Am 1.1.2014 ist die Verordnung zur Durchführung und zum Inhalt von Anpassungsmaßnahmen sowie zur Erteilung und Verlängerung von Berufserlaubnissen in Heilberufen des Bundes (BGBL. I 2013, S. 3005 ff.) in Kraft getreten.

Mit dem Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen (BGBl. I 2011, S. 2515 ff.) wurde das Verfahren zur Bewertung und Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen, für den Arztberuf durch Änderungen in der Bundesärzteordnung (BÄO), neu geregelt. Darin enthalten war eine Verordnungsermächtigung, die es dem Gesetzgeber ermöglicht, Vorgaben zur Durchführung und zu den Inhalten der vorgesehenen Anpassungsmaßnahmen in die Approbationsordnung für Ärzte aufzunehmen. Ziel ist es, die von den Ländern durchzuführenden Anerkennungsverfahren bundeseinheitlich auszugestalten.

 

Die wesentlichen Änderungen finden sich in den §§ 34-38 der Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO). Es werden die Einzelheiten des Antragsverfahrens und der Erteilung der Erlaubnis nach § 10 Abs. 1, 1a und 5 BÄO sowie die Eignungsprüfungen nach § 3 Abs. 2 BÄO und die Kenntnisprüfungen nach § 3 Abs. 3 BÄO geregelt.
Die Eignungsprüfung gemäß § 36 ÄApprO ist zukünftig eine mündlich-praktische Prüfung mit Patientenvorstellung. Sie bezieht sich auf die Fächer einschließlich der Querschnittsbereiche, in denen die zuständige Landesbehörde, hier das Landesverwaltungsamt, Landesprüfungsamt für Gesundheitsberufe, in Halle, wesentliche Unterschiede zum deutschen Medizinstudium festgestellt hat. Der Antragsteller hat an praktischen Aufgaben nachzuweisen, dass er in diesen Fächern über die Kenntnisse und Fähigkeiten, auch in der ärztlichen Gesprächsführung, verfügt, die zur Ausübung des ärztlichen Berufes erforderlich sind. Die Dauer der Prüfung ist abhängig vom Umfang der wesentlichen Unterschiede und dauert mindestens 30, höchstens 90 Minuten.
Es ist vorgesehen, dass die Prüfungskommission vor dem Prüfungstermin dem Antragsteller einen oder mehrere Patienten mit Bezug zu den zu prüfenden Fächern zur Anamneseerhebung und Untersuchung unter Aufsicht eines Mitglieds der Prüfungskommission zuweist. Der Antragsteller hat über jeden Patienten einen Bericht zu fertigen, der Anamnese, Diagnose, Behandlungsplan sowie eine Epikrise des Falles enthält.

Die Kenntnisprüfung gemäß § 37 ÄApprO bezieht sich auf die Fächer Innere Medizin und Chirurgie. Die Fragestellungen sollen ergänzend folgende Aspekte berücksichtigen: Notfallmedizin, Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie, Bildgebende Verfahren, Strahlenschutz sowie Rechtsfragen der ärztlichen Berufsausübung. Zusätzlich kann die zuständige Behörde ein Fach oder einen Querschnittsbereich als prüfungsrelevant festlegen, in dem sie wesentliche Unterschiede festgestellt hat. Die Fragestellungen sind zunächst auf die Patientenvorstellung zu beziehen. Dann sind dem Antragsteller fächerübergreifend weitere praktische Aufgaben mit Schwerpunkt auf den für den Beruf wichtigsten Krankheitsbildern und Gesundheitsstörungen zu stellen. Auch hier soll der Antragsteller zeigen, dass er über Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt, die zur Ausübung des Arztberufes erforderlich sind. Diese Prüfung dauert mindestens 60, höchstens 90 Minuten.
Im Übrigen regelt die Verordnung die Einzelheiten der Antragstellung, die mit dem Antrag vorzulegenden Unterlagen und Nachweise sowie Fristen für die Antragsbearbeitung.

Ass. jur. Kathleen Hoffmann