Neues Gesetz zur Stärkung des Schutzes von Rettungskräften

Am 30. Mai 2017 trat eine Änderung des Strafgesetzbuches (StGB) in Kraft, die u. a. den Schutz von Rettungskräften und Ersthelfern verstärken soll, die in Ausübung ihrer Rettungstätigkeit behindert oder sogar tätlich angegriffen werden.

Entsprechend der Bundestagsmaterialien für dieses Gesetzgebungsverfahren gab es allein in den Jahren 2015 und 2016 knapp 50.000 Angriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte. Allerdings differenziert die Statistik nicht, wie viele dieser Fälle sich ausschließlich gegen Rettungskräfte richteten. Gleichwohl berichten jene wiederholt davon, dass sie vermehrt bei Einsätzen sowohl vom Patienten als auch von Dritten attackiert worden sind. Für Aufsehen gesorgt hat zudem ein Vorfall aus Hessen vom März 2017 auf der Bundesautobahn 5, der exemplarisch für das besondere Schutzbedürfnis steht. Bei einem Verkehrsunfall mit Personenschaden hatte sich ein Stau gebildet, ohne dass die Verkehrsteilnehmer dabei eine Rettungsgasse gebildet hatten. Um die Unfallstelle zu erreichen, mussten die Rettungskräfte mit ihrer Ausrüstung 800 m zu Fuß zurücklegen. Darüber hinaus wurden die Rettungskräfte durch einige Verkehrsteilnehmer beschimpft und bedroht. Nach dem zum Zeitpunkt der Tat geltenden Recht, verwirklichten die Autofahrer lediglich einen Bußgeldtatbestand. Nach der Gesetzesänderung würden für die Geschehnisse auf der Bundesautobahn nunmehr die neuen Straftatbestände einschlägig sein.

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Große onkologische Eingriffe benötigen die Verfügbarkeit der Nachbarkompetenz

Logo Norddeutsche SchlichtungsstelleAus der Fallsammlung der Norddeutschen Schlichtungsstelle

Kasuistik
Es war die Behandlung durch die Ärzte der Gynäkologischen Abteilung einer Klinik zu prüfen. Bei einer 67-jährigen Patientin wurde im November durch Ausschabung ein Karzinom des Gebärmutterkörpers gesichert. Aufgrund der präoperativ durchgeführten Computertomographie war ein ausgedehnter Tumor im Cavum uteri bekannt, und es wurde eine Längsschnitt-Laparotomie mit Hysterektomie und Adnexektomie beiderseits sowie die pelvine und paraaortale Lymphonodektomie indiziert.

Bei dem am 18. Dezember durchgeführten Eingriff kam es zu einer größeren Gefäßverletzung im Bereich der Vena iliaca externa, bei der wegen der starken Blutung phasenweise die kompletten Beckengefäße abgeklemmt wurden. Am Morgen des Folgetags kam es zu einer arteriellen Embolie des linken Beins, wobei im Angiographie-Computertomogramm eine hochgradige Stenose der Arteria iliaca externa diagnostiziert wurde. Es erfolgte eine Verlegung in ein Gefäßzentrum, wobei zunächst eine lokale Lyse versucht wurde, schließlich eine ReLaparotomie mit Hämatomausräumung und Tamponade, Re-Laparotomie mit Entnahme der Tamponaden und Embolektomie, letztlich die Amputation des Vorfußes mit einer einmaligen Nachresektion erfolgten.

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