Neuregelung zur ärztlichen Präventionsempfehlung

Seit dem 01.01.2017 können Ärztinnen und Ärzte ihren Patienten Präventionsprogramme empfehlen. Diesen Beschluss hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) gefasst und entsprechende Präventionsempfehlungen verabschiedet.
Präventionskurse können aus den Handlungsfeldern ,,Bewegung“, ,,Ernährung“, ,,Stressmanagement“ und ,,Reduzierung des Konsums von Suchtmitteln“ empfohlen werden.

Die Präventionsempfehlung wird ähnlich einem Rezept ausgestellt. Bei der Präventionsempfehlung handelt es sich jedoch nicht um eine ärztliche Verordnung im Sinne einer veranlassten Leistung. Sie stellt vielmehr einen Gedankenanstoß dar, der auffordert sich zu motivieren, sich über die eigene Gesundheit Gedanken zu machen und auch etwas dafür zu tun. Ein Patient kann beispielsweise einen Sportkurs oder eine Ernährungsberatung bei seiner Krankenkasse beantragen. Diese zeigt dann auf, bei welchen zertifizierten Angeboten sie die Kosten bezuschusst oder welche Leistungen sie sogar selbst für den Versicherten anbieten kann. Zudem spielt die Präventionsempfehlung auch eine entscheidende Rolle bei der Frage, ob der Versicherte das Recht auf einen Leistungsanspruch von der Krankenkasse erhält.

Auf der ärztlichen Bescheinigung können Präventionsempfehlungen notiert werden. Dazu steht Ihnen ein Feld für die Präventionsempfehlung, aus einem der vier festgelegten Bereiche, sowie ein Feld für Anmerkungen zu Kontraindikationen oder Konkretisierungen bezüglich der Präventionsempfehlung zur Verfügung. Leistungen, die die verhaltensbezogene Prävention umfassen, sollen durch ein frühzeitiges Eingreifen gesundheitliche Risikofaktoren und Belastungen, die zu Krankheiten führen können, vermeiden, beseitigen oder vermindern. Ebenso tragen sie zur Förderung eines selbstbestimmten gesundheitsorientierten Handelns der Versicherten bei. Versicherte haben jedoch auch ohne ärztliche Präventionsempfehlung die Möglichkeit, entsprechende Leistungen oder Zuschüsse bei ihrer Krankenkasse zu beantragen.