Homöopathische Behandlung und ärztliches Berufsrecht

A. Ausgangssituation

Foto: fotolia.deNach Angaben des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) tragen in Sachsen-Anhalt etwa 70 Ärzte die Zusatzbezeichnung Homöopathie. Damit zeigt sich auch auf Seiten der Ärzteschaft eine hohe Akzeptanz für alternative Therapieformen wie z.B. die Homöopathie.

Gemäß der Musterweiterbildungsordnung der BÄK (MWBO aus dem Jahre 2003) wird die Homöopathie als die Behandlung mit homöopathischen Arzneimitteln beschrieben, die aufgrund individueller Krankheitszeichen als Einzelmittel nach dem Ähnlichkeitsprinzip angewendet wird. Sie basiert nicht auf einem naturwissenschaftlichen Nachweis und ist Teil der alternativen Medizin.

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Geldstrafe, Gefängnis, Berufsverbot

Medizinstrafrecht Teil 2

Im Falle eines Verfahrens wegen strafrechtlicher Delikte ist immer das bestmögliche Ergebnis anzustreben. Denn die Kosten von Strafverfahren können zwar durch eine Rechtsschutzversicherung und im Falle von Behandlungsfehlern auch durch eine Haftpflichtversicherung gedeckt sein. Für die strafrechtlichen Sanktionen wie Geld- und Freiheitsstrafen samt deren Folgen für die Berufsausübung (Abb. 1) besteht ein solches Netz aber nicht.

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Der Arzt als Zeuge, sachverständiger Zeuge oder Sachverständiger

Foto: fotoliaBöhm, M.¹, Diers, V.¹, Lessig, R.¹, Lilie, H.2, Müller, S.2, 1Institut für Rechtsmedizin, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle
2Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsvergleichung und Medizinrecht, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle

Nicht nur im Rahmen der Erstattung eines Gutachtens als öffentlich bestellter Sachverständiger ist die heilberufliche Tätigkeit des Arztes von juristischem Interesse. Auch durch die tägliche Berufsausübung kann der behandelnde Arzt eine relevante Funktion in späteren Gerichtsverfahren erhalten. So erlangen die im Zusammenhang mit der ärztlichen Versorgung eines Gewaltopfers erhobenen medizinischen Befunde und Beobachtungen im Falle eines späteren Gerichtsverfahrens den Stellenwert eines Beweismittels und der behandelnde Arzt wird zum wichtigen (sachverständigen) Zeugen.

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Portkatheterentfernung – Messen ist besser als schätzen!

Logo der norddeutschen SchlichtungsstelleAus der Fallsammlung der Norddeutschen Schlichtungsstelle

Kasuistik
Bei der 55-jährigen Patientin wurde im 2005 eine akute myeloische Leukämie festgestellt. Zur Behandlung war ein Portkathetersystem notwendig, welches im Bereich der rechten Schulter implantiert wurde. Da im März 2010 die Erkrankung als in Remission galt, wurde die Indikation zur Portkatheterentfernung gestellt.
Diese wurde im Juli 2010 durch einen Facharzt für Chirurgie in Lokalanästhesie durchgeführt. Aufgrund ausgeprägter adhärenter Verwachsungen gestaltete sich die Präparation schwierig. Der Port wurde dargestellt und der Katheter freigelegt. Anschließend erfolgten die Entfernung des Ports und des Katheters.

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Sturz im Krankenhaus – unvermeidbar oder Fehlerfolge?

Logo der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen ÄrztekammernAus der Fallsammlung der Norddeutschen Schlichtungsstelle

Kasuistik

Der 79-jährige Patient, bei dem ein dementielles Syndrom vorlag, wurde am Abend des 6. April 2009 mit Verdacht auf das Vorliegen transitorisch-ischämischer Attacken (TIA) mittels Rettungswagen aus seiner Pflegeeinrichtung in ein Krankenhaus gebracht und dort in der Abteilung für Innere Medizin / Gastroenterologie aufgenommen. Vorausgegangen war am Nachmittag eine kurzzeitige (zwei bis drei Minuten) Nichtansprechbarkeit und das Auftreten einer verwaschenen Sprache.

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