Meldung von Arzneimittelzwischenfällen

Runderlass des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration

Durch Arzneimittelzwischenfälle können Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung und die öffentliche Sicherheit entstehen. Der Runderlass „Informationswege und Maßnahmen bei Arzneimittelzwischenfällen“ (AM-RAS) regelt die notwendigen Maßnahmen deren und Koordination. Dieser beinhaltet auch Meldewege für Ärztinnen und Ärzte. Ein Arzneimittelzwischenfall ist dem­- nach bspw. gegeben, wenn Mängel in der Beschaffenheit des Arzneimittels, dessen Behältnisse oder Kennzeichnung und der Fach- und Gebrauchs­information vorliegen. Zudem besteht dieser auch bei einer Arzneimittelfälschung und Abweichung der Wirkstoffe oder des Verpackungsmaterials. Sollten Mediziner einen Zwischenfall feststellen, ist dieser dem Landesverwaltungsamt, Referat 604, mit dem Stichwort „Arzneimittelzwischenfall“ zu melden.

Kontaktdaten:
Telefon/Telefax: 0345/514-1286/-1291
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

Die Zwischenfälle werden in drei Klassen unterteilt. Hieran entscheiden sich die jeweiligen Maßnahmen des zuständigen Landesverwaltungsamts. Den gesamten Erlass können Sie auf unserer Internetseite unter: http://t1p.de/meldung abrufen. Aus dieser können Sie die einzelnen Zwischenfälle, deren Meldewege, die dabei zu erforderlichen Mindestangaben der Meldung und in der Anlage die Klassifizierungshinweise entnehmen.

Vorsicht vor gefälschten Ausbildungsnachweisen

Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt ist derzeit vermehrt mit Fällen konfrontiert, in denen sich Arbeitsplätze als Praxismitarbeiter mit gefälschten Urkunden (wie Arzthelferinnenbrief oder Prüfbescheinigungen) der Ärztekammer erschlichen werden. Als Urkundenfälschungen werden diese ausnahmslos zur Anzeige gebracht.
Zum Nachweis der Ausbildung empfehlen wir, sich immer den Arzthelferinnenbrief oder den Brief Medizinische Fachangestellte im Original vorlegen zu lassen. Die Rechtsabteilung bittet um Aufmerksamkeit und steht Ihnen in Zweifelsfällen zur Verfügung.

Übersehene Kahnbeinfraktur führt zu vermeidbaren fatalen Folgen

Logo Norddeutsche Schlichtungsstelle

Aus der Fallsammlung der Norddeutschen Schlichtungsstelle

Kasuistik

Im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens war die Behandlung durch Ärzte eines Krankenhauses, Abteilung für Chirurgie, zu prüfen. Am 6. Februar war ein 38-jähriger Patient von einer Leiter gestürzt, hatte sich das rechte Handgelenk verletzt und stellte sich erstmals am Unfalltag im Krankenhaus vor. In der Röntgenaufnahme vom gleichen Tag wurde ein körperferner Bruch der rechten Speiche diagnostiziert, der drei Tage später operativ offen zurechtgestellt und mit einer Platte stabilisiert wurde. Der zusätzliche Bruch des Kahnbeins wurde am 6. Februar nicht erkannt und folglich auch nicht operativ versorgt. Ein Jahr später erfolgte im Krankenhaus die Entfernung der Platte.

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Die Auswirkungen des novellierten Mutterschutzgesetzes auf beschäftigte Ärztinnen und Arbeitgeber

Das „Gesetz zur Neuregelung des Mutterschutzrechts“ brachte wichtige Änderungen in das reformbedürftige Mutterschutzgesetz.

Bereits seit dessen Verkündung am 29.05.2017 erhalten Mütter von Kindern mit Behinderung vier Wochen länger und damit insgesamt zwölf Wochen Mutterschutz nach der Geburt, um sich um ihre Kinder zu kümmern. Voraussetzung hierfür ist, dass vor Ablauf von 8 Wochen nach der Entbindung eine Behinderung ärztlich festgestellt und die Verlängerung von der Mutter beantragt wird. Zudem wurde ein Kündigungsverbot für Frauen nach einer nach der zwölften Schwangerschaftswoche erfolgten Fehlgeburt für vier Monate – gerechnet ab Fehlgeburt – eingeführt.

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Weiter Vorsicht vor unseriösen Branchenbucheintragungen und Zahlungsaufforderungen

Erneut müssen wir vor unseriösen und kostenpflichtigen Angeboten zur Eintragung in Branchenbuchverzeichnissen warnen. Trotz erfreulicher Urteile zu unseriösen Eintragungsangeboten versenden einige Anbieter weiterhin ihre Anschreiben und Formulare. So werden aktuell wieder unter dem Titel „Gelbes Branchenbuch“ Eintragungsangebote per E-Mail versendet. Mit dem Verweis auf das Bundesdatenschutz und EU-Normen wird versucht, dass der Leser auf das offiziell wirkende Schreiben antwortet. Nicht selten sind die Daten fehlerhaft, sodass der Empfänger verleitet ist, die Angaben zu korrigieren. Durch die unterzeichnete Rücksendung wird ein Eintrag in das Verzeichnis beauftragt. Insbesondere die unverhältnismäßig hohen Kosten von 780 Euro sind oft erst auf den zweiten Blick ersichtlich.

Hilfe zum Thema kann eine Broschüre bieten, welche der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e. V. gemeinsam mit anderen Institutionen zusammengestellt hat. Diese kann auf der Internetseite www.dsw-schutzverband.de abgerufen werden. Vor dem Hintergrund können wir nur eindringlich dazu raten, Anschreiben generell genau zu überprüfen. Zugleich sollten Sie auch Ihre Mitarbeiter für das Thema „Adressbuchschwindel“ und unseriöse Zahlungsaufforderungen sensibilisieren. Bei Zweifeln an der Seriosität entsprechender Schreiben empfiehlt sich die Rücksprache mit der Ärztekammer.

Ass. jur. Tobias Brehme