Übersehene Kahnbeinfraktur führt zu vermeidbaren fatalen Folgen

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Aus der Fallsammlung der Norddeutschen Schlichtungsstelle

Kasuistik

Im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens war die Behandlung durch Ärzte eines Krankenhauses, Abteilung für Chirurgie, zu prüfen. Am 6. Februar war ein 38-jähriger Patient von einer Leiter gestürzt, hatte sich das rechte Handgelenk verletzt und stellte sich erstmals am Unfalltag im Krankenhaus vor. In der Röntgenaufnahme vom gleichen Tag wurde ein körperferner Bruch der rechten Speiche diagnostiziert, der drei Tage später operativ offen zurechtgestellt und mit einer Platte stabilisiert wurde. Der zusätzliche Bruch des Kahnbeins wurde am 6. Februar nicht erkannt und folglich auch nicht operativ versorgt. Ein Jahr später erfolgte im Krankenhaus die Entfernung der Platte.

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Die Auswirkungen des novellierten Mutterschutzgesetzes auf beschäftigte Ärztinnen und Arbeitgeber

Das „Gesetz zur Neuregelung des Mutterschutzrechts“ brachte wichtige Änderungen in das reformbedürftige Mutterschutzgesetz.

Bereits seit dessen Verkündung am 29.05.2017 erhalten Mütter von Kindern mit Behinderung vier Wochen länger und damit insgesamt zwölf Wochen Mutterschutz nach der Geburt, um sich um ihre Kinder zu kümmern. Voraussetzung hierfür ist, dass vor Ablauf von 8 Wochen nach der Entbindung eine Behinderung ärztlich festgestellt und die Verlängerung von der Mutter beantragt wird. Zudem wurde ein Kündigungsverbot für Frauen nach einer nach der zwölften Schwangerschaftswoche erfolgten Fehlgeburt für vier Monate – gerechnet ab Fehlgeburt – eingeführt.

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Weiter Vorsicht vor unseriösen Branchenbucheintragungen und Zahlungsaufforderungen

Erneut müssen wir vor unseriösen und kostenpflichtigen Angeboten zur Eintragung in Branchenbuchverzeichnissen warnen. Trotz erfreulicher Urteile zu unseriösen Eintragungsangeboten versenden einige Anbieter weiterhin ihre Anschreiben und Formulare. So werden aktuell wieder unter dem Titel „Gelbes Branchenbuch“ Eintragungsangebote per E-Mail versendet. Mit dem Verweis auf das Bundesdatenschutz und EU-Normen wird versucht, dass der Leser auf das offiziell wirkende Schreiben antwortet. Nicht selten sind die Daten fehlerhaft, sodass der Empfänger verleitet ist, die Angaben zu korrigieren. Durch die unterzeichnete Rücksendung wird ein Eintrag in das Verzeichnis beauftragt. Insbesondere die unverhältnismäßig hohen Kosten von 780 Euro sind oft erst auf den zweiten Blick ersichtlich.

Hilfe zum Thema kann eine Broschüre bieten, welche der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e. V. gemeinsam mit anderen Institutionen zusammengestellt hat. Diese kann auf der Internetseite www.dsw-schutzverband.de abgerufen werden. Vor dem Hintergrund können wir nur eindringlich dazu raten, Anschreiben generell genau zu überprüfen. Zugleich sollten Sie auch Ihre Mitarbeiter für das Thema „Adressbuchschwindel“ und unseriöse Zahlungsaufforderungen sensibilisieren. Bei Zweifeln an der Seriosität entsprechender Schreiben empfiehlt sich die Rücksprache mit der Ärztekammer.

Ass. jur. Tobias Brehme

Der Weg zur richtigen Diagnose führt über eine sorgfältige Anamnese und Untersuchung

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Aus der Fallsammlung der Norddeutschen Schlichtungsstelle

Kasuistik

Am 20. November knickte ein 54-jähriger Patient beim Aussteigen aus dem Auto an der Bordsteinkante um. Er habe sich dabei den Rücken verdreht und sei auf diesen gestürzt. Seitdem habe er Schmerzen paravertebral, ziehend in beide Leisten. Im D-Arztbericht des in Anspruch genommenen Klinikums ist angegeben, dass ein Druckschmerz paravertebral rechts an der oberen LWS und über den Facetten bestand, Ausstrahlung in beide Leisten und in beide Hoden. Lasegue rechts ab 40° positiv. Parästhesien laterale  Unterschenkel und Fuß beidseits (seit über einem Jahr bekannt, nicht progredient). Keine Paresen, PSR, ASR und Sphinkterreflex prompt. Die Röntgenaufnahmen der Lendenwirbelsäule ergaben keinen Hinweis auf eine knöcherne Verletzung. Beschrieben wird, dass es sich am ehesten um eine degenerativ bedingte Impression der Deckplatte des LWK5 handelt.

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Tatvorwurf: Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft

Das Urteil des Amtsgerichts Gießen vom 24.11.2017, mit dem eine Ärztin zu 6.000,00 Euro Geldstrafe verurteilt wurde, wegen Verstoßes gegen § 219a Strafgesetzbuch (StGB) hat die öffentliche Diskussion um die gesetzliche Regelung entfacht. Die Ärztekammer erhält immer wieder Kenntnis davon, dass Strafanzeigen von Abtreibungsgegnern gegen Ärztinnen und Ärzte wegen Verstoßes gegen § 219a StGB zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen führen.

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