Auszeichnung für psychoonkologische Spezial-Sprechstunde für Eltern junger Krebspatienten

An der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie Magdeburg gibt es eine psychosoziale Spezial-Sprechstunde, in der Eltern junger Patienten mit hämatologischen Krebserkrankungen begleitet werden. Die Helmut-Wölte-Stiftung hat dieses Projekt „AYA-Parents - Implementierung und Evaluation einer strukturierten psychoonkologischen Kurzintervention für Eltern Adoleszenter und junger Erwachsener mit malignen hämatologischen Erkrankungen“ mit dem Helmut-Wölte-Preis für Psychoonkologie 2013 ausgezeichnet. Geleitet wird dieses Projekt von Dipl.-Psychologe Michael Köhler und Prof. Dr. Thomas Fischer von der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie der Universität Magdeburg in Kooperation mit Prof. Dr. Jörg Frommer (Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie) und Prof. Dr. Hans-Henning Flechtner (Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie).

Mit diesem innovativen Projekt wird die psychosoziale Situation von Eltern sogenannter AYAs (Adoleszente und junge Erwachsene) mit hämatologischen Erkrankungen in den Blick genommen. Diese Gruppe von Angehörigen ist durch die Krankheit ihrer Kinder meist selbst stark belastet und muss gleichzeitig doch eine Schlüsselposition für die jungen Patienten übernehmen, die aufgrund der Krankheitserfahrung oftmals auf frühere psychische Entwicklungsstufen zurückfallen. Spezifische psychosoziale Hilfsangebote für diese betroffenen Familien sind noch kaum etabliert.

Zielsetzung des Projektes war die Entwicklung, Implementierung und wissenschaftliche Evaluation einer strukturierten, auf psychoedukativen und supportiven Konzepten basierenden, psychoonkologischen Kurzintervention für die Eltern der betroffenen jungen Patienten. Eine derzeit noch laufende randomisierte klinische Studie evaluiert die Wirksamkeit dieser Intervention. Mit der Einbeziehung einer bislang unterversorgten Gruppe Angehöriger in das psychosoziale Betreuungskonzept entspricht das Projekt heutigen psychoonkologischen Anforderungen und hat Modellcharakter für andere Programme psychoonkologischer Versorgung.

Die Helmut-Wölte-Stiftung für Psychoonkologie schreibt alle zwei Jahre den Helmut-Wölte-Preis aus. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Die Stiftung unterstützt durch den Preis Initiativen zur psychosozialen Versorgung von Krebspatienten und ihren Angehörigen, die bei wissenschaftlich fundierter Praxis innovativen und zukunftsweisenden Modellcharakter besitzen.

Es werden ausschließlich Projekte berücksichtigt, die sich bereits in der Phase ihrer Realisierung befinden. Der Preisträger wird durch eine Jury bestehend aus Stiftungsvorstand und beratenden Wissenschaftlern ermittelt. Die Teilnahme an der nun ausgezeichneten Spezial-Sprechstunde der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie ist offen für alle betroffenen Eltern junger Patienten (bis zum 40. Lebensjahr) mit hämatologischen Krebserkrankungen. Für Anfahrtswege außerhalb von Magdeburg können bedarfsgerecht die Fahrtkosten übernommen werden. Anfragen von Eltern oder behandelnden Psychotherapeuten und Ärzten werden gern beantwortet.

Ansprechpartner:
Dipl.-Psych. Michael Köhler
Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie Magdeburg
Arbeitsbereich Psychoonkologie
Tel. 0391-67-13307 oder -13266
Fax 0391-290353
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