiert e. V.“, brachte mit bewegenden Worten den Gästen der Veranstaltung, stellvertretend für viele Transplantierte, den Dank für die persönlichen Opfer, das Engagement und die Arbeit rund um die Organtransplantation entgegen.

In besonderer Form wurde zum Thema „Erinnern“ von Frau Gabriele Schweiger und der 18-jährigen Annina Hinkel vom Netzwerk Spenderfamilien vorgetragen. Beide Frauen gestalteten im Dialog eine virtuelle Zugreise, auf der ein Organspender und ein Organempfänger eine gemeinsame Zeit in einem Abteil verbringen. Während und unmittelbar nach diesem Programmteil lag ergreifende Stille über dem großen Saal der Händel-Halle.

Frau Anja Thürkow, Nierenlebendspenderin, berichtete über die Zeit unmittelbar bevor sie eine Niere zur Transplantation an ihren Bruder bereitstellte, insbesondere über die damit verbundene Hoffnung auf Heilung für den Bruder und deren Erfüllung.

Nach dem musikalischen Ausklang gingen die Teilnehmer gemeinsam zum „Park des Dankens, Erinnerns und Hoffens“ an den Halleschen Pulverweiden. Bürgermeister Egbert Geier begrüßte neben den Teilnehmern des Festaktes in der Händel-Halle auch zahlreiche Besucher und Bürger der Stadt Halle und betonte noch einmal die große gesellschaftliche Bedeutung der Organspende.Seit 2008 werden in dem Park in jedem Jahr Bäume als Symbol des Lebens und zur Erinnerung an die Organspender gepflanzt. Menschen, die Erholung suchen, finden diese in diesem Hain, Kinder spielen auf den Wiesen zwischen den Bäumen. Mitten im Leben zu sein und sich dabei zu erinnern – dieser Park lädt dazu ein.

Auch in diesem Jahr wurden neue Bäume gepflanzt und anschließend mit den Erinnerungsherzen geschmückt, die Angehörige von Organspendern aus ganz Deutschland gestaltet haben. Sie sind Erinnern und Gedenken an die geliebte Person, die diese Menschen verloren und durch deren Organspende andere Menschen eine neue Lebensperspektive erhalten haben. Die Teilnehmer und Gäste der Veranstaltung stimmten darin überein, dass Organspende stärker als bisher in den Fokus des täglichen Lebens gerückt werden muss. Dazu bietet die Website www.dankesbriefe-organspende.de einen virtuellen Treffpunkt für Angehörige von Organspendern, Organempfänger, Wartelistenpatienten und alle, die sich mit den Themen Organspende und Transplantation befassen.

Dieses Portal bietet Raum für den Dank und die Erinnerung an die Organspender sowie für die Hoffnung auf eine Transplantation, in den Videos, Audio-Botschaften, Fotos, Zitaten oder Gedichten, die dort geteilt werden können, die Betroffene persönlich mit Erinnern, Hoffen und Danken verbinden.

Prof. Dr. med. Edgar Strauch
Hauptgeschäftsführer der Ärztekammer Sachsen-Anhalt