Am 18. November 2022 fand die 13. Interdisziplinäre Fachtagung für Wundbehandler in Magdeburg statt. Eine Veranstaltung, die als Weiterbildung für Ärzte, Pflegekräfte und Studenten einen regen Zuspruch mit über 150 Teilnehmern erfuhr. Die Organisatoren, Dr. med. Beate Brinkers, Dr. med. Stephan Dalicho, Dr. med. Carl Meißner, PD Dr. med. habil. Jörg Tautenhahn und Prof. Dr. med. habil. Karsten Ridwelski freuten sich besonders, dass die 13. IFFW – der wund(e) Punkt: „Die Wunde im Wandel der Zeit“ nach zwei Jahren Karenz aufgrund der Corona Pandemie wieder stattfinden konnte.

Viele Referentinnen und Referenten, die bereits für die 12. IFFW ihre Zusage gegeben hatten, unterstützten auch gerne die aktuelle Wundtagung. So ist es dem wissenschaftlichen Beirat gelungen, ein vielfältiges Programm zusammenzustellen, das Machbarkeit im klinischen Alltag, Forschung, Technologie und Praxis miteinander vereint, um nachhaltige Ergebnisse in der Therapie chronischer Wunden zu erreichen.

Das Weiterbildungsprogramm bot eine breite Themenpalette und im ersten Teil referierte Frau Dr. med. Beate
Brinkers, Leiterin Phlebologie und Wundkompetenzzentrum des MVZ „Im Altstadtquartier“ mit „Die chronische Wunde – Selten, kompliziert, anspruchsvoll?“ und stellte die Wunde sehr gut in den interdisziplinären Fokus.

PD Dr. med. habil Jörg Tautenhahn, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, im Klinikum Magdeburg gGmbH, sprach über „Lymphologische Komplikationen nach Operationen“. Er stellte hervorragend dar, welche Möglichkeiten der Therapie bei postoperativen Lymphfisteln möglich und sinnvoll sind. Im nächsten Teil der Veranstaltung berichtete Prof. Dr. med. habil. Axel Kramer, Emeritus am Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald, über „Hygiene bei der Behandlung von chron. Wunden in der Praxis und zu Hause“. Er konnte sehr informativ darstellen, dass Wundspülung nicht einfach nur eine Wundspülung ist. Es kommt sehr darauf an, welche Wunde und welche Lösung.

Prof. Dr. med. habil. Karsten Ridwelski, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Magdeburg gGmbH, referierte über „Plastische Defektdeckung – Was kann der Allgemeinchirurg leisten?“ und illus-trierte mit vielen Bildern aus Klinik und Praxis. Er betonte sehr die multiprofessionale Zusammenarbeit. Der dritte Teil der Tagung „Biomechanische Veränderungen des Gangbildes bei Patienten mit DFS. Möglichkeiten der Druckentlastung“ wurde anschaulich durch Herrn F. Küster, Orthopädietechnikmeister (Magdeburger Orthopädie-Technik GmbH) dargestellt. Es folgte der Vortrag von Herrn R. Kerkmann, Lehrer für Pflegeberufe und Wundmanager (AZWM®), zum Thema: „Ambulante Wundtherapie: Gratwanderung zwischen Empathie und Wirtschaftlichkeit“. Hier konnte er zeigen, wie wichtig die Kommunikation bzw. Empathie auch in der Wundbehandlung ist.

Im Schlussabschnitt sprach Dr. med. C. Meißner, Ernährungsmediziner des MVZ „Im Altstadtquartier“ über „Fehlernährung bei chron. Wunden – Ernährungsumstellung als Baustein der Basistherapie – sinnvolle Ernährung bei Adipositas“. Er konnte aufzeigen, dass eine ernährungsmedizinische Begleitung essentiell in der Therapie chronischer Wunden ist. Dr. med. Quellmalz, Facharzt für Allgemein- und Gefäßchirurgie aus Bielefeld-Schildesche, sprach zum Thema: „Alte Hüte und neue Situationen bei Ulcera neu denken, Anwendungen von neuen Therapien“. Er konnte sehr gut darstellen, dass alte Therapien mit den neuen sinnvoll kombiniert werden können.

Alle Vorträge wurden von den fachinteressierten Teilnehmern mit großer Auf-merksamkeit verfolgt und rege diskutiert. Diese positive Resonanz stimuliert die Veranstalter für die Organisation der 14. Interdisziplinäre Fachtagung für Wundbehandler am 16.06.2023 in der Halber 85 in Magdeburg.

Korrespondenzadresse:
Dr. med. Carl Meißner M. Sc.
Ernährungsmediziner und
einer der Geschäftsführer
MVZ „Im Altstadtquartier“ GmbH
Max-Otten-Straße 14, 39104 Magdeburg