Befunderhebungsmangel bei postoperativen Komplikationen

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Aus der Fallsammlung der Norddeutschen Schlichtungsstelle

Kasuistik

Bei histologisch gesichertem Zervixkarzinom wurde bei der 50-jährigen Patientin eine laparoskopische radikale Hysterektomie mit Adnexektomie beiderseits und pelviner Lymphknotenentfernung durchgeführt. Vier Tage nach der Operation entwickelte die Patientin Fieber und eine Harnblasenentleerungsstörung, Abflusskontrollen der Nieren waren unauffällig, sonografisch und palpatorisch wurde der Verdacht auf eine Lymphzyste oder einen Abszess am Scheidenstumpf geäußert. Deshalb erfolgte acht Tage nach der Primäroperation eine Laparoskopie, wobei eine Lymphozele der rechten Beckenwand gefenstert wurde. Nach diesem Eingriff entfieberte die Patientin und wurde für fünf Wochen in eine Rehabilitationsklinik verlegt. Im Abschlussbericht dieser Einrichtung wurde der Verdacht auf einen Nierenstau rechts geäußert.

In einer urologischen Belegabteilung wurde eine Harnstauungsniere dritten Grades mit Nachweis einer Harnleiterscheidenfistel rechts diagnostiziert. Nachdem im Rahmen einer Urethrozystoskopie die Einlage eines Ureter-Katheters nicht gelang, wurde eine perkutane Nephrostomie angelegt. Zwei Monate später erfolgte eine Harnleiterneueinpflanzung, nach unkompliziertem postoperativem Verlauf die Entlassung in die Häuslichkeit.

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Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung

Wichtiger Hinweis für Fachärzte mit verkehrsmedizinischer Qualifikation

Mit Wirkung zum 24.05.2018 ist die 3. Verordnung zur Änderung der Fahrerlaubnisverordnung durch die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt (Jahrgang 2018, Teil I Nr. 17, ausgegeben am 23.05.2018) in Kraft getreten. Durch die Verordnung wurden insbesondere die Nummern 4 „Herz- und Gefäßkrankheiten“ und 5 „Diabetes mellitus“ der Anlage 4 überarbeitet. Die Anlage 4 enthält häufiger vorkommende Erkrankungen und Mängel, die die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen längere Zeit beeinträchtigen oder aufheben können. Sie stellt die Grundlage für die Beurteilung der Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen dar. Die veraltete Version des jeweiligen Kapitels ist somit ungültig geworden. Die Fahrerlaubnisverordnung in ihrer neuen Fassung finden Sie auf unserer Website: www.aeksa.de unter Arzt > Informationen > Verkehrsmedizin (www.t1p.de/FV)

Nicht indizierte operative Behandlung bei adhäsiver Kapsulitis der Schulter

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Aus der Fallsammlung der Norddeutschen Schlichtungsstelle

Kasuistik

Ein 50-jähriger Patient stellte sich in einer Klinik vor und klagte über seit sechs bis acht Wochen bestehende Schmerzen im rechten Schultergelenk. Bei der Untersuchung wurde eine Bewegungseinschränkung mit einer Abduktionsfähigkeit bis 60 Grad nachgewiesen. Schürzen- und Nackengriff waren nicht vorführbar. Mit Röntgenaufnahmen des rechten Schultergelenks in zwei Ebenen wurde der Verdacht auf eine Einengung des Subracromialraums erhoben. Der rechte Arm wurde in einer Bandage ruhiggestellt, Schmerzmittel verordnet und eine MRT-Untersuchung veranlasst.

Diese wurde wenige Tage später durchgeführt. Im Befund wurden eine Bursitis im Subracromialraum und eine Tendenitis im Ansatzbereich der Supraspinatus- und Subscapularissehne angegeben. Aufgrund einer Signalanhebung der infraglenoidalen Gelenkkapsel wurde außerdem der Verdacht auf eine adhäsive Kapsulitis erhoben. Eine Einengung des Subracromialraums wurde nicht erwähnt, das Acromion wurde als Typ 1 beschrieben.

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Meldung von Arzneimittelzwischenfällen

Runderlass des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration

Durch Arzneimittelzwischenfälle können Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung und die öffentliche Sicherheit entstehen. Der Runderlass „Informationswege und Maßnahmen bei Arzneimittelzwischenfällen“ (AM-RAS) regelt die notwendigen Maßnahmen deren und Koordination. Dieser beinhaltet auch Meldewege für Ärztinnen und Ärzte. Ein Arzneimittelzwischenfall ist dem­- nach bspw. gegeben, wenn Mängel in der Beschaffenheit des Arzneimittels, dessen Behältnisse oder Kennzeichnung und der Fach- und Gebrauchs­information vorliegen. Zudem besteht dieser auch bei einer Arzneimittelfälschung und Abweichung der Wirkstoffe oder des Verpackungsmaterials. Sollten Mediziner einen Zwischenfall feststellen, ist dieser dem Landesverwaltungsamt, Referat 604, mit dem Stichwort „Arzneimittelzwischenfall“ zu melden.

Kontaktdaten:
Telefon/Telefax: 0345/514-1286/-1291
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

Die Zwischenfälle werden in drei Klassen unterteilt. Hieran entscheiden sich die jeweiligen Maßnahmen des zuständigen Landesverwaltungsamts. Den gesamten Erlass können Sie auf unserer Internetseite unter: http://t1p.de/meldung abrufen. Aus dieser können Sie die einzelnen Zwischenfälle, deren Meldewege, die dabei zu erforderlichen Mindestangaben der Meldung und in der Anlage die Klassifizierungshinweise entnehmen.

Vorsicht vor gefälschten Ausbildungsnachweisen

Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt ist derzeit vermehrt mit Fällen konfrontiert, in denen sich Arbeitsplätze als Praxismitarbeiter mit gefälschten Urkunden (wie Arzthelferinnenbrief oder Prüfbescheinigungen) der Ärztekammer erschlichen werden. Als Urkundenfälschungen werden diese ausnahmslos zur Anzeige gebracht.
Zum Nachweis der Ausbildung empfehlen wir, sich immer den Arzthelferinnenbrief oder den Brief Medizinische Fachangestellte im Original vorlegen zu lassen. Die Rechtsabteilung bittet um Aufmerksamkeit und steht Ihnen in Zweifelsfällen zur Verfügung.

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