Wurden von Ministerin Petra Grimm-Benne (2. v. li.) gemeinsam mit Dr. med. Katalin Dittrich (r.), Geschäftsführende Ärztin der DSO-Region Ost, für Ihr Engagement für die Organspende geehrt: Schwester Mandy, Dr. med. Frank Lautenschläger und Schwester Jenny. (v. l.).
Wurden von Ministerin Petra Grimm-Benne (2. v. li.) gemeinsam mit Dr. med. Katalin Dittrich (r.), Geschäftsführende Ärztin der DSO-Region Ost, für Ihr Engagement für die Organspende geehrt: Schwester Mandy, Dr. med. Frank Lautenschläger und Schwester Jenny. (v. l.). (Foto: SKD)

Eine Organspende ist ein großes Geschenk. Ein Verstorbener schenkt einem schwerkranken Menschen die Chance zu überleben. Um das zu ermöglichen, müssen Ärzte und Pflegende auf den Intensivstationen am Lebensende eines Patienten an die Möglichkeit einer Organspende denken und mit den Angehörigen darüber sprechen. Diesen ersten Schritt ebenso wie alle weiteren im Prozess einer Organspende übernehmen die Mitarbeiter im Städtischen Klinikum Dessau mit hoher medizinischer Kompetenz und großem Einfühlungsvermögen.

Für dieses besondere Engagement wurde die Klinik am 27. Oktober 2021 von Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, gemeinsam mit Dr. med. Katalin Dittrich, Geschäftsführende Ärztin der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in der Region Ost, ausgezeichnet.

„Der Einsatz für die Organspende ist ein wichtiges Zeichen der Hoffnung für die Menschen, die dringend auf eine Transplantation warten. Dafür danken wir heute allen, die im Städtischen Klinikum Dessau an dieser Aufgabe mitwirken. Der Dank gilt auch den Organspendern und ihren Familien, die sich entschieden haben, anderen Menschen über den Tod hinaus zu helfen“, sagte Petra Grimm-Benne.

Dr. med. Joachim Zagrodnick, Ärztlicher Direktor des Städtischen Klinikums Dessau, erklärte: „Wir freuen uns über die Auszeichnung und sind stolz auf das Engagement aller Mitarbeiter, die daran beteiligt sind, Organspenden in unserem Haus zu ermöglichen.“

Der Transplantationsbeauftragte des Klinikums, Dr. med. Frank Lautenschläger, führte aus: „Für meine Aufgabe im Bereich der Organspende ist es sehr wichtig, dass ich mich auf die Unterstützung der Klinikleitung und aller beteiligten Kollegen verlassen kann. Darüber bin ich sehr froh. Die Auszeichnung ist eine wichtige Motivation, um unsere Arbeit fortzuführen.“

Die Geschäftsführende Ärztin der DSO in der Region Ost, Dr. med. Katalin Dittrich, betonte: „Die enge Kooperation mit den Krankenhäusern ist die Grundlage für unsere Arbeit als Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende. Nur wenn die Mitarbeiter der Intensivstationen bei möglichen Organspenden frühzeitig mit uns Kontakt aufnehmen, können wir tätig werden. Daher sind wir dankbar für die gute Zusammenarbeit mit dem Städtischen Klinikum Dessau. Diese Auszeichnung soll auch ein Ansporn für andere Krankenhäuser sein. Wir bieten allen Kliniken rund um die Uhr unsere Unterstützung im Fall einer Organspende an.“

Die DSO ist die Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende gemäß Transplantationsgesetz und bietet den rund 1200 Entnahmekrankenhäusern in Deutschland umfassende Unterstützungsangebote bei den Abläufen der Organspende an. Dazu gehören Vorträge und Beratungen in den Kliniken, Fort- und Weiterbildungen, ein zertifiziertes E-Learning-Fortbildungsprogramm sowie fachbezogene Informations- und Arbeitsmaterialien. In der Region Ost (Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen) gibt es 141 Krankenhäuser, zu deren Aufgaben es gehört, mögliche Organspender zu erkennen und an die DSO zu melden.

Seit vielen Jahren zeichnet die DSO gemeinsam mit den jeweiligen Landesministerien Krankenhäuser aus, die sich besonders vorbildlich für die Organspende engagieren. Ziel ist es, die Anstrengungen einzelner Krankenhäuser zu würdigen und sie weiter zu motivieren. Außerdem soll die Auszeichnung andere Kliniken anspornen, ebenfalls optimale Voraussetzungen für mögliche Organspenden zu etablieren. Die Zahl durchgeführter Organspenden ist hingegen kein vorrangiges Kriterium. Die Auswahl der zu ehrenden Kliniken erfolgt jeweils in Abstimmung mit dem regionalen Fachbeirat einer DSO-Region. Dieser setzt sich zusammen aus Vertretern der regionalen Transplantationszentren, der Landesärztekammern, der gesetzlichen Krankenversicherer und der Krankenhäuser der Region sowie einem Vertreter des jeweiligen Bundeslandes.

In Sachsen-Anhalt gab es im Jahr 2020 insgesamt 32 Organspender (2019: 32, 2018: 39). Es konnten 86 Organe für die Transplantation entnommen werden (2019: 83, 2018: 114). 335 Menschen aus Sachsen-Anhalt standen Ende Dezember 2020 auf der Warteliste für eine Transplantation. Von Januar bis Ende September 2021 spendeten 30 Menschen nach dem Tod ihre Organe, im selben Vorjahreszeitraum waren es 27.

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