Neminem laedere – Cave Befunderhebungsfehler

Verstöße gegen die Befunderhebungs- und Befundsicherungspflicht können fatale Folgen haben. Durch die gesetzliche Umkehr der Beweislast führen sie leicht in eine Haftungsfalle.

I. Diagnosefehler

Der Befunderhebungsfehler ist etwas anderes als der Diagnosefehler. Beim Diagnosefehler wurde ein Befund (Beispiel Röntgenaufnahme) erhoben, aber falsch gedeutet (Frakturlinie übersehen). Dabei muss nicht jede objektiv falsche Diagnose vorwerfbar sein. So kann die Erstdiagnose „grippaler Infekt“ bei schlüssiger Deutung der Befunde „Schnupfen, Fieber, Schluckbeschwerden“ vertretbar sein, auch wenn eine spätere Untersuchung die Diagnose Kehlkopfkrebs ergab. Ein – unter Umständen schwerer – Diagnosefehler ergibt sich in der Folge aber dann, wenn bei persistierenden Beschwerden eine Überprüfung der Erstdiagnose versäumt wurde.

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Aus der Tätigkeit der Ärztekammer bei berufsrechtlichem Fehlverhalten:

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Berufsgerichtliche Urteile u. a. wegen Nichterstellen von Befundberichten für das Landesverwaltungsamt

Gegen die Ärztin war bereits in der Vergangenheit die Durchführung zweier berufsgerichtlicher Verfahren erforderlich geworden. Immer wieder hatte sie Befundberichte auf Anforderung des Landesverwaltungsamtes nicht bzw. mit einer Verspätung von bis zu zwei Jahren erstellt. Hinzu kam, dass sie keine Angaben über die erforderliche Haftpflichtversicherung machte bzw. einen Nachweis nicht vorlegte und zu keinem Zeitpunkt auf Anfragen der Kammer reagierte.

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Nachbehandlung einer Beugesehnennaht

Rechtsanwalt Dr. Johann NeuWas wiegt mehr: Patientenwünsche oder Behandlungserfordernisse?

Kasuistik

Der 45-jährige Patient zog sich im Ausland eine Schnittverletzung am rechten Daumengrundglied mit Durchtrennung der Beugesehne des langen Beugers zu. Die Erstversorgung erfolgte durch eine Beugesehnennaht und Wundversorgung sowie die Anlage eines Schienenverbandes.

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Rechtssprechstunde: Datenschutz – Von der ärztlichen Schweigepflicht bis zum Patientenrechtegesetz

Die Rechtsabteilung der Ärztekammer bietet Ärzten in ihrer Reihe „Rechtssprechstunde“ diesmal das Thema Datenschutz an.
Neben allgemeinen Fragen zum Thema Datenschutz im medizinischen Bereich werden mögliche Änderungen aufgrund des Patientenrechtegesetzes besprochen.

Termin:    1. Oktober 2014, 16 – 18 Uhr
Ort:     Ärztekammer Magdeburg
Auskunft:     Tel.: 0391 6054-7400

Die Veranstaltung wird von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt mit 3 Punkten auf das Fortbildungszertifikat anerkannt.

Die Führbarkeit von Professorentiteln

Paragraphen Buch IconUnter den akademischen Graden hat der Titel „Professor“ sicher einen ganz besonderen Stellenwert und jeder, der seine Ernennungsurkunde erhalten hat, wird die damit verbundene Anerkennung zu schätzen wissen.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Immer wieder erhält die Kammer berechtigt oder unberechtigt Hinweise über das fehlerhafte Führen von Professorentiteln, dem nachzugehen die Kammer verpflichtet ist.
Im Hochschulgesetz des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Berufung des Hochschulpersonals für Sachsen-Anhalt geregelt.
So können die Hochschulen und Universitäten neben den hauptberuflich tätigen „Professoren“ (§§ 34 ff HSG LSA) „Juniorprofessoren“ (§ 40 HSG) ebenfalls hauptberuflich beschäftigen.

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