Hintergrund

Mit der Aufnahme der Leistungsnummer 24a „Symptomkontrolle bei Palliativpatientinnen oder Palliativpatienten“ in das Leistungsverzeichnis soll die pflegerische Versorgung von Palliativpatienten im Rahmen der häuslichen Krankenpflege verbessert werden.

Ziel der Leistung ist die Sicherstellung der ärztlichen Behandlung in der Häuslichkeit bei schwerstkranken und sterbenden Menschen mit einem palliativen Versorgungsbedarf, der keine Versorgung im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) gemäß § 37b SGB V erfordert.

In Abgrenzung zur SAPV liegt kein komplexes Symptomgeschehen vor, das eine 24-stündige ärztlich-pflegerische Ruf- und Einsatzbereitschaft aufgrund unvorhersehbarer oder nicht planbarer Interventionen erforderlich macht.

Leistungen der Regelung

Die Leistung Nr. 24a umfasst die Symptomkontrolle bei Palliativpatienten in enger Abstimmung mit der verordnenden Ärztin oder dem verordnenden Arzt insbesondere bei:

  • Schmerzsymptomatik, Übelkeit, Er­bre­chen, pulmonalen oder kardialen Symptomen, Obstipation
  • Wundkontrolle und -behandlung bei exulzerierenden Wunden
  • Krisenintervention, zum Beispiel bei Krampfanfällen, Blutungen, akuten Angstzuständen.


Die Leistung Nr. 24a beinhaltet neben der Symptomkontrolle alle notwendigen behandlungspflegerischen Leistungen entsprechend den Vorgaben des Leistungsverzeichnisses der HKP-Richtlinie. Symptomkontrolle umfasst sowohl das Erkennen, das Erfassen als auch das Behandeln von Krankheitszeichen und Begleiterscheinungen.

Für welche Patienten ist die Leistung verordnungsfähig?

Die Palliativpflege ist für die Behandlung von schwerstkranken und sterbenden Patientinnen und Patienten in jedem Alter verordnungsfähig. Nach fachlicher Einschätzung der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes handelt es sich um Patientinnen und Patienten, die an einer nicht heilbaren, fortschreitenden und so weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, dass dadurch die Lebenserwartung auf Tage, Wochen oder Monate limitiert ist und unter anderem die Verbesserung der Symptomatik und Lebensqualität im Vordergrund steht. Bei Kindern und Jugendlichen ist die Leistung auch bei einer länger prognostizierten Lebenserwartung verordnungsfähig, sofern die übrigen Voraussetzungen erfüllt werden.

Um Doppelleistungen auszuschließen, kann die Leistung „Symptomkontrolle bei Palliativpatienten“ im Rahmen der HKP nicht verordnet werden, wenn die Patienten bereits Leistungen der SAPV nach § 37b SGB V (Vollversorgung oder Teilversorgung) im Sinne der SAPV-Richtlinie des G-BA erhalten.

Wer kann verordnen und wie wird verordnet?

Eine Verordnung kann durch jede vertragsärztlich tätige Ärztin oder jeden vertragsärztlich tätigen Arzt erfolgen. Die Verordnungsdauer beträgt für die Erst- und Folgeverordnung jeweils bis zu 14 Tage. Die Häufigkeit der Maßnahme richtet sich nach dem individuellen Bedarf, es gibt keine Beschränkung hinsichtlich der Anzahl der täglichen Pflegeeinsätze.

Die Verordnung erfolgt auf dem Formular 12 (Verordnung häuslicher Krankenpflege) durch Angabe der Leistungsziffer Nr. 24a. Unabhängig davon sind alle notwendigen behandlungspflegerischen Maßnahmen, die zum Zeitpunkt der Verordnung bekannt sind und im Rahmen der Nr. 24a erbracht werden, wie gewohnt auf der Verordnung anzugeben.


Korrespondenzanschrift:
Manuela Knabe-Ostheeren
Geschäftsführerin der
LIGA der Freien Wohlfahrtspflege
im Land Sachsen-Anhalt e. V.
Halberstädter Str. 98
39112 Magdeburg
Telefon: 0391 56807-10
Fax: 0391 56807-16
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